Der Wurzel-Text - Grundsatztext von Moni

Wissenswertes über die Schenkerbewegung und den Gründervater.
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oeff oeff
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Der Wurzel-Text - Grundsatztext von Moni

#1 Beitragvon oeff oeff » Di 18. Mär 2014, 04:03

"oeff oeff" schrieb am 30.6.2010:

Der Wurzel-Text - Grundsatztext von Moni

So wie jeder Baum kräftige Wurzeln braucht, um zu wachsen und gute Früchte reifen zu lassen, braucht auch jeder Mensch eine feste Verwurzelung, um innerlich zu wachsen und gute Früchte hervorzubringen. Dieser Text soll eine Beschreibung meiner Wurzeln sein.
Der Samen – warum benötige ich einen Grundsatztext
Erst die Beschäftigung mit und das Finden von Antworten zu den grund- sätzlichen Fragen des Lebens ermöglichen ein bewusstes, zielgerichtetes Handeln im ganzen Leben.
Jeder Mensch bzw. jedes bewusst denkende und selbständig handelnde Wesen sollte solch grundsätzliche Fragen klären, damit er die Verantwor- tung für das Richtige, die an das Geschenk des freien Willens gekoppelt ist, auch wahrnehmen kann. Der Maßstab für das zielgerichtete Handeln sollte das sein, was für das Ganze (also das, was ich mit meiner Tat beeinflusse) am besten ist. Zu schnell wird sonst das, was ich für richtig halte, zu einem egoistischen Teilinteresse.
Mein Handeln ist dann aus der Einheit der lebendigen Welt gerissen, dient nur noch meinem eigenen Wohl und vernachlässigt das Wohl der restlichen Welt oder gefährdet es sogar.
Dieses Prüfen der Handlung auf der Grundlage des Allgemeinwohls der Welt definiere ich als „Gewissen“. Damit möchte ich die endlosen Diskussionen über das „individuelle Gewissen“ vermeiden, welches für viele Menschen Diebstahl oder sogar Gewalt bis hin zum Mord rechtfertigen kann, aber nicht mit der von mir gemeinten grundlegenden Instanz des Gewissens gleichzusetzen ist.
Ein guter Grundsatztext macht bewusstes und zielgerichtetes Handeln in allen Lebensbereichen, vom Allgemeinen bis ins Detail, leicht möglich und ist damit ein entscheidendes Werkzeug zur Selbstverwirklichung. Selbstverwirklichung ist die Verwirklichung des eigenen Lebenssinns und die Verwirklichung der Utopie einer besseren Welt. Es ist die Erreichung des höchsten Glücks.
Die (schriftliche) Formulierung eines Grundsatztextes macht es möglich, sich auch mit anderen auf ein grundsätzliches Ziel und den Weg dahin zu einigen und schafft damit die Grundlage einer funktionierenden Gemeinschaft.
Aber: Ist es möglich, sich auf grundsätzliche Gewissenswerte zu einigen?
Gehören Wahrheit und Liebe überhaupt zu den allgemeinen Gewissenswerten, die allen Menschen innewohnen?
Oder gibt es jemanden, der nie den Traum von einer gerechten, glücklichen Welt geträumt hat?
Ist es überhaupt noch möglich, der Gewalt und der Lüge das Steuerruder aus der Hand zu nehmen und den Kurs in Richtung des seit langer Zeit geträumten Paradieses rumzureißen?
Ich glaube daran:
· Weil alles, was ich denken kann, auch geschehen kann.
· Weil die Evolution keine Wesen hervorbringen würde, die gänzlich unfähig zu einem solidarischen, lebensförderlichen Dasein sind.
· Weil ich an einen liebenden Gott glaube, der die Geschichte der Welt nicht traurig enden lassen wird.
· Weil gerade so ein fester Glaube vielleicht die zusätzliche Kraft in mir mobilisiert, damit diese bessere Welt möglich werden kann.
Oder:
Weil die Hoffnung zuletzt stirbt, und noch lebe ich!

Die Wurzeln – Was ist das Wichtigste, was ich denken kann?
Wo im Geflecht meiner Wurzeln ist der Anfang, wo soll ich beginnen?
Immerhin geht es um meine Grundsätze, also bin „ich“ wohl der Anfang.
Wer bin ich? Ich erlebe „mich“ als Gegensatz zum „Anderen“, doch wo ist die Grenze, was unterscheidet „mich“ vom „Anderen“?
„Ich“ bin das, was ich am besten kenne. Seit ich mich erinnere, bin ich mir selbst am vertrautesten. „Ich“ bin das Einzige, worüber ich wirklich Bescheid weiß. Dieses Wissen unterscheidet „mich“ von „anderen“, denn niemand außer „ich“ weiß letztendlich so viel über meine Gedanken, Gefühle und Erfahrungen wie ich.
Ein Zweites, was „mich“ von „anderen“ unterscheidet, ist die einzigartige Kontrolle, die ich über mich selbst habe. Ich bin diejenige, die letztendlich entscheidet, was ich denke und wie ich handle, auch wenn ich auf niedrigerer Stufe auch von äußeren Dingen beeinflusst werde.
„Ich“ bin also das, was ich am besten kennen, und das, worüber ich entscheiden, also das, was ich kontrollieren kann (und letztendlich auch muß).
Die Tatsache, daß ich nicht nur mein Selbst, sondern auch andere bzw. anderes mit meinem Denken und Handeln beeinflussen kann (und auch beeinflusst werde), zeigt mir, daß ich nicht allein und isoliert bin, sondern daß es eine Verbindung zwischen mir und der Welt gibt.
So wird die Frage präziser: Was ist das Wichtigste, was ich kennen und wofür ich mich entscheiden kann?
Das Wichtigste, was ich mir vorstellen kann und wonach ich immer Verlangen habe, sind Wahrheit und Liebe, die für mich die Grundlage von echtem Glück, Sinnerfüllung und Selbstverwirklichung darstellen.
· Wenn die Sonne ihre Energie auf die Erde schickt und damit das Leben möglich macht, so ist dies Liebe.
· Wenn ein Baum eine Frucht hervorbringt und damit Mensch und Tier ernährt, so ist dies Liebe.
· Wenn eine Mutter ihr Kind umsorgt, so ist dies Liebe.
· Wenn ein Mann sein Brot mit einem Hungrigen teilt, so ist dies Liebe.
· Wenn eine Frau sich an einen Mann bindet, um alles, was sie hat – ihre
Zeit, ihre Kraft, ihre Freude, ihren Körper, ihr Leben – mit ihm zu teilen, so ist dies Liebe.
· Wenn ich mein Leben hingebe, für meinen Traum von einer heilen Welt, so tue ich das aus tiefster Liebe zu ihr.
Es ist möglich, andere Erklärungen für die Handlungen der Liebe zu finden, denn ich kann die grundlegende Einsicht der Existenz der Liebe als Ursache und „Motor“ des Lebens nicht beweisen. Doch auch diejenigen, welche die Liebe leugnen, werden ihren Standpunkt letztendlich nicht beweisen können.
Die Existenz der Liebe gehört zu den grundlegenden Wahrheiten, die noch vor allen Begründungen stehen und nur unmittelbar erfahren werden können.
Man sieht, wie wichtig die Wahrheit dabei ist. Wahrheit ist die Wirklichkeit, frei von der Illusion (der Lüge). Ist die Liebe nicht wahr, sondern eine Illusion, so ist sie nichts wert. So wie eigentlich nichts Bestand oder Wert hat, was nicht wirklich und wahr ist.
Doch wenn man bedenkt, wie wichtig die Liebe als grundlegendes Prinzip des Lebens ist – wenn man bedenkt, wie wichtig es ist, daß allem Lebendigen die Liebe innewohnt - , um die Möglichkeit nicht auszuschließen, die Evolution des Menschen doch noch in eine lebensförderliche Richtung zu lenken, so wird deutlich, warum eigentlich jedes bewusste Wesen, wenn schon nicht den Glauben an, so doch wenigstens die Hoffnung auf die Wahrheit der Liebe haben sollte.
Liebe und Wahrheit sind also der Sinn und das Ziel meines Lebens. Daneben ist eigentlich alles andere wertlos. Also sind Liebe und Wahrheit nicht nur das Wichtigste in meinem Leben, sie sollen auch meinen ganzen Lebensinhalt bilden.
Daraus ergeben sich dann die Steuerbefehle meines Programms bzw. erwachsen daraus alle konkreten Aufgaben und Handlungsmöglichkeiten.
Mein Handeln ist der Anteil meines Selbst, welcher letztendlich die Welt bewegen und (zum Guten hin) verändern kann. Deshalb hat das konkrete und möglichst konsequente Tun einen sehr großen Stellenwert für mich.
Doch nicht alles, was ich fähig bin zu tun, dient der „wahren Liebe“ in der Welt. Deshalb sollte vor dem Handeln stets das Denken kommen. Bei allem, was ich tue, sollte ich mir vorher überlegen, ob es das ist, was gerade am meisten der Wahrheit entspricht und der Liebe in der Welt dient.
Da liegt die Schwierigkeit an der ganzen Sache: Ich bin ein Mensch, also an sich schon recht begrenzt in meinen Fähigkeiten. Zudem wird man als Mensch in der heutigen Zeit sehr schlecht in dem Fach vom „Nachdenken über Liebe und Wahrheit für die gesamte Welt“ geschult, so daß es eine große Herausforderung ist, herauszufinden, was gerade am meisten wahr und gut ist.
Dies schränkt – zumindest anfangs und in der Gesellschaft, in der ich lebe – meine konkreten Handlungsmöglichkeiten ein. Meine ersten Schritte bestehen also darin, mich aus allen Verstrickungen zurückzuziehen, die ich nicht erfolgreich auf Wahrheit und Liebe prüfen kann (die also Elemente der Lüge und des Hasses in sich tragen oder für mich undurchschaubar sind) und mich auf ein sehr einfaches, durchschaubares Leben zu beschränken.
Danach folgt das Schauen und Studieren und Erfahren der Welt, wie sie ist, um mein Wissen über die Welt zu erweitern. Ich möchte die Strukturen der Wirklichkeit verstehen, um dann mithelfen zu können, Strukturen der heilenden Liebe in der Welt aufzubauen.
Diese Handlungsvorgaben beziehen sich auch auf meinen Umgang mit Menschen.
Ich habe so viele Möglichkeiten, Menschen positiv und negativ zu beeinflussen, daß dabei eine große Zurückhaltung und Überlegtheit angebracht ist.
Hinzu kommt, daß gerade der Mensch mir besonders gleichwertig ist. Er hat im Wesentlichen das gleiche Potential zur Selbsterkenntnis und Einsicht in seine Verantwortung für die Welt.
Nicht zuletzt aufgrund der Erkenntnis meiner eigenen Fehlbarkeit, aber auch aus Respekt vor seiner Freiheit (also aus Liebe), darf ich ihm die Möglichkeiten zum selbständigen Erkennen der Wirklichkeit und dem freiwilligen Handeln aus Liebe nicht beschränken.
Genauso, wie ich ja mein Denken und Handeln letztendlich von meiner Erfahrung der relativen Wirklichkeit (also dem Eindruck von Wirklichkeit, wie ich sie durch meine natürlichen Beschränkungen hindurch erkennen kann) und meiner Sehnsucht nach Liebe abhängig mache.
Mein Streben, die Sehnsucht nach Wahrheit und Liebe in allen Menschen zu erwecken, wird also begrenzt durch meine Fehlbarkeit und die Freiheit des Menschen, was ich bei meinem Handeln gegenüber anderen Menschen immer beachten will. Deshalb sind alle Mittel zur Überzeugung und Beeinflussung für mich ausgeschlossen, welche mich in ungerechtfertigter Weise über andere erheben oder deren Freiheit einschränken. Dazu gehören konkret Bevormundung, Zwang, Gewalt, bewusste Lügen usw.
Als Mittel zur Überzeugung bleibt mir daher nur das Bauen auf die Einsicht der Menschen und die Hoffnung, sie mögen ihrer Einsicht bzw. meinen Argumenten und meinem Beispiel folgen.
Wie ich schon weiter oben beschrieb, ist Liebe das, was gibt und umsorgt. Es ist also das Handlungsprinzip der Liebe, das mich veranlassen wird, nach den Bedürfnissen des Lebendigen zu schauen und mich dort mit meiner Kraft und meinen Gaben einzusetzen, wo sie nötig sind, und darauf zu bauen, dass auch meine Bedürfnisse liebend (das heißt schenkend) gestillt werden können.
Dies macht mich sehr verletzlich gegenüber all jenen, welche die Handlungsprinzipien von Wahrheit und Liebe (noch) nicht erkannt haben und sich also egoistisch und gewalttätig verhalten.
Die Reaktion auf Gewalt und Egoismus darf dann allerdings nicht ein Festhalten oder Rache von meiner Seite her sein, denn das würde nicht Liebe und Wahrheit, sondern nur Lüge und Hass steigern.
Die einzige sinnvolle Reaktion ist ein immer noch stärkeres „Sich-Verschen- ken,“ um all die Bedürfnisse zu stillen, die Egoismus und Gewalt erzeugen bzw. umgekehrt davon erzeugt werden, und stellvertretende Buße, um die Wunden der Gewalt und des Bösen zu heilen. Dies alles, verbunden mit der Botschaft der Wahrheit, kann dann vielleicht auch ein Zeichen sein, welches andere Menschen zur Umkehr und Einsicht bringt.
Der Sprössling – Mein „inneres Zellprogramm“ kurzgefaßt
Mein Ziel ist die Selbstverwirklichung durch Wahrheit und Liebe.
Um dieses Ziel zu erreichen, führt mich mein Weg hinaus aus den undurchschaubaren Verstrickungen dieser Welt, in denen ich Illusion, Egoismus und Gewalt erkennen oder vermuten kann.
Mein Weg führt mich hin zur transparenten Wirklichkeit eines möglichst einfachen Lebens, wo man meine wahre Schönheit sehen kann, und wo ich die Schönheit und Wahrheit der Schöpfung betrachten und ihre Bedürfnisse verstehen kann.
Ich möchte nicht zurück in Undurchschaubarkeiten, falsche Abhängigkeiten und Gewalt, sondern immer nur weiter Richtung Wahrheit und Liebe, welche für mich die Wesensmerkmale des Göttlichen sind.
Ich erwarte auf meinem Weg nicht nur Sonnenschein und ebene Pfade, doch auf meinem Weg hin zum höchsten Ziel werde ich alle Unannehmlichkeiten und Hindernisse überwinden und mit immer größerer Zuversicht und mit gestärktem Willen daraus hervorgehen.
Wer Wahrheit und Liebe, wie ich es in meinem „Wurzeltext“ beschrieb, ebenfalls als sein Lebensziel ansieht, ist mir als Weggefährte herzlich willkommen. Ich will mit ihm Zuversicht und Hoffnung, Leid und Rückschläge teilen und zusammen mit ihm noch schneller unser Ziel erreichen.
Moni

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