Mahnwachen-Bewegung - Kontakte u Konzepte dazu

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oeff oeff
Fleißmeise
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Mahnwachen-Bewegung - Kontakte u Konzepte dazu

#1 Beitragvon oeff oeff » Do 29. Jan 2015, 13:55

Insbesondere im Rahmen einer 2014 von mir ins Leben gerufenen Arbeitsgruppe(AG) "(Zusammen-Wachsen von) System-Alternative" kam es zur Entwicklung von Kooperationen mit Teilen der Mahnwachen-Bewegung, was auch im Rahmen des für 2015 geplanten "Real-Utopia"-Experiments seine Fortsetzung finden soll.
Siehe dazu die Aussagen im Wikipedia-Artikel "Jürgen Wagner (Aussteiger)", und das Thema im Forum der Gruppe "Utopia - REAL bzw. Newtopia - REAL" auf informisten.de:

Ich kopiere im Speziellen hier am Anfang einige Texte hinein, die ich als Kommentare bzgl. der Mahnwachen-Bewegung auf Facebook postete.
Einleitend ein paar Worte dazu, die ich im Forum der Gruppe "Utopia - REAL bzw. Newtopia - REAL" auf informisten.de schrieb:

Ein Lehrstück dazu ist auch die Entwicklung der Mahnwachen-Bewegung 2013/2014, wo erst große Offenheit proklamiert wurde im Sinne von: "Wir sind nicht 'rechts', wir sind nicht 'links' (oder sonstwie in spezielle Schubladen zu sortieren), sondern wir sind einfach Menschen, die für ein paar grundlegende Ziele eintreten wollen: Echten (Welt-)Frieden jetzt...; echte Demokratie jetzt...; Gerechtigkeit bzgl. des Geld-Systems...; unabhängige, wahrheitsgetreue (Medien-)Nachrichten..."
Es mag am Anfang hier oder dort Versuche 'rechter Vereinnahmung' der Bewegung gegeben haben -- dann kam jedenfalls eine starke 'linke' Vereinnahmungs- und Ausgrenzungs-Welle (bis dahin, dass Themen wie "Souveränitäts-Lage der BRD" tabuisiert werden sollten...), und auch gegenüber sogenannten "Verschwörungs-Themen" wurde der Ausgrenzungs-Wind zwischenzeitlich stärker...
Ich vertrat in alle Richtungen den Standpunkt, dass eine 'Friedens-Bewegung' wie die 'Mahnwachen-Bewegung' gut daran täte, ins Zentrum einfach 'elementare Friedens-Kultur' zu stellen ('ausreichend effektive Argumente-statt-Fäuste-Kultur'),
* um dadurch in friedlichem Rahmen alle möglichen Fragen behandelbar und aufklärbar zu machen (also Meinungs-Freiheit größtmöglich auszudehnen, ohne Themen-Tabuisierung...), und
* um Brücken-Bildung auch zwischen verhärtetsten bzw. gewalttätigsten Fronten zu ermöglichen... Zugespitzt gesagt: Sogar wenn ein ansonsten blutrünstiger Diktator bereit wäre, zu sagen, dass er auch ein Bedürfnis nach Frieden hat, und im Rahmen von 'Argumente-statt-Fäuste'-Mahnwachen darüber reden wolle... --- sollte bzw. dürfte man ihn abweisen? Wenn es möglichst effektive Friedens-Bewegung sein soll?
Tja, leider wurden Beiträge von mir, die ich auch an Stellen wie der Haupt-Gruppe der (Berliner)Mahnwachen-Bewegung auf Facebook posten wollte, dort nicht zur öffentlichen Sichtbar-Machung freigeschaltet... -- Während ich aber erfreulicherweise bei mehreren Mahnwachen, wo ich eingeladen war, erleben durfte, dass man bei der 'schubladen-freien' Anfangs-Offenheit bleiben wollte und blieb (z.B. in Frankfurt, Kaiserslautern, Köln, Marburg...) und sich einer 'zentral-autoritären Verfügung' nicht unterwerfen wolle - auch weil es dem ganzen Geist der Bewegung nicht entspräche...
Einige konkrete Beispiele für durchschaubare "Teile-und-herrsche"-Vorgänge im Kontext der Mahnwachen-Bewegung:
Wenn Jürgen Elsässer von den Mahnwachen-Bühnen verbannt werden sollte, u.a. weil er sich von (rechts-)faschistischen, antisemitischen und homophoben Standpunkten nicht angemessen distanziere --- dann, z.B. bzgl. Homophobie (gilt aber auch bzgl. den anderen Aspekten...), könnte man ja mal einen Blick in die diesbezüglichen Positionen der verschiedenen Religions-Anhänger werfen... Wie sehr müsste man dann 'gleich-behandelnd' auch Muslime und z.T. sogar Christen von den Redner-Bühnen ausschließen usw. usf...? -- Lösung wäre also eher: Alle zulassen, die in "Argumente-statt-Fäuste"-Kultur Dinge aufklären und Brücken schlagen wollen...
Ein anderes Element von "Teile-und-herrsche"-Strategien ist es aus meiner Sicht, unnötiger- bzw. zwangsweise "Gruppen-Verantwortlichkeit" als gegeben zu sehen, wenn Menschen ihre kritischen Meinungen in Form von Demonstrieren zeigen möchten... Wenn da z.B. gegen Demonstrationen, die auch sogenannte "Reichs-Bürger-Theorien" (und "Souveränitäts-Frage der BRD") zulassen wollten, argumentiert wurde: "Wehe, wenn da aus den Reihen der Demonstranten Gewalt vorkommt, was wir dann so sehen, dass ihr euch von 'rechten Gewalttätern' habt instrumentalisieren lassen -- und demnach alle in einen Topf gehört!" (Tolle Gelegenheit fürs Einschleusen von Agenten ist sowas natürlich...)
Mein Tipp war, das zu lernen, was auch Gandhi im Laufe seines Lebens immer mehr gelernt hat: Nicht bei Massen-Veranstaltungen für Massen von Menschen die Verantwortung übernehmen! Das ist eine Anmassung und dann auch tatsächlich schwere (vermeidbare) Schuld-Annahme, wenn Menschen aus dieser Masse aus Unreife oder Mißbrauch gewalttätig werden! Für sich selbst die Verantwortung tragen, und jedem anderen diese Eigen-Verantwortlichkeit wirklich zuerkennen! Und (Mit-)Verantwortlichkeit für die Zuverlässigkeit des Verhaltens anderer da übernehmen, wo das auch durch Kriterien wie Reife, Selbst-Disziplin, Werte-Befolgung usw. effektiv genug gewährleistet ist -- was für Gandhi bedeutete, statt Massen-Aktionen immer mehr Gemeinschaften von derart gereiften Menschen in seinen "Ashrams" heranbilden zu wollen... -- Fazit für die Mahnwachen-Bewegungs-Aktionen könnte sein, bei Demonstrationen zu sagen: "Ich nehme mein Demonstrations-Recht in Anspruch, und auch mein Recht, anderen Menschen zu sagen bzw. die Einladung auszusprechen, auch für die betreffende Sache zu demonstrieren. Die Verantwortlichkeit fürs eigene Tun bleibt aber bei jedem Einzelnen! Ich muss dabei nirgends in entmündigender Weise die Verantwortung für andere tragen! - Wenn Gewalt-Täter auftreten sollten, können wir (Demonstranten und Polizisten) gemeinsam schauen, dass dem entgegen gewirkt wird... Nicht mehr und nicht weniger... Geht weg mit Euren unsinnigen Kollektiv-Schuld-Konzepten, die Ihr für's 'Kurz-Halten' von system-verändernden Demonstrationen einsetzt, mit oder ohne eingeschleuste Agente..."

oeff oeff
Fleißmeise
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Re: Mahnwachen-Bewegung - Kontakte u Konzepte dazu

#2 Beitragvon oeff oeff » Do 29. Jan 2015, 14:04

Hier die angesprochenen Postings auf Facebook bzgl. der Mahnwachen:


EINIGE GEDANKEN ZUR STRATEGIE VON FRIEDENS-BEWEGUNGEN (MAHNWACHEN-BEWEGUNGEN ETC.)...


Ich wurde eingeladen zur Friedens-Demonstration am 9.11.2014 in Berlin (auch anläßlich des Mauerfalls vor 25 Jahren).
( https://www.facebook.com/events/1473419 ... 772110261/ )
Meine Antwort auf die Einladung war, dass ich mein untenstehendes, vorhergehendes Posting hier von meiner Seite dorthin kopierte und dazu schrieb:
Ich danke für die Einladung zu Eurer Veranstaltung...
Ich werde nicht physisch kommen können, da ich aufgrund meines Prinzips "Anders leben ist die wichtigste Aktion..." zu gebunden bin durch meine alternative Projekt-Arbeit...
(- Dauerhafte Lebens-Modelle bilden heißt, die Wurzeln für die Zukunfts-Kultur zu legen; insofern wünsche ich auch allen anderen Mut und Zähigkeit, die AUCH im Winter Zelt-Camps bzw. Friedens-Werkstätten durchziehen wollen... Fände ich auch für "Hooligans" und andere 'harte' Männer und Frauen eine tolle Härte-Bewährungs-Form, wieviel sie an guter Power drauf haben können... Ich bin in der Vorbereitung der nächsten derartigen "Wurzel-Projekt-Aktion" namens "Real-Utopia", wozu Ihr nähere Infos auf meiner Seite findet... -)
Tipp an die VeranstalterInnen noch:
Ich bin für radikale Freiheit im Sinne von Eigen-Verantwortung und Selbst-Organisation! (Einen ähnlichen anarchistischen bzw. libertären Ansatz vertritt wohl auch Xavier Naidoo... Ich denke den individual-anarchistischen Standpunkt allerdings auch in der Weise weiter, dass ich sage, die größte Freiheits-Entfaltung liegt darin, sich ganz für das Wohl des Ganzen und darauf gerichtete herrschafts-freie gemeinsame Planung hinzugeben... Individual-Anarchismus und herrschafts-freier Kollektivismus bzw. Anarcho-Kommunismus, Liebes-Planwirtschaft oder wie man es auch nennen will, werden dadurch eins...)
Mein Tipp also: Ich finde es toll, wie Ihr Euch bereit erklärt, Verantwortung für eine Massen-Veranstaltung zu übernehmen...
Gandhi hat das anfangs auch getan, war bei Gewalt-Ausbrüchen bereit, vor Gericht das auf seine Schultern zu nehmen und Haft anzunehmen... Er hat danach seine Zweifel gehabt, inwiefern es nötig ist, sich in solche 'Verantwortung für andere' zu stellen... Und hat auf die Eigen-Verantwortlichkeit des Einzelnen verwiesen... Und hat als zentrale Keim-Zellen, aus denen der gesellschaftliche Wandel hervorgehen könnte, seine "Ashrams" gebildet, sozusagen "Elite-Vorbild-Gemeinschaften" im Sinne von "Elite für alle"... (- ich nenne sowas "Konsens-Gemeinschaften globalen Teilens" als Weg zu "globaler Konsens-Demokratie(besser:Demogratie)" -)...
Ich bin der Ansicht, man könnte Euch auch keine Vorwürfe machen, wenn Ihr sowas sagt wie:
Wir rufen auf zu einer Friedens-Veranstaltung aus gutem Anlass...
Dass wir dazu einladen, macht uns nicht zu Vormündern derer, die kommen... Und wir laden bewusst auch alle ein, für die es eine Vorwärts-Entwicklungs-Hilfe sein kann! (Vergleiche Jesus: "Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken! Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen, sondern Sünder!") -- Wir helfen gern (- betonen das auch zuvor: Frieden als zentrales Prinzip -), dass alles nur friedlich geschehen möge...
Aber wir sind dafür nicht haftbar... Schon gar, wo wir wissen, wie die staatlichen Herrschafts-Instanzen, die uns hinterher vielleicht verurteilen wollen, z.T. auf infame Weise intrigieren, manipulieren und unterwandern, um Initiativen wie die unsere schlechtmachen zu können...
Eigenverantwortlich sagen wir: WIR GEHEN HIN... UND WIR MACHEN ES RADIKAL GEWALTFREI VOR... WIR LASSEN UNS DAVON (VON DIESER WAHRNEHMUNG UNSERER PERSÖNLICHEN VERANTWORTUNG FÜR DIE WELT) DURCH NICHTS UND NIEMANDEN ABHALTEN, NICHT DURCH POLIZISTEN, DIE VOR UNS STEHEN, UND NICHT DURCH SCHADEN-STIFTENDE STEINE-WERFER VON HINTEN... UND WENN WIR DADURCH SELBST AUCH VON DER EINEN SEITE DIE STEINE UND VON DER ANDEREN DIE KNÜPPEL ABBEKOMMEN MÖGEN -- WIR WEICHEN NICHT !!!
Und so könnt Ihr auch den Staats-Instanzen sagen: "Hört auf, uns als vormundschaftliche Hafter für die Friedlichkeit des Geschehens zu sehen. Und vergesst es, dass wenn Ihr da selbst vielleicht auch was ausheckt und inszeniert, es in unsere Schuhe geschoben werden kann... Es ist dann in Euren... Wir laden Euch ein, ehrlich und konsequent für die Friedlichkeit zu kooperieren - was mit uns auf ALLEN EBENEN, AUCH BEIM NÖTIGEN STRUKTUR-WANDEL BZW. SYSTEM-(R)EVOLUTION, möglich ist !!!"
Wenn Ihr wollt, könnt Ihr mein Posting oben und den Kommentar hier als meine Botschaft für Eure Veranstaltung verwenden!
Und wer den VERWURZELTEN FRIEDEN auch in dauerhaften Projekt-Formen (DEN GENANNTEN 'ASHRAMS' ODER 'KONSENS-GEMEINSCHAFTEN GLOBALEN TEILENS') mit hochentwickeln will, den bitte ich herzlich, zu prüfen, ob er mit mir dabei gemeinsam was anfangen kann... Freue mich über Kontakt...
Ich grüße das "Natürliche (Göttliche) Licht" in allen...
Öff Öff
schenker_oeff@yahoo.de

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Der Frieden ist nicht nur eine Frage von Glück und Gunst des Augenblicks...
Er hat auch zu tun mit einer bestimmten Verhaltens-Logik... (- die uns Menschen wie Buddha, Jesus und Gandhi vorbildlich vorlebten... -)
Meinungs-Unterschiede und Konflikte gibt es überall... Und Bereitschaft zu Gewalt und gewaltsamer Ausgrenzung gibt es in zu großem Maße auch fast überall in unserer heutigen Welt...
Faschistische Nationalisten sind zu schlimmer Gewalt bereit gegen Nicht-Mitglieder ihrer Nation..., fundamentalistische Islamisten gegen Nicht-Mitglieder ihrer Religion... --- und von jedem Bürger der BRD werde ich als System-Aussteiger, der als Austritt aus dem Staat seinen Ausweis zurückgegeben hat, mit der Staatsgewalt bedroht - einfach weil ich ein freier Mensch sein möchte, was als illegal eingestuft wird...
Wenn man die, die mit Gewalt und gewaltsamer Ausgrenzung zu arbeiten bereit sind, irgendwo ausschließen will, bei irgendwelchen Veranstaltungen, z.B. bei Friedens-Mahnwachen, - wer darf dann da noch sein???
Aber: Wodurch soll sich eine Friedensbewegung bzw. ihre Veranstaltungen unterscheiden vom sonstigen Hin und Her des Contra-Gehackes in der Welt?
Soll es da hundertprozentig gewaltfrei zugehen? Auch ganz ohne Verteidigungs-Gewalt gegen Gewalt, die die Gewaltfreiheit aushebeln will?
Das vielleicht nicht. Sagen wir mal, es kann berechtigte Ausnahme-Situationen geben, wo auch da Gewaltanwendung der Friedlichen in Ordnung sein kann...
Aber - und das müsste aus meiner Sicht den entscheidenden Unterschied machen: DOCH WOHL ERST, NACHDEM MAN DIE FRIEDLICHEN MITTEL AUSZUSCHÖPFEN VERSUCHT HAT...
Wo wird das in den vorhandenen (Szene-)Konflikten ausreichend versucht?... ... ... ...
Oder wie schnell arbeiten rechts, links, islamisch, Mahnwachen-Parteien... usw. usf. mit Gewalt oder gewaltsamer Ausgrenzung, ohne dass erst die gewaltfreien Mittel ausgereizt würden: vor allem "Argumente-statt-Fäuste"-Kultur(!), mit Aufeinander-Zugehen, möglichste Einigkeit über Friedlichkeit erzielen wollen, jedenfalls für möglichst stark anzustrebende gemeinsame Friedens-Demonstrationen usw...????
Bitte mal geistig auf der Zunge zergehen lassen...

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Schöne Prinzipien für eine gewaltfreie Umgangs-Kultur:
"Sachen klären, Menschen stärken..." (von Hartmut von Hentig, Bildungs-Experte)
[in Form einer substantivierten, formel-haften Ausdrucksform sage ich auch gern: 'Sach-Klärung statt Menschen-Ablehnung'...]
und
"Die 3 Grund-Prinzipien der 'personen- bzw. partner-zentrierten Gesprächs-Psychotherapie':
1. Einfühlsamkeit (empathy),
2. bedingungslose menschliche Wertschätzung und Wärme (unconditional positive regard),
3. Offenheit und Echtheit (authenticity) ... " (Carl Rogers)
((Wobei ich als Gedanken-Anregung hinzufügen mag: Ich sehe drei mögliche Begründungen für 'Diskretion': 1. Wenn es um 'begründet Intimes' geht...; 2. Wenn es um Beteiligung an falscher Tratscherei, Kritik hinterm Rücken etc. ginge...; 3. Wenn etwas für einen Menschen noch so in der Meinungs-Entwicklung ist, dass er sich vertraulich darüber austauschen will (zu betonen: wenn es um andere geht, dann nicht als Ersatz für möglichst direktes Ansprechen, sondern als Hilfe dafür)...))

Derartiges sind Schlüssel zur Zukunfts-Kultur...
Wir müssen nur die Ernsthaftigkeit und Disziplin aufbringen, uns sowas wirklich einzuüben...
Leistungs-Sportler oder Shaolin-Mönche oder Bruce Lees der Liebes-Kultur werden wollen... --- Das wär ein tolles Bildungs-Ideal...
Namaste.

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Und nochmal wieder ein paar Gedanken-Anstöße von mir bzgl. 'Frieden und Friedens-Demonstrationen':
Ich glaube, dass es wichtig ist, sehr nüchtern auf die Dinge zu schauen...
Rechtsradikaler Faschismus ist bereit zu brutaler Gewalt gegen Nicht-Volkszugehörige...
Andererseits - wie ich als Theologe, der auch vergleichende Religions-Wissenschaft studiert hat, sagen kann - , ist die Grund-Botschaft des Islam auch mit Bereitschaft zu brutaler Gewalt gegen Anders- und Ungläubige verbunden... Z.T. ist es so: Was den Einen Nation oder Volk, ist den anderen ihre alleinseligmachende Religion...
Und würden wir ganz streng sein, und Menschen, die Gewalt befürworten, ausgrenzen wollen: Wie sieht es aus mit der Tatsache, dass jeder Mensch, der seinen Personal-Ausweis beantragt oder verlängern läßt, damit zum Auftraggeber für die Regierung wird und verstrickt ist in z.T. durchschaubarst verlogene Angriffs-Kriege???...
Deshalb sage ich schon seit geraumer Zeit zu allen Friedens-Aktivisten, Mahnwächtern etc.:
Wenn die Regisseure von Friedens-Veranstaltungen sich darauf konzentrieren, sicherstellen zu können, dass bei Friedens-Veranstaltungen "Argumente-statt-Fäuste"-Kultur besteht und solche Kultur auch als Ziel-Perspektive für eine friedliche Welt hochgehalten werden kann --- dann ist es Friedens-Dienst, alle möglichen Menschen in einem solchen Rahmen "Argumente-statt-Fäuste"-Kultur (kennen) lernen lassen zu können...
Ich glaub, wir müssen mit der Realität möglichst realistisch und ohne Einseitigkeiten umgehen...
Ach ja, und wenn es wirklich auf allen Seiten (bei den 'Rechten' und bei den Moslems und bei den Juden und in der BRD-Regierung usw. usf., übrigens auch bei den dogmatisch autoritär links bzw. 'antifaschistisch' Eingestellten, die z.T. auch zu beachtlichen faschistischen Verhaltenszügen fähig sind...) Menschen gibt, die ihre politische Weltanschauung, Religion, Regierungs-Programme und 'Bündnisse' so interpretieren können (- was ich in all den genannten Fällen nicht hinein-interpretieren kann! -), dass sie tatsächlich auch ehrlichen Herzens für allgemein-menschliche "Argumente-statt-Fäuste"-Kultur sind und sich dafür engagieren wollen... ---- dann wär es doch tragisch, wenn man sie irgendwie ablehnen würde und nicht stärkstmöglich mit ihnen kooperieren würde... Ich kann die Hintergründe der Menschen dann zwar nicht so friedens-motiviert interpretieren wie sie, aber wenn sie es können, haben sie sofort meine Hand für Menschen-Geschwisterlichkeit... Ehrlichkeit und Echtheit vorausgesetzt, aber das kann man rausspüren mit der Zeit...
Ich habe mit dieser Einstellung schon Freunde gefunden, die mehr "rechts" (alt-germanisch etc.) einzuordnen waren, und ich habe schon bei Moslems mit dieser meiner Einstellung Freunde gefunden (und bei den Juden, und 'Radikalst-Autonomen' usw.). Und war mir mit all denen einig, dass nicht das Etikett (Rechter, Moslem etc.) allein genommen werden kann, um die Haltung des betreffenden Menschen bzgl. Frieden (mit Ja oder Nein) beurteilen zu können, sondern dass man direkt diese Inhalte abfragen und testen muss, um zu wissen, woran man ist...
Sich dann mit allen "Rechten", "Moslems", "Juden", "BRDlern", "Antifaschisten" usw. geschwisterlich zu verbinden, wo immer es geht, ist seeehr wichtig, um Gegen-Gewicht zu erzeugen zu denen, die ihre (die gleiche!) Weltanschauung und Religion nicht geschwisterlich, sondern in Widerspruch zu allgemeinen Menschenrechten oder gleicher Menschenwürde und Menschheits-Geschwisterlichkeit deuten...
Bei diesen Klärungs-Prozessen kriegt man auch faszinierend heraus, wie gut die betreffende Weltanschauung oder Religion friedens-interpretierbar ist...
(U.a., weil man dabei gemeinsam auch in die Grundlagen-Schriften schauen wird, z.B. in den Koran...)

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MAHNWACHEN - Nochmal ein Kommentar von mir:
Frieden beginnt im Inneren, im Einklang von Kopf und Herz, und als Einstellung, möglichst allem und jedem seinen passenden, harmonischen Platz im Ganzen zuzugestehen... Insbesondere durch eine möglichst weit gehende liebevolle "Argumente statt Fäuste"-Kultur... (Dafür war auch Jesus, wie ich als freischaffender Theologe und Seelsorger zu behaupten vermag...)
Zumindest alle freundlich-sachlich argumentativen Positionen (auch bzgl. 'Souveränität' oder was auch sonst...) dürften dann nicht 'von oben herab' zensiert oder gar ausgegrenzt werden - wie es mit den Spaltungsversuchen in der Mahnwachen-Szene z.T. versucht wurde...
Bzgl. solchem 'Streit-und-Wegdrängen-Feld' scheint mir die Position von Xavier Naidoo sehr korrekt zu sein ('jeder darf frei seine Meinung sagen - in Liebe')... ('Wir müssen möglichst in der Liebe sein - und wir müssen geduldig sein - was wir nicht allein schaffen, das schaffen wir dann gemeinsam...')
Wenn sie sich an solch liebevolles Argumentieren halten, sollten auch Angela Merkel und Putin und Obama auf sowas wie den Mahnwachen/Friedens-Demos freies liebenswürdiges Rede-Recht haben... Und ist es nicht wertvoll, wenn es gelingt, auch einen bislang mordenden und kriegstreibenden Diktator, der über Frieden bislang nur höhnte, zum gemeinsamen Eingeständnis schonmal zu bringen, dass Frieden wertvoll ist? Durch solche Schritte muss man nichts beschönigen, kann argumentativ positionell nicht weniger klar sein -- schafft aber wohl die besten Voraussetzungen, um in Frieden und für den Frieden so weit wie möglich zu kommen...
Von "links" und "rechts" ist es (geschichtlich und logisch) möglich, dass sektiererischer, spaltender ideologischer Dogmatismus und dann auch gewalttätige oder gar faschistische Durchsetzungs-Versuche kommen können: Marxistische Dogmatik konnte auch zu Stalin führen!
Und es gibt eine Reihe 'Linke', die in ihrem Kampf-Wahn gegen alle Feind-Konstruktionen dann (durchaus auch im Sinne marxistischer Durchsetzungs-Logik, welche Gewalt und Trickserei gegen "Feinde der Revolution" hochgradig bejaht!) 'keine Freunde oder Freundlichkeit mehr kennen'...
Ich bin ein "Egalitärer"... Schon zu Anfang, als die "Kommunistische Internationale" entstand, gab es nach meinem Kenntnisstand als Kontrast den Versuch einer "anarchistischen Internationalen". Menschheits-geschwisterliches Teilen in Frieden behaupteten wohl beide Seiten, aber der Marxismus vertrat die Auffassung, 'dass es mit dem "Lumpen-Proletariat" nicht gehe', sondern dass eine Revolutions-Elite Kader bilden müsste, die die anderen erst zur Revolutions-Fähigkeit erziehen würden - woraus Gewalt- und Tricks-Strategien, bevormundende Polti-Parteien und Arbeits-Lager in viel zu großem Ausmaß auch entstehen konnten...
Es gibt den Auftritt von bevormundenden, tricksenden und ausgrenzenden Strategen jedenfalls viel zu sehr, von allen Seiten (rechts und links), die sich statt möglichst starker Gleichberechtigung über die anderen Menschen erheben wollen - und denen dann auch unfreundliche Mittel geheiligt erscheinen...
Und die staatlichen und kapitalistischen Obrigkeiten erfreuen sich an solchen Spielchen und nutzen es, soweit möglich, für ihre "Teile und herrsche"-Strategien weidlich aus...
Die egalitäre Bewegung, auch die anarchistische Internationale, vertrat wohl: Es muss ohne gewaltsame Bevormundung oder Beherrschung möglichst gemeinsam mit allen, auch mit dem "Lumpen-Proletariat", gehen!
Wenn 'links' als 'emanzipativ' definiert werden soll, wie es an manchen Stellen etwas zu schnell oder beschönigend geschieht (siehe auch Wikipedia; sollte man mal verbessern...), dann gibt es gegenüber den zu gewaltbereiten Links-Ideologien mit dem egalitären Links-Sein jedenfalls noch was deutlich Emanzipativeres (alle Menschen möglichst ohne Bevormundung und Gewalt gleichberechtigt Einbeziehendes...)...
Ich habe etliche Jahre meines "Ausstiegs und Schenker-Lebens ohne Staat und Geld" in menschheits-familiärer Gemeinschaft (am selben Tisch essend, ohne abgeschlossene Türen...) mit den Ärmsten und Abgerutschtesten verbracht...
Als Fazit daher noch: Facebook-Diskussionen sind nicht nichts; aber wie weit wir mit der für alle Menschen möglichst offenen, liebevoll argumentativen Kultur kommen -- hängt dann entscheidend davon ab, wie weit wir real aufstehen, auf die Straße, zu Demos und Mahnwachen gehen --- und noch mehr, wie sehr wir in gemeinschaftliche Alternativ-Projekte mit einziehen, Friedenswerkstätten, Liebes-Kommunen... Ich sag immer am liebsten: "Lasst uns 'Konsens-Gemeinschaften globalen Teilens' bilden, als Weg zu 'globaler Konsens-Demokratie(besser: Demogratie)'..."
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Jürgen Wagner:
Und wenn wir so viel wie möglich nach liebevoller "Argumente-statt-Fäuste"-Kultur gehen wollen, dann ist konstruktive statt destruktiver Kritik vorzuziehen, und statt Themen und Argumentationen abwürgen zu wollen, sollten wir sie weiterdenken, klar-denken und -diskutieren, zu Ende denken...
Aus meiner Sicht ist das extrem Wertvolle z.B. an der Souveränitäts-Diskussion, dass vielleicht alle Seiten (zumindest gab es in die Richtung gehende Behauptungen auf allen Seiten...) die Problematik von den vielleicht speziellen Souveränitäts-Problemen der BRD weiter-denken könnten: Moment mal, auch die formal korrekt souveränen Staaten sind ja nicht besser! Nicht weniger an Krieg, Ausbeutung und Zerstörung beteiligt! Also müssen wir die Angelegenheit noch viel weiterdenken dazu, wie wir Einzel-Menschen ÜBERHAUPT unsere individuelle Souveränität abgegeben(???) oder abgenommen bekommen haben!!!
Gab oder gibt es dafür einen überzeugenden "Gesellschafts-Vertrag", der annehmbar wäre?
Was wäre denn als Inhalt so eines Vertrages, gerade wenn uns Frieden und Teilen weltweit am Herzen liegen sollen, anderes akzeptabel außer: "Konsens-Gemeinschaften globalen Teilens" als Weg zu "globaler Konsens-Demokratie(Demogratie)"...
Und wie, und wer, anpacken nun mit sowas... Lasst uns da echt andere Friedens-Grundlagen erschaffen...
Anders leben ist die wichtigste Aktion... "Be the change, you want to see in the world!" (Mahatma Gandhi)


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MAHNWACHEN... - ein Kommentar von mir dazu (im Moment sind da nachlassende Teilnehmer-Zahlen und Streitigkeiten in der Szene ein großes Thema):
Aus meiner Sicht ist es - statt viel Contra-Beschäftigung - gut, einfach alle konstruktiven Elemente zu stärken und zu verbinden...
Frieden ist ganzheitlich, im Einklang auch von innen und außen...
Ich freue mich ungeheuer über die Mahnwachen, wo engagierte Menschen beim äußeren Engagement weiter durchhalten, auch im Winter -- und die ganzheitliche Füllung des Friedens da immer mehr mit hinein-arbeiten wollen...
Wenn ich kann, möchte ich da gern auch mithelfen, will in den kommenden Monaten auch eine weitere Friedenswerkstatt mit Mahnwachen einrichten...
Ja, Frieden fängt innen an. Nicht so sehr bzgl Ideologien, Religionen usw., woran man glaubt -- da kann man viel offen lassen... Aber im Sinne, dass wenn ich innerlich nicht das Wohl aller will bzw. des Ganzen, sondern weiterhin nur Splitter-Interessen auf Kosten anderer Splitter-Interessen -- dann kann der Streit zwischen Splitter-Interessen nicht aufhören... Dann werde ich es nicht einmal wollen, mich mit meinen Mitmenschen hinzusetzen und Gemeinwohl-Konsense zu finden - also das zu beschließen, was mit besten Gründen dem Wohl des Ganzen dient...
Und nehmen wir an, das Gemeinwohl-Motiv wäre innerlich erarbeitet: Wenn ich dann nicht einmal lerne, mit den engsten paar Freunden oder Weg-GefährtInnen um mich herum gewaltfrei zu kommunizieren und friedliche Konflikt-Arbeit einzuüben -- dann werde ich auch nicht einmal mit meinen Verbündeten in einer Basis-Gruppe bzw. Friedenswerkstatt herrschaftsfreie Konsens-Entscheidungen hinbekommen ---- geschweige denn in einem aufzubauenden überregionalen Vernetzungs-System oder gegenüber Außenstehenden und Gegnern...
Diese Aufgaben-Stellungen gehören aus meiner Sicht klar in den Kern... Gesamtwohl-Konsens-Fähigkeit unter uns erarbeiten...
Zum Weg dahin gehört auch, wie Xavier Naidoo richtig sagt, grooooße Meinungs-Freiheit - in Liebe ... Die Menschen dürfen frei ihre Meinung sagen! Zumindest freundlich-sachliche Positionierungen dürfen nicht unterdrückt werden! Offen alles sagen können und miteinander in "Argumente statt Fäuste"-Kultur die Dinge klären, einander menschlich möglichst helfen und stärken dabei - d.h. möglichst in Liebe...



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Trifft der Yogi den Polit-Aktivisten.
Yogi: "Es bringt doch alles nichts, wenn jemand in seinem Inneren, an der Wurzel, nicht klare Sicht und Steuerung erarbeitet. Er wird auch im gemeinschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmen keine ausreichende Kontrolle hinbekommen... Sucht- und Spaß-Steuerung bleibt immer in der Kurzsichtigkeit hängen..."
Polit-Aktivist: "Innerlichkeits-Flucht kann die Probleme der Welt nicht lösen. Wenn Leute meditativ um ihren Bauchnabel kreisen, ohne die gesellschaftliche Dimension mit zu erfassen, die Struktur- und System-Fragen, dann ist es nur spirituelle Vernebelung und ohne echte Verantwortung..."
Drumrum steht eine Szene von 'Alternativen', die sich irgendwelche gefälligen Einzel-Aspekte des Anders-Seins rausgepickt haben (ein bißchen Öko-Gartenbau, Müll-Recycling, Vegetarismus, Eine-Welt-, Amnesty-International-, Greenpeace- oder Alternativ-Währungs-Engagement, oder eine von den unzähligen Info-Websites... - meist ohne irgendwie gründlich an innere Selbst-Disziplinierung, Sucht-Befreiung oder System-Änderung ran zu gehen) und sagt: "Jeder halt da, wo es für ihn passt. Am besten in kleinen, langsamen Schritten, damit man nicht ausrutscht dabei..."
Die Probleme der Welt sagen: "Wenn ihr nicht lernt, im lebendigen Zusammenhang zu denken und zu planen, und allem seinen rechten Platz und sein rechtes Maß zuzuteilen -- dann wird es immer ein zerrissenes Puzzle bleiben - und die Probleme nicht lösen können..."


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