NW über Auflösung v Auenland 21-9-2009

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oeff oeff
Fleißmeise
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NW über Auflösung v Auenland 21-9-2009

#1 Beitragvon oeff oeff » Fr 15. Aug 2014, 16:04

http://www.nw-news.de/top_news/3149057_ ... p_auf.html
aufgerufen am 15.8.2014 um 18:04 Uhr

[Auch ich war an der Auenland-Experimental-Siedlung beteiligt, hatte dort ein Erdloch gebaut... Und nach dem Scheitern des Experiments wollten einige der MIt-Siedler dann in unser im Artikel genanntes Dargelütz-Projekt mit übersiedeln...]
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NW-News.de
Freitag, 15.08.2014



21.09.2009
EXTERTAL
Waldbewohner geben ihr Dauer-Camp auf
Landesforstamt sieht Aussteiger im Konflikte mit dem Gesetz
VON STEFAN BACKE

Die kleine Lichtung in Bremke ist mittlerweile vom Regen arg unwirtlich geworden. Simon Aubert, mit 18 Jahren jüngster Bewohner des Lagers, kümmert sich um die Feuerstelle. Im Hintergrund ist das "Versammlungszelt" der Gruppe zu sehen.
Schlammig | FOTO: BACKE

Extertal. Für einige Zeit hatte Ostwestfalen ein "Auenland": Mitten im Wald bei Extertal (Kreis Lippe) lebte eine Handvoll Aussteiger den Traum von einer ganz und gar unabhängigen Existenz. Aber seit dem Wochenende ist die Idylle zuende, die sich die Männer und Frauen in Anlehnung ans paradiesische Land der Hobbits aus "Herr der Ringe" eingerichtet haben.

Drei Monate lang haben sie ausgeharrt, den ganzen Sommer hindurch, aber auch bei fiesem Regenwetter. Dass sie nun ihr Zeltlager geräumt haben, liegt aber nicht an der Nässe, die in den vergangenen Tagen weite Teile der Lichtung zwischen Bremke und Meierberg in eine Schlammlandschaft verwandelt hat. Vielmehr sind die selbst ernannten "Waldmenschen" dem zuständigen Regionalforstamt Ostwestfalen-Lippe ein Dorn im Auge. Der Vorwurf: Laut Landesforstgesetz und Landschaftsrecht sind Zelten, offenes Feuer und Rauchen im Wald verboten. Auch, dass sich die Waldmenschen eine Badestelle geschaffen haben, indem sie einen Bach anstauten, ist nicht erlaubt, so das Regionalforstamt.

Die Wildcamper halten diese Begründung für vorgeschoben. Der Verfassungsschutz stecke hinter der Vertreibung, meinen sie auf einer Homepage: "Hier geht es darum, Menschen daran zu hindern, autark zu leben, absolut unabhängig und frei von einem Staatssystem."
Grundstückseigentümer lenkt ein
Ob das "freie Leben" tatsächlich den Verfassungsschutz irritiert, oder doch nur den Naturschutzgesetzen widerspricht, wie die Forstbehörden meinen – Tatsache ist: Unter dem Druck angedrohter Geldstrafen und einer möglichen polizeilichen Zwangsräumung gab der Grundstückseigentümer nach und bat die "Auenländer", das Areal zu räumen. Bis zum vergangenen Freitag, so bestätigte dessen Sohn Stephan Petig, sollte die Gruppe die Lichtung verlassen haben.

Der junge Petig ist darüber zornig: "Es ist eine Frechheit, Menschen, die mit gutem Gewissen alles versuchen, aus Hartz IV rauszukommen, wieder hineinzutreiben."

Hartz IV beantragen wollen aber keineswegs alle aus der Gruppe: Vier der zuletzt sechs "Auenland"-Bewohner wollen in das nächste "Areal" umziehen. Ziel ist ein ähnliches Projekt in Dargelütz (Mecklenburg-Vorpommern). Einen anderen Weg gehen Georg Berres und seine Frau Sarah. Sie wollen nach dreieinhalb Jahren eine Auszeit vom Aussteigertum nehmen und haben sich deshalb bei der Gemeindeverwaltung Extertal vorgestellt. "Wir hatten uns hier eine Existenz aufgebaut, doch die hat der Staat uns weggetreten", schimpft Georg Berres, mit 35 Jahren der "Dorfälteste".
Erhoffte Ernte bleib aus
Nun will sich das Ehepaar mit Hilfe des Staates eine Wohnung in Extertal suchen, um nicht obdachlos zu werden: "Unter Brücken zu schlafen, kommt nicht infrage. Wir wollten nicht als Penner leben, sondern einfach nur autark."

Ganz so unabhängig verlief das Leben in Bremke allerdings doch nicht. Statt der geplanten Lehmhütten prägten Campingzelte und wenige Holz-Folien-Konstruktionen das Erscheinungsbild des Camps. Auch der erhoffte Anbau von Obst und Gemüse blieb ohne den nötigen Ernteertrag. Stattdessen lebte die Gruppe nach eigenen Angaben unter anderem von Lebensmittelspenden einiger Extertaler.

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