Herberge Demogratia in DAZ 17./18.5.2014

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oeff oeff
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Herberge Demogratia in DAZ 17./18.5.2014

#1 Beitragvon oeff oeff » Mi 8. Okt 2014, 08:34

Hier abgetippt der Text aus der Print-Ausgabe: Döbelner Allgemeine Zeitung, Rosswein, 17./18.5.2014, Seite 15
((Es gibt den Artikel auch als online-Ausgabe, mit erforderlicher Bezahlung:
http://www.doebelner-allgemeine.de/ross ... -909029397
aufgerufen am 3.6.2014 um 12:23 Uhr))



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[Foto, wo Jonathan sich im Arbeitsanzug aus einem der oberen Vorderfenster des Hauses lehnt, mit sichtbarem Schriftzug auf dem Haus "Carl Lau"...]
Lehnt sich buchstäblich weit aus dem Fenster für seine Idee: Matthias Jürgens will aus der früheren Fleischerei Carl Lau in der Mühlstraße 8 ein Gemeindezentrum als Bildungs- und Begegnungsstätte machen. Seit Juli 2013 wohnt er im Haus, das inzwischen weitgehend entrümpelt ist.
Foto Sebastian Fink

Tausche Schlafplatz gegen Malerarbeit
Freund von Waldmensch Öff Öff will frühere Metzgerei Lau in der Mühlstraße 8 sanieren

VON SEBASTIAN FINK

ROSSWEIN. Was mit den vielen ruinösen Gebäuden im Stadtkern passieren soll, das ist derzeit das Thema im Roßweiner Zukunftsforum. Derweil hat sich im Haus in der Mühlstraße 8 bereits etwas getan. Matthias Jürgens wohnt seit vergangenem Sommer in der früheren Metzgerei Carl Lau. Er ist ein Aussteiger, gut befreundet mit dem als Waldmensch bekannt gewordenen Öff Öff alias Jürgen Wagner. Von dessen Schenkerverein hat Jürgens das Haus mit der Stiftung "Herberge Demogratia" übernommen. Von vielen in Roßwein wird er zwar belächelt, doch die Arbeit geht voran.
Eine "völlig zugemüllte Bude" habe er vorgefunden, sagt Matthias Jürgens über seinen ersten Besuch in der Roßweiner Mühlstraße. Im Mai 2013 kam der gebürtige Sauerländer in die ehemalige Metzgerei, für die ihn Öff Öff als Projektleiter seiner Schenker-Bewegung ausgewählt hat. Eine Bildungs- und Begegnungsstätte will Jürgens einrichten. Treff zur Weiterbildung, aber auch Übernachtungsmöglichkeit und Partyraum soll sie sein. Im Vordergrund steht das Überwältigungsverbot, das heißt, jeder soll sich aufgrund aller vorhandenen Informationen eine eigene Meinung bilden, anstatt diese von oben aufgezwungen zu bekommen. "Wenn heute jemand mit 16 seinen Personalausweis abholt, setzt die Bundesrepublik voraus, dass man weiß, was das für einen persönlich bedeutet", sagt Jürgens. Er will Hintergrundinformationen verbreiten. "Wie funktioniert unser wirtschaftliches Zusammenleben und der Geldkreislauf, warum ist so wenig Geld da, dass hier so viele Häuser leer stehen", erklärt er.
Seinen eigenen Personalausweis hat Jürgens schon 2010 abgegeben und im Jahr darauf "Terrania – Bündnis freie Erde" gegründet – mit eigenem Ausweis und inzwischen 87 Mitgliedern. "Ich wollte diesen Irrsinn nicht mehr mitmachen", sagt der gelernte Erzieher, der seine Berliner Wohnung kündigte und mit acht Euro in der Tasche loszog.
Seit Juli lebt Jürgens dauerhaft in der Mühlstraße 8, hat derweil alles Gerümpel aus dem Haus geschafft. Heiko Werner aus Worms ist im Herbst dazugekommen, saniert derzeit die Holzfenster. Ein Dritter im Bunde zieht im Sommer ein. Nur nach dem Tauschprinzip des Gebens und Nehmens wollen sie das Haus Schritt für Schritt sanieren, so dass im Dachgeschoss übernachtet werden kann. Erste Übernachtungsgäste waren schon da, haben Kleidungsstücke im Tausch dagelassen.
Im ehemaligen Verkaufsraum will Jürgens ein Infocafé einrichten, nebenan einen Internetraum für Senioren. Im Obergeschoss sind Seminarräume geplant. Sein Vorhaben, vor allem aber seine Art zu leben, wird oft wenig ernst genommen. Der Nachbar sei mit seinem Euro-Verdienst zufrieden, habe wenig Interesse an der Mitarbeit, sagt Jürgens. Geld könne die Stiftung als Spende zwar annehmen, doch das soll nur ein Notmittel sein. Wichtiger seien Kontakte und Verbindungen, die durch die Sanierung entstehen. "Selbst wenn wir eine Spende von einer Million kriegen würden, hätten wir zwar ein fertiges Haus, aber noch keine Strukturen, um es zu nutzen", sagt er.
> Kommentar Seite 13

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