Nicht Fehler nur bearbeiten - sondern wesentlich heilen

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oeff oeff
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Nicht Fehler nur bearbeiten - sondern wesentlich heilen

#1 Beitragvon oeff oeff » Mo 10. Mär 2014, 05:06

"oeff oeff" schrieb am 29.8.2010:

Frage:

Sind wir nicht einfach alle ganz normale fehlerhafte kleine Menschen, die höchstens ihre Fehler sehen können - oder, wenn es ganz hochkommt, daran arbeiten können?
Sind nicht "Schwächen menschlich"?
Und sind wir nicht mit Blick auf Themen wie "Verantwortung fürs Ganze" viel zu schwach dafür, so daß wir, wenn wir überhaupt ein paar Anfangs-Gedanken in dieser Richtung zu denken wagen, dann schnell die Verantwortung für solche große Verantwortung an Götter oder höhere Mächte abgeben sollten, weil es uns restlos überfordert?...
Und dann verehren wir diese höheren Mächte und befolgen vielleicht noch ihre kleinen "Gebote", und es reicht?

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Meine Antwort:

Natürlich bin ich auch ein fehlerhafter Mensch...

Ich möchte auch meine Fehler zugeben und daran arbeiten... -- Zusätzlich möchte ich aber tatsächlich auch grundsätzlich frei werden von den wesentlichen Fehlern... Und ich glaube, daß man DADURCH zum IM WESENTLICHEN gesunden und korrekten Menschen werden kann... DAS ist aus meiner Sicht dann das WAHRE MENSCH-SEIN...
Ohne diesen entscheidenden richtigen Heilungs-Willen würde ich bei mir letztlich doch ein Sich-Abfinden und Beibehalten der Fehler sehen - egal, mit welchen Worten ich es ummänteln würde...

Ich glaube zwar, daß AUCH Schwächen menschlich sind...
Aber hauptsächlich sollten wir uns m.E. mit den Stärken bzw. einer gesunden Persönlichkeits-Gestalt identifizieren... Wie sinnvoll ist es, sich mit dem Krank-Sein zu identifizieren?

Bemerkenswert finde ich diesbezüglich auch eine Episode aus dem Leben von Mahatma Gandhi:
Da kam mal ein ganz feuriger Christ zu ihm und meinte: "Du armer Hindu! Mühst dich da wild um moralische Selbst-Läuterung, Fasten, Disziplinierung... Wir Christen haben es viel leichter! Christus ist für uns gestorben und hat unsere Sünden dadurch weggenommen. Wir müssen nur noch daran glauben, und dann sind wir gerettet!"
Gandhi antwortete: "So ein Christ-Sein ist nichts für mich. Ich möchte nicht nur von den Folgen meiner Fehler freigesprochen werden, ich möchte meine Fehler wirklich heilen..."

Ich glaube, wir können radikal in Eigen-Verantwortung gehen... Und das ist auch sinnvoll, damit Hilfe von Göttern etc. gut wirken kann... Statt daß solche religiösen Lehren bzw. Hilfs-Angebote immer wieder "Opium für's Volk" sind...
RADIKAL IN EIGENVERANTWORTUNG GEHEN, UM DURCH EINE REVOLUTION BEDINGUNGSLOSER LIEBE UND REINEN SCHENKENS ZU EINER KULTUR DES "KONSENS-TEILENS" ZU KOMMEN...

Die Beibehaltung der ständigen "Leid-Schleifen" ist nicht das LICHT...

LICHT und LIEBE für alle,
Öffi

oeff oeff
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Re: Nicht Fehler nur bearbeiten - sondern wesentlich heilen

#2 Beitragvon oeff oeff » Mo 10. Mär 2014, 05:07

"Gabriela" schrieb am 29.8.2010:

Lieber Öffi,

oft versetze ich mich in deine Lage, also wenn ich du sein würde...Ein Mensch, der in den Foren und anderswo, derart in der Luft zerfetzt wird, bzw. mit Springerstiefeln getreten, mit Blausäure vergiftet usw...Menschen, die darauf lauern, wann du nun endlich mal konkret Fehler benennst und bekennst, wie würden sie auf mich wirken...?

Ein Aussätziger wie du würde sich ein weiteres Mal aussetzen. Deine Fehler möglicherweise ein neues gefundenes und dargebotenes Fressen...Die eh schon offenen Mäuler würden gesättigt und beruhigt...Sich Löwen zum Fraß vorgeworfen..

Deine Tarnung ist m.E. dein sich verstecken hinter Inhalten, meistens wenigstens, Inhalte, die an und für sich human sind.

Und das Signalisieren, dass du fehlerbehaftet bist...Das glaubt dir auch jeder...

Selten wirst du wirklich persönlich, weswegen man vermuten könnte, du hast/bist keine Persönlichkeit, bzw. allenfalls eine Witzfigurpersönlichkeit...

Wenn mich Menschen anrühren, interessiert mich zur Idee, die sie z.B. in Büchern veröffentlichen, eben auch ihr Persönliches, ihre Persönlichkeit, weil sie Persönlichkeiten gewesen sind...Goethe, Schiller, Hesse, Nietzsche, Schweitzer, Gandhi, Schindler, Einstein, Heisenberg, Martin Luther King.....denk dir, die Liste bis ans Ende...

Lese ich ein Buch von denen, kann ich für gewöhnlich Persönlichkeiten nimmer fragen: Und was habt ihr für Fehler gemacht? Jedoch wurden sicher auch sie bereits von ihren Zeitgenossen kritisch hinterfragt...

Für mich stellt sich die Frage, wie ruhig du wirklich damit leben kannst, mit all deinen vorsichtigen und unvorsichtigen Kritikern, im ruhigen Gewissen, dass sie immer nur das kratzt, was sie selber in sich haben...

Bei dir natürlich auch...

Und wenn du 1000mal mich Raucherin anprangerst, es gibt im übertragenen Sinn etwas, was dich diesbezüglich kratzt...ganz allgemein bei Sucht....Ob du dem wohl auf die Schliche kommst? Bei dir selbst?

Sei mal umarmt
Gabriela

oeff oeff
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Re: Nicht Fehler nur bearbeiten - sondern wesentlich heilen

#3 Beitragvon oeff oeff » Mo 10. Mär 2014, 05:08

"Gabriela" schrieb am 4.9.2010:

Johann Wolfgang von Goethe hatte eine weitreichende Erkenntnis:

"Es irrt der Mensch, solang er strebt."

Guten Morgen, Jürgen Wagner

oeff oeff
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Re: Nicht Fehler nur bearbeiten - sondern wesentlich heilen

#4 Beitragvon oeff oeff » Mo 10. Mär 2014, 05:09

"oeff oeff" schrieb am 6.9.2010:

Liebe Gabriela!

Wenn jemand sagt:
"Ich möchte bis auf vertretbare kleine Ausnahmen gesund, stark und fehlerlos leben, und ich möchte mit Haut und Haaren, mit jeder Faser meines Seins GOTT-VATER-MUTTER in mir (und der Welt) zur Verwirklichung bringen... ((- und mein, Öffis, Ziel ist ja erklärtermaßen die VOLLKOMMENHEIT, das GANZHEITLICHE VERGEISTIGEN UND VERGÖTTLICHEN! - und ich dränge niemanden, mitkommen zu wollen!... -)) --
Und all die kleinen menschlichen Besonderheiten, gerade auch Schwächen, durch die sich die Menschen um mich herum hauptsächlich definieren (- den und den Beruf, Karriere-Stand oder Besitz haben, Mann oder Frau sein von, diese oder jene Hobbys, auch (bürgerliche) Freizeit-Spiritualität, haben, oder Eigenarten, Macken, Krankheiten oder Süchte zu besitzen, oder da zu wohnen oder dorthin (gemeinsam) in Urlaub gefahren zu sein usw... -), sind nicht meine maßgeblichen Selbst-Definitions-Kriterien... Ich möchte nicht eines Tages in einem Altenheim sitzen und mit den Mit-Insassen derartige Anekdoten ein ums andere Mal erzählen, während man sich mit Kaffee, Sahne-Torte und Beruhigungs-Mitteln ruhigstellen muß, (zumindest innerlich) verlassen von den ähnlich orientierten Nachkommen, weil man auf dem äußerlichen Karussell nicht mehr so dabei ist..."

Was ist da WAHRES MENSCHSEIN, ECHTE PERSÖNLICHKEITS-ENTWICKLUNG und auch ERFÜLLENDE GEMEINSCHAFT?
Wo ist wie sehr die Gefahr einer "Witz-Figur-Persönlichkeit"?

Na klar, liebe Gabriela, liegen viiiiiiele auf der Lauer, um doch endlich mal einen nennenswerten Fehler bei mir zu finden... Es würde ihnen zwar keine Motivation guter Selbst-Weiter-Entwicklung bringen, aber immerhin das Selbst-Rechtfertigungs-Gefühl: "Guck, der kriegt es ja auch nicht anders hin...; also weiter im Trott..."
Den Fehler werden sie übrigens mit aller Wahrscheinlichkeit - worauf ich stolz bin - wohl nicht finden, ich kann ja nichts dafür bzw. darf nicht extra für ihre Zufriedenheit so einen Fehler machen...

Wo ist da wie sehr Sucht-Aspekt bzw. was für Bedürfnisse treiben die Menschen jeweils? Bei wem ist es wie sehr moralisch kontrolliert oder umgekehrt verbunden mit der Bereitschaft, Unrecht dafür zu tun?

Ich lehne dabei keinen Menschen oder seine innere Verfaßtheit ab... Ich LIEBE die Menschen und auch ihre "kleinen" Einstellungen... Ich LIEBE den Witz und auch die Fehler und die Sucht (- man bedenke den Satz: 'Alles hat auch Gutes an sich, und sei es, daß es als schlechtes Beispiel dienen kann!' -)... -- Und ich LIEBE aber auch unsere Möglichkeit, alles Belastete immer mehr IN LICHT UND FREIHEIT GEHEN ZU LASSEN... Ich LIEBE unsere (VERANTWORTUNGS-)FREIHEIT und das Bedürfnis, all die vermeidbaren "Leid-Schleifen" auch tatsächlich zu vermeiden... Und alle Menschen zu ihrer GRÖSSTEN GRÖSSE finden lassen zu können, ohne daß wir als Kontrast noch "Nieder-Gedrückte(s)" brauchen...


Ich umarme Dich auch, Gabriela

Und mir ist noch was eingefallen, auch was Dein Mangel-Empfinden angeht, ich würde kaum was "Persönliches" von mir zeigen:
Die Bedeutung des "Persönlichen" liegt m.E. ja nicht zentral darin, "wie fehlerhaft oder nicht", sondern eher darin, ob es mit dem Innen-Leben einer Person oder mit seinem engen Beziehungs-Leben etc. zu tun hat... Da kann man ja von mir die Themen über die INNEN- UND KOMMUNIKATIONS-ARBEIT lesen im "Schenkerbewegungs"-Bereich: OD, LILI, GKK... Und wenn man will, dann über mein Beziehungs-Leben die Beziehungs-Vorstellung von meiner Frau und mir und den Chat-Auszug "LIEBES-REVOLUTIONS-FLIRTEN FÜR'S WICHTIGSTE"...
Ich behaupte daher, man kann von mir soviel aus meinem persönlichen und beziehungs-mäßigen Inneren sehen wie sonst selten bei Menschen...
Es ist halt wieder was Besonderes, das Idealistische, das LIEBEN, was man da sieht... Anders als bei vielen anderen, und von manchen allergisch behandelt...
Aber zu sagen: "Das ist nicht wirklich was Persönliches, weil es idealistisch statt äußerlichkeits-verhaftet und "rein" statt fehlerhaft ("menschliche Schwächen") ist bzw. sein will!" -- Das wär ja denn wohl doch eine etwas unangemessene Definition von "Persönliches"...

oeff oeff
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Re: Nicht Fehler nur bearbeiten - sondern wesentlich heilen

#5 Beitragvon oeff oeff » Mo 10. Mär 2014, 05:10

"gabriela" schrieb am 6.9.2010:

liegen viiiiiiele auf der Lauer, um doch endlich mal einen nennenswerten Fehler bei mir zu finden...


Hi Jürgen,
da schriebst du hier und ich zur selben Zeit dort, denn Omen of change hat heute Geburtstag...Er ist, wie du vielleicht weißt, Schäfer geworden und sehr glücklich damit....Der Vater meiner beiden Ungeborenen ist auch Schäfer...
Und sie hüteten des nachts ihre Schafe...

Wie ist das nun mit Fehlern? Was sind Fehler aus deiner Sicht? Für mich beispielsweise ist Perfektion an der verkehrten Stelle ein Fehler...Machst du dich davon abhängig, weil viele Menschen auf der Lauer liegen?

In meinem Freundeskreis gibt es einige LehrerInnen, die meinen, sie dürften keine Fehler machen, weil sie so sehr von den Schülern auf Kimme und Korn genommen werden...Von der Kleidung und Frisur bis zum Betragen und Lehrinhalten...

Und über Lehrer herzuziehen, ist eine sehr beliebte Freizeitbeschäftigung bei Schülern...

Alle Menschen, die in irgendeiner Weise im Raampenlicht stehen, können nicht verhindern, dass doppelt und dreifach über sie geredet wird...

Auf Lehrer fällt zurück, wenn Schüler das Klassenziel nicht erreichen, wie rüpelhaft eine Klasse ist...usw...

Dennoch punkten diejenigen von Ihnen, die eine natürliche Autorität ausstrahlen...die auch schauen, wie sie wirken, doch im Wesentlichen ihrs zeigen und weniger das, wie Schüler sie sehen wollen...

Deswegen eine Frage, die du wie immer für dich im Stillen beantworten darfst:
Wie kommt es, dass du eine Witzfigurpersönlichkeit als eine Gefahr empfindest?

Sei umarmt von
Gabriela


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