Zum Artikel v M Kremser "Narr oder Heiliger" 11-2013

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oeff oeff
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Zum Artikel v M Kremser "Narr oder Heiliger" 11-2013

#1 Beitragvon oeff oeff » So 4. Mai 2014, 16:22

Der Artikel von Markus Kremser wurde nach meinem Kenntnisstand an zwei Stellen publiziert, zuerst in der Sächsischen Zeitung (nur in der Print-Ausgabe, nach meinem Kenntnisstand nicht online), und einige Zeit darauf noch in "katholisch.de", mit leichten Veränderungen.

Ich bringe hier im ersten Posting den Artikel, wie er in der Sächsischen Zeitung erschien.
Im zweiten Posting bringe ich die Fassung aus "katholisch.de" .
Im dritten Posting kommt eine Gegendarstellung von mir.



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Sächsische Zeitung (Löbau)
Lausitzer Leben (http://www.sz-online.de/kultur)

Freitag 8. November 2013


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[Foto obendrüber: Familien-Foto auf Wiese in der Georgewitzer Skala, Sohn Aljoscha dabei auf Rasenmäher sitzend.
Untertitel:] Ein anderes Leben: Jürgen „Öff Öff“ Wagner und seine Frau Anke Rochelt mit ihrem zweijährigen Sohn Aljoscha. Foto: Markus Kremser



Narr oder Heiliger?
Jürgen Wagner nennt sich „Öff Öff“ und posiert vor Kameras als Waldmensch und Weltenretter – welches Bild stimmt?

VON MARKUS KREMSER

Rotgoldenes Laub weht über den Waldweg. Der Herbst zeigt sich an diesem Tag von seiner schönsten Seite. Die Sonne strahlt in das Tal des Löbauer Wassers. Der kleine Fluss murmelt die ewig scheinende Geräuschkulisse in der Georgewitzer Skala. Am Ufer steht ein Denkmal für den Generalfeldmarschall von Blücher. Der soll hier vor 200 Jahren ein paar Tage verbracht haben, in einem Feldlager nach der Schlacht bei Bautzen. Das Denkmal war lange Zeit die wichtigste Sehenswürdigkeit des kleinen Tals. Diesen Rang hat ihm die „Villa Hühnerglück“ längst abgelaufen.
Die „Villa Hühnerglück“ ist eine alte Bretterbude, windschief und verwittert. In jeder Kleingartenkolonie würde das Häuschen als Schandfleck gelten. Doch hier, in der Georgewitzer Skala, macht ihr Bewohner die Bude zu einer Sehenswürdigkeit. „Öff Öff“ heißt eigentlich Jürgen Wagner. Seinen bürgerlichen Namen hat er abgelegt, als er 1991 seinen Personalausweis an den Bundespräsidenten schickte, weil er nicht mehr Teil dieser Gesellschaft sein wollte. Eine mehr schlecht als recht selbstgeschneiderte braune Kutte trägt Jürgen Wagner. Sie ist sein Markenzeichen, so wie sein Stirnband mit der selbstgestrickten Aufschrift http://www.global-love.eu. „Weil die Journalisten alle zu blöd waren, mal eine Internetadresse in ihren Artikeln zu nennen“, sagt der 49-Jährige. Also nutzt er seine Stirn als Werbefläche. Also hält er seinem zweijährigen Sohn Regenwürmer an den Mund, wenn der Fotograf der Boulevardzeitung kommt. Also spielt er den Waldmenschen. Den Lesern, den Zuschauern jagt all das einen wohligen Schauer über den Rücken. „Schaut Euch diesen Spinner an“, sagen die Leute. „Das arme Kind muss Würmer essen!“ Reflexe, mit denen sich Quote machen lässt.
Aber warum tut Jürgen Wagner das? Wofür? Ist der Mann einfach nur ein Egozentriker? Ist er verrückt? Antworten auf diese Fragen gibt Jürgen Wagner bereitwillig. „Nein, verrückt bin ich nicht. Das hat mir sogar ein Psychiater bestätigt“, sagt Jürgen Wagner. Ihn treibt vielmehr die Idee von einer besseren Welt an. Von einer Welt, in der jeder das hat, was er braucht. Eine Welt, in der niemand mehr haben will, als er tatsächlich braucht. Eine Welt, in der diejenigen, die etwas haben, mit denen teilen, die nichts haben.
Jürgen Wagner kommt aus einem kleinbürgerlichen Haushalt. Er wächst im Ruhrgebiet mit drei jüngeren Brüdern auf. Die Mutter kümmert sich um die Kinder, der Vater ist Bankangestellter. „Er stand sein ganzes Leben in diesem Glaskasten“, sagt Jürgen Wagner über ihn.

„Nein, verrückt bin ich nicht. Das hat mir sogar ein Psychiater bestätigt.“
Jürgen Wagner alias Öff Öff

Sonntags geht es in die katholische Kirche. Die vier Brüder stehen auch als Messdiener am Altar. Jürgen Wagner ist über diesen Teil seiner Kindheit enttäuscht. „Wenn die Leute aus der Kirche kamen, wussten sie schon nicht mehr, was der Pfarrer in der Predigt gesagt hatte.“
Die „Schenker-Bewegung“ ist seine Idee, ein Teil seiner Wunschvorstellung von der Welt. Seit seinem zwölften Lebensjahr treibt ihn diese Idee um. „Die Bewegung ist dabei offen. Nicht jeder muss so radikal leben wie ich“, erklärt Jürgen Wagner. Jeder kann nach seinem Vermögen dabei mitmachen. Und „Vermögen“ ist dabei im doppelten Sinne zu verstehen: materiell und geistig. Erfolge habe er bereits einige vorzuweisen, sagt Öff Öff. Drei Vereine der Schenkerbewegung gebe es in Deutschland, „die zehn Projekte betreiben, die aus diesem Geist leben“. Die Projekte sind Wohngemeinschaften, Häuser oder Wohnungen, in denen Menschen zusammenleben. Die Schenker-Bewegung sieht er als Teil einer globalen Bewegung. Occupy-Bewegung, Bewegungen für eine globale Konsensdemokratie, die Trends zum Teilen statt Besitzen. Der Lebensentwurf des Jürgen Wagner erinnert an den Heiligen Franziskus. Der lebte im 12. Jahrhundert in Italien, hieß eigentlich Giovanni und war ein eitler Fatzke und Sohn reicher Eltern. Doch Franziskus wandte sich von seinem vorherigen Leben ab, verzichtete auf jeden Besitz, lebte unter den Armen, sprach mit Tieren und Pflanzen und predigte den Bürgern Buße. „Das stimmt, ich lebe ein bisschen wie Franziskus oder Jesus“, sagt Jürgen Wagner. „Ich habe keine Machtmittel, ich habe kein Geld, ich habe kein Privateigentum.“ Mit dieser Mittellosigkeit will Wagner die Welt verändern. Er will Beispiel sein. Und dieses Beispiel zeigt er in den Medien vor. „Dass ich dabei Klischees bediene, ist mir vollkommen klar“, sagt Jürgen Wagner. Ihm sei es aber wichtig, dass seine Botschaft überhaupt wahrgenommen wird, und wenn es auch nur Bruchstücke sind.
Bekommt der zweijährige Aljoscha denn tatsächlich Regenwürmer zu essen? An diesem sonnigen Herbsttag sitzt der Junge auf dem Schoß seiner Mutter und bekommt Joghurt zu essen, Bio-Joghurt aus dem Plastikbecher, mit Aluminiumfolie obendrauf. Der Löffel ist ein ganz normaler Löffel und sauber ist er auch. Anke Rochelt ist 41 Jahre alt, Aljoschas Mutter und Jürgen Wagners Frau. Die beiden sind „alternativ verheiratet“.
Anke Rochelt trägt Jeans, einen geringelten Pullover und eine beigefarbene Trekkingweste. Um ihre Füße springt aufgeregt ein Hütehund, ein Australian Shepherd. Sie macht überhaupt nicht den Eindruck eines Waldmenschen. Dem kleinen Aljoscha zieht sie, als es frischer wird, noch eine Jacke an. Anke Rochelt weiß, dass sie nicht in das Waldmenschen-Klischee passt. Sie legt Wert darauf, dass kein flasches Bild von ihr gezeichnet wird. Und deshalb hält sie sich heraus, meistens.
Letztes Jahr hat sie ihr Diplom als Pädagogin abgelegt, mit Bestnote. Anke Rochelt fährt ein modernes Wohnmobil und verdient Geld. Sie trainiert Hunde und macht Tier-Therapien, besucht mit speziell trainierten Tieren Demenzkranke in Pflegeheimen. Auch Jürgen Wagner hat studiert, bevor aus ihm Öff Öff wurde. In Bochum und Tübingen studiert er in den 80er Jahren Philosophie und Theologie. Er erwägt damals auch, katholischer Priester zu werden. Aus der Kirche tritt er dennoch später aus. Er will nicht mehr dazugehören zu denen, die nur am Sonntag in die Kirche gehen, ansonsten aber den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. In seiner Diplomarbeit setzt er sich mit Mahatma Gandhis Vorstellung von Gerechtigkeit auseinander. Jürgen Wagner hat große Vorbilder. Wie Jesus, der Heilige Franziskus oder Mahatma Gandhi will er die Welt verändern, nicht durch Gewalt, durch Kriege oder Geld. Allein durch Beharrlichkeit und Liebe. Und das macht Arbeit.
„Ich sitze frühmorgens schon am Computer und schreibe“, sagt Jürgen Wagner. Bis Ende des Jahres sollen drei Bücher fertig werden. Beratung und Lebenshilfe bietet Jürgen Wagner an. Rund ein Dutzend Projekte der Schenkerbewegung begleitet er. Die kleine Familie lebt die meiste Zeit im hessischen Stadtallendorf. Fast schon spießig wirkt ihr Tagesablauf. Arbeit im Büro, Training mit den Tieren, und Sohn Aljoscha kommt regelmäßig zur Tagesmutter.
An diesem Herbsttag hat Aljoscha ein Lieblingsspielzeug. Es ist der Rasenmäher vom Nachbarn, den er als Spielzeugtraktor nutzt. Lachend sitzt er auf dem Rasenmäher und lässt sich von Mutter und Vater über die Wiese schieben. Ist das ein Nachwuchstraining für Waldmenschen?
Wenn Jürgen Wagner für die Boulevardzeitung mit seinem Sohn beim Angeln in der Wildnis posieren soll, dann bringt der Fotograf einen toten Fisch für das Foto mit. Öff Öff hat keinen Angelschein. Der Waldmensch ist ein Klischee. Ein Klischee, das Jürgen Wagner gerne bedient.

oeff oeff
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Re: Zum Artikel v M Kremser "Narr oder Heiliger" 11-2013

#2 Beitragvon oeff oeff » So 4. Mai 2014, 16:24

http://www.katholisch.de/de/katholisch/ ... f_oeff.php
aufgerufen am 25.12.2013 um 21:03 Uhr



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Narr oder
Heiliger?


© Markus Kremser
Soziales | 12.11.2013 - Löbau
Rotgoldenes Laub weht über den Waldweg. Der Herbst zeigt sich an diesem Tag in der Georgewitzer Skala von seiner schönsten Seite. Die Sonne strahlt in das Tal des Löbauer Wassers. Am Ufer des kleinen Flusses steht ein Denkmal für den Generalfeldmarschall von Blücher, der hier vor 200 Jahren ein paar Tage verbracht haben soll. Das Denkmal war lange Zeit die wichtigste Sehenswürdigkeit des kleinen Tals. Diesen Rang hat ihm die "Villa Hühnerglück" längst abgelaufen.
Die "Villa Hühnerglück" ist eine alte Bretterbude, windschief und verwittert. In jeder Kleingartenkolonie würde das Häuschen als Schandfleck gelten. Doch hier, in der Georgewitzer Skala, macht ihr Bewohner die Bude zu einer Sehenswürdigkeit. "Öff Öff", der eigentlich Jürgen Wagner heißt, bewohnt die Bude und ist selbst zu einer Sehenswürdigkeit geworden. Seinen bürgerlichen Namen hat er abgelegt als er 1991 seinen Personalausweis an den Bundespräsidenten schickte, weil er nicht mehr Teil dieser Gesellschaft sein wollte.
Eine mehr schlecht als recht selbstgeschneiderte braune Kutte trägt Jürgen Wagner. Sie ist sein Markenzeichen, so wie sein Stirnband mit der selbstgestickten Aufschrift www.global-love.eu. "Weil die Journalisten alle zu blöd waren, mal eine Internetadresse in ihren Artikeln zu nennen", sagt der 49-Jährige. Also nutzt er seine Stirn als Werbefläche. Also hält er seinem zweijährigen Sohn Regenwürmer an den Mund, wenn der Fotograf der Boulevardzeitung kommt. Also spielt er den Waldmenschen.
Spinner oder Idealist?
Den Lesern, den Zuschauern, den Wohlstandsbürgern jagt all das einen wohligen Schauer über den Rücken. "Schaut Euch diesen Spinner an", sagen die Zeitungsleser. "Das arme Kind muss Würmer essen", zetern die entsetzten Großmütter und Tanten vor den Fernsehgeräten. Reflexe, mit denen sich Quote machen lässt.
Aber warum tut Jürgen Wagner das? Wofür? Was will dieser Mann? Ist der Mann einfach nur ein Egozentriker? Ist er verrückt? Warum tut er seinem Kind das an? Antworten auf diese Fragen gibt Jürgen Wagner bereitwillig. "Nein, verrückt bin ich nicht. Das hat mir sogar ein Psychiater bestätigt", sagt er. Ihn treibt vielmehr die Idee von einer besseren Welt an. Von einer Welt, in der jeder das hat, was er braucht. Eine Welt, in der niemand mehr haben will, als er tatsächlich braucht. Eine Welt, in der diejenigen, die etwas haben, mit denen teilen, die nichts haben. Eine Welt, in der nicht alle gleich sind aber in der alle gleich gerecht behandelt werden.
Jürgen Wagner kommt aus einem kleinbürgerlichen Haushalt. Er wächst mit drei jüngeren Brüdern im nordrhein-westfälischen Gladbeck auf. Die Mutter kümmert sich um die Kinder, der Vater ist Bankangestellter. "Er stand sein ganzes Leben in diesem Glaskasten", sagt Jürgen Wagner über ihn. Sonntags geht es in die katholische Kirche. Die vier Brüder stehen auch als Messdiener am Altar.
Parallelen zum heiligen Franziskus
Die "Schenker-Bewegung" ist seine Idee, ein Teil seiner Wunschvorstellung von der Welt. Seit seinem zwölften Lebensjahr treibt ihn diese Idee um. "Die Bewegung ist dabei offen. Nicht jeder muss so radikal leben wie ich", erklärt Wagner. Jeder kann nach seinem Vermögen dabei mitmachen. Und "Vermögen" ist dabei im doppelten Sinne zu verstehen: materiell und geistig. Erfolge habe er bereits einige vorzuweisen, sagt Öff Öff. Drei Vereine der Schenkerbewegung gebe es in Deutschland, "die zehn Projekte betreiben, die aus diesem Geist leben". Die Projekte sind Wohngemeinschaften, Häuser oder Wohnungen, in denen Menschen zusammen leben. Die Schenker-Bewegung sieht Wagner als Teil einer globalen Bewegung, die die Welt gerechter machen soll.
Der Lebensentwurf des Jürgen Wagner erinnert an den Heiligen Franziskus. Der lebte im 12. Jahrhundert in Italien, hieß eigentlich Giovanni und war ein eitler Fatzke und Sohn reicher Eltern. Doch Franziskus wandte sich von seinem vorherigen Leben ab, verzichtete auf jeden Besitz, lebte unter den Armen, sprach mit Tieren und Pflanzen und predigte den Bürgern Buße.

Jürgen Wagner alias ´"Öff Öff" mit seiner Familie.
Bildquelle: Markus Kremser
"Das stimmt, ich lebe ein bisschen wie Franziskus oder Jesus", sagt Jürgen Wagner. "Ich habe keine Machtmittel, ich habe kein Geld, ich habe kein Privateigentum." Mit dieser Mittellosigkeit will Wagner die Welt verändern. Er will Beispiel sein. Und dieses Beispiel zeigt er in den Medien vor. "Dass ich dabei Klischees bediene, ist mir vollkommen klar", sagt er. Ihm ist es aber wichtig, dass seine Botschaft überhaupt wahrgenommen werde, und wenn es auch nur Bruchstücke davon seien.
Bekommt der zweijährige Aljoscha denn tatsächlich Regenwürmer zu essen? Die Fotos in der Boulevard-Presse vermitteln diesen Eindruck. An diesem sonnigen Herbststag sitzt der kleine Junge auf dem Schoß seiner Mutter und bekommt Joghurt zu essen, Bio-Joghurt aus dem Plastikbecher, mit Aluminiumfolie obendrauf. Der Löffel ist ein ganz normaler Löffel und sauber ist er auch. Anke Rochelt ist 41 Jahre alt, Aljoschas Mutter und Jürgen Wagners Frau. Die beiden sind "alternativ verheiratet".
Diplomarbeit über Mahatma Gandhi
Anke Rochelt trägt Jeans, einen geringelten Pullover und eine beigefarbene Trekkingweste. Um ihre Füße springt aufgeregt ein Hütehund. Sie macht überhaupt nicht den Eindruck eines Waldmenschen. Dem kleinen Aljoscha zieht sie, als es frischer wird, noch eine Jacke an. Anke Rochelt weiß, dass sie nicht in das Waldmenschen-Klischee passt. Sie legt Wert darauf, dass kein falsches Bild von ihr gezeichnet wird. Und deshalb hält sie sich heraus, meistens.
Letztes Jahr hat sie ihr Diplom als Pädagogin abgelegt, mit Bestnote. Anke Rochelt fährt ein modernes Wohnmobil und verdient Geld. Sie trainiert Hunde und macht Tier-Therapien, besucht mit speziell trainierten Tieren Demenzkranke in Pflegeheimen. Aber Anke Rochelt ist auch ein religiöser Mensch. Sie spricht vom verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt, spricht von "Bruder und Schwester Wurm". Sie spricht von "Gottmutter und -vater", "Lichtarbeit" und "Liebe". Das hört sich verrückt an: So verrückt wie bei Öff Öff, so verrückt wie bei Franziskus.
Auch Jürgen Wagner hat studiert, bevor aus ihm Öff Öff wurde. In Bochum und Tübingen studiert er in den Achtziger Jahren Philosophie und Theologie. In seiner Diplomarbeit setzt er sich mit Mahatma Gandhis Vorstellung von Gerechtigkeit auseinander. Jürgen Wagner hat große Vorbilder. Wie Jesus, Franziskus oder Mahatma Gandhi will er die Welt verändern, nicht durch Gewalt, durch Kriege oder Geld. Allein durch Beharrlichkeit und Liebe will er die Welt verändern. Und das macht Arbeit.
Ein fast schon spießiger Tagesablauf
"Ich sitze frühmorgens schon am Computer und schreibe", sagt Jürgen Wagner. Bis Ende des Jahres sollen drei Bücher fertig werden, an denen er gerade arbeitet. Beratung und Lebenshilfe bietet Jürgen Wagner an. Rund ein Dutzend Projekte der Schenkerbewegung begleitet er. Die kleine Familie lebt die meiste Zeit des Jahres im hessischen Stadtallendorf. Fast schon spießig wirkt ihr Tagesablauf. Arbeit im Büro, Training mit Tieren und Sohn Aljoscha kommt regelmäßig zur Tagesmutter.
An diesem Herbsttag hat Aljoscha ein Lieblingsspielzeug. Es ist der Rasenmäher vom Nachbarn, den er als Spielzeugtraktor nutzt. Lachend sitzt er auf dem Rasenmäher und lässt sich von Mutter und Vater über die Wiese schieben. Ist das ein Nachwuchstraining für Waldmenschen? Wenn Jürgen Wagner für die Boulevardzeitung mit seinem Sohn beim Angeln in der Georgewitzer Wildnis posieren soll, dann bringt der Fotograf einen toten Fisch für das Foto mit. Öff Öff hat keinen Angelschein. Der Waldmensch ist ein Klischee. Ein Klischee, das Jürgen Wagner gerne bedient.
Von Markus Kremser
© katholisch.de

oeff oeff
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Re: Zum Artikel v M Kremser "Narr oder Heiliger" 11-2013

#3 Beitragvon oeff oeff » So 4. Mai 2014, 17:52

Gegendarstellung:

Weil wir unseren Sohn auch mal auf einem Rasenmäher sitzen lassen, kann er keinen ('echten') 'Natur-Erlebnis-Kurs' („Nachwuchstraining für Waldmenschen“) von uns bekommen haben??? Hallo? Hallo?
Einige Gedanken über Bedeutung von und Umgang mit Klischees – und ein Plädoyer für differenzierte Wahrnehmung in angemessener Verhältnismäßigkeit und Inhalts-Prüfung...

KURZ-THESEN:
1. Die Artikel von Markus Kremser beinhalten eine Reihe korrekter Aussagen über die Ideale von mir bzw. Schenker-Bewegung, auch meiner Frau Anke Rochelt: Vor allem wird korrekt als unser zentrales Anliegen dargestellt, dass wir mit Liebe und Schenken für global verantwortliches Verhalten der Menschen wirken möchten...
2. Leider beinhalten die Artikel aber auch einige falsche bzw. verzerrte Aussagen, die uns erstaunen, weil Herr Kremser (und auch Verantwortliche der Sächsischen Zeitung) es besser wissen konnten:
a) Ich sagte nicht: „Weil die Journalisten alle zu blöd waren, mal eine Internetadresse in ihren Artikeln zu nennen...“ Ich mag nicht polemisch reden wie mit der Bezeichnung „blöd“...
b) Wenn ich Aussagen mache wie: „Ich weiß, dass ich mit meiner Lebensweise auch Klischee-Vorstellungen bediene...“, dann meine ich, dass ich viele radikale bzw. extreme 'Auslöser-Elemente' in meiner Lebensweise habe, wodurch sich „Schubladen“ in den Köpfen der Menschen öffnen mit tiefsitzenden Klischee-Vorstellungen: „Jesus-Freak“, „Hippi“, „Natur-Mensch“, „Gut-Mensch“ usw... Ich sage aber in keiner Weise, dass ich vermeidbar oberflächliche oder falsche Wahrnehmung gut finde oder unterstütze... Ich gestehe den Menschen z.T. 'Anfangs-Häppchen' zu, 'bruchstückhafte oder schemenhafte Wahrnehmungen durch den großen Nebel hindurch', auch anfängliches 'grobes Einfach-Sortieren' (- vor allem, wo 'einfache Bilder' tatsächlich schon weitgehend zutreffen, z.B. dass Jesus oder Gandhi echt Vorbilder für mich sind -), strebe insgesamt aber korrektes, also auch ausreichend differenziertes Wahrnehmen an...
c) Es ist kein Widerspruch, keine Unehrlichkeit und auch keinerlei künstliche Show in meinem Verhalten, wenn ich während einer Woche Aufenthalt im meinem Naturprojekt „Biotopia“ bei Löbau einerseits meinen Sohn ein paar Mal (eine halbe Stunde) auf einem Rasenmäher herumfahre, und ihm andererseits an 2 Tagen einen 'Anfänger-Natur-Kurs' gegeben habe... DAS GEHT PROBLEMLOS BEIDES! ES IST SCHLIMMSTES KLISCHEE-DENKEN, DAS SO DARZUSTELLEN, ALS WÄREN DAS ZWEI VERSCHIEDENE SCHUBLADEN, WO NUR EINE MÖGLICH WÄRE, DAS ANDERE DAHER BETRUG ODER LÜGE SEIN MÜSSTE USW.!
d) Ebenso ist beides möglich, dass mein Sohn an den zwei Natur-Tagen dieser Woche mal andere Kleidung und Nahrung (Kräuter, Würmer...) ausprobiert – und an anderen Tagen 'bürgerlich-normal' gekleidet ist und gekaufte Joghurts isst usw... An uns – und unseren offenen Aussagen gegenüber Markus Kremser; wir haben ihm ja diese verschiedenen Seiten unseres Lebens offengelegt – liegt es wohl nicht, wenn da mit überzogener Ausschließlichkeit in Entweder-Oder-Kategorien gedacht wird...
e) Bei uns in Schenker-Bewegung ist es jedem völlig frei gestellt, inwiefern mensch an Öffentlichkeits- oder Medien-Arbeit mitmachen möchte. Und auch, wie sehr mensch sich bestimmte Medien-Gelegenheiten aussuchen oder Kontrollen versuchen mag – oder sich ganz freilassend 'allen möglichen' Journalisten zu stellen bereit ist... Meine Frau möchte – angesichts der häufigen Verzeichnungen, wofür allerdings leider auch der Kremser-Artikel wieder ein Beispiel ist – sich mehr für gediegene sachliche Berichterstattung miteinbringen – und nicht für jedweden 'Wildwuchs'...
f) Sie meidet daher auch 'Klischee-Darstellungen' im Sinne z.B. von Verzeichnungen, Übertreibungen, Vereinseitigungen in puncto „Waldmensch-Darstellung“. Das heißt aber nicht, dass sie die Grundbedeutung meiner „Waldmensch-Versuche“ als falsch, unehrlich oder insgesamt klischeehaft hinstellen würde: Sie hat selbst auch durch so einen TV-Film von mir als Natur-Mensch erfahren, ist im Winter zu mir gekommen –- und hat mich im Wesentlichen so wie in den TV-Darstellungen vorgefunden, in meiner Mini-Hütte in der Natur, im Winter ohne Heizung, mit meinen Obst-Kisten um mich herum usw... Gerade auch weil sie mich im Wesentlichen als echt und ehrlich erlebte, hat sie sich in mich verliebt und sich für Familie mit mir entschieden – und tritt übrigens auch mit für die von mir vertretenen Inhalte, auch die Aspekte von Natur-Leben, ein, aber (zu Klischee-Vermeidung) lieber in Form von wissenschaftlicher Literatur statt (zu verzerrten) Zeitungs-Artikeln: In ihrem wissenschaftlichen Fachbuch mit dem Titel „Bildung für ganzheitliche Nachhaltigkeit bzw. globale Verantwortung“ (kostenlos downloadbar auf lilitopia.de) berichtet sie an einigen Stellen auch über mein Natur-Leben im Biotopia-Projekt (z.B. auf den Seiten 270, 308, 346f, 383-385...)...
Und nicht zuletzt ist sie selbst auch so sehr mit outdoor-Aktivitäten, Aufenthalt in der Natur, Tier-Kommunikation usw. beschäftigt und vertraut, seit vielen Jahren und bei jedem Wetter etc., so dass es eine ziemliche Verzeichnung ist, ihre Lebensweise in Kontrast zum Natur-Leben als ziemlich spießig-angepasst darzustellen...
3.) Nicht nur die Sächsische Zeitung, sondern eine ganze Reihe sogenannt 'seriöser' Medien täten vielleicht gut daran, sich ein wenig selbstkritisch zu durchleuchten, ob solche Verzeichnungen wie im Kremser-Artikel vielleicht daran liegen können, dass man selbst zu sehr seriös im Sinne von (spießig-)angepasst ist – und mit Werbung für Symptom-Reparaturen (kleinen 'Licht-Blicken' etc.) die große Lampe einer System-Durchleuchtung eher ausgeschaltet halten will... Darin liegt die große Gefahr, 'dass wir vor lauter Aufwischen von Wasser-Pfützen leider nicht dazu kommen, den Wasserhahn zuzudrehen'...
4.) Immerhin – ein beachtlich Gutes kann man in der Darstellung von Markus Kremser sehen:
Dass ich die Welt zur Liebe bekehren will gemäß Vorbildern wie Franziskus, Jesus oder Gandhi, das scheint er an mir als recht stimmig darzustellen... DARIN authentisch und stimmig zu sein, ist aus meiner Sicht wichtiger und schwieriger, als die Möglichkeit von Waldmenschen-Leben überzeugend zu machen... Letzteres ist eigentlich – egal was ich davon vorzuleben schaffe – geschichtlich, logisch und mit Blick auf reale Beispiele (Naturvölker etc.) eine unbestreitbare Tatsache! Es hängt nur davon ab, wie realistisch mensch hinschaut bzw. sich informiert... Aber die Welt zur Liebe bekehren – da werden viele abwinken..., und es ist viel schwieriger, das als realistisch erscheinen zu lassen –-- oder die Welt tatsächlich auf diese Weise zu retten... Danke also, lieber Markus Kremser, dass Dein Artikel mich in dieser wesentlichsten Hinsicht gut darstellt und unterstützt...




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Und noch ein etwas ausführlicherer 'Essay' über das Thema „Klischees“:
Klischee-Verstrickung, oder: Wo die Oberfläche zu gefährlich wird...

Was kann man unter einem „Klischee“ verstehen?
Ein „Klischee“ ist wohl so etwas wie ein „Abklatsch“, eine ziemlich grobrastrige, schemenhafte, oft auch zweifelhafte Kopie bzw. 'Muster'-Vorstellung -- wo es fehlende Bereitschaft zum genaueren Hinschauen, Reflektieren und Prüfen zeigen kann, wenn man nach sowas geht bzw. das einfach für bare Münze nimmt... Häufig geht es auch um ein Bild, welches durch übertriebene Oberflächlichkeit, durch Vorurteile, durch „Schwarz-Weiß“ erst einen großen Teil seiner Bedeutung bekommt... Oder es geht um eine 'Rolle', die man auf jemanden oder etwas überträgt, ohne genauer hinzuschauen... 'Das ist der typische Spießer, Lehrer, Freak, Hippi, Beamte usw.' 'Der erfüllt voll das Klischee...' usw... - Kurz: Jedenfalls eine oberflächliche 'Schubladen-Sicht'...
Ich habe in den Jahrzehnten meines Aussteiger-Lebens (seit 1991) viel mit Klischee- bzw. 'Schubladen'-Vorstellungen zu tun bekommen, und zwar einerseits im übertreibenden Sinne, dass Menschen, die auffällige Verhaltensweisen an mir wahrnahmen, mich schnell in vielerlei zu pauschale oder direkt falsche 'Klischee-Schubladen' stecken wollten:
In den ersten Jahren, als ich in freiwilliger Obdachlosigkeit als 'Pilger' oder 'Wander-Prediger' rumzog: 'Der ist ein Hippi..., ein Vagabund..., ein Penner..., ein überdrehter Bettelmönch... – Er erzählt von Seele und Sinn des Lebens – muss eine Sekte sein oder sowas...'
Dann, als ich jahrelang 'alternative Sozial-Arbeit' in einem Dorf-Häuschen durchführte: 'Das ist so ein penetranter Gut-Mensch... Der hat ein Helfer-Syndrom...' usw...
Und dann, als ich einige Jahre lang im Naturschutz-Gebiet „Georgewitzer Skala“ zeigte, dass es möglich ist, 'frei wie ein Kaninchen von der Wiese zu leben, ohne Mittun von Unrecht, ohne Herrscher, Bosse usw. - und dass man auch dadurch (ebenso wie z.B. durch Leben von Abfällen der Überfluss-Gesellschaft) es schaffen kann, nur noch liebevoll Geschenke mit anderen Menschen auszutauschen..., sich vom System zu befreien...', hieß es u.a. : 'Das ist der totale (oder gar totalitäre) Waldmensch...' oder: 'Das ist ein primitiver stinkender Affe...' usw. usf...
Und andererseits, neben der übersteigerten Darstellung von Wirklichkeits-Aspekten meines Lebens, gab es auch die direkt umgekehrte, übertrieben wirklichkeits-bestreitende Anwendung von Klischees bzw. des Klischee-Vorwurfs: 'Das ist nicht echt, nur Imitat, inszeniert... Kann gar nicht anders sein... Eine Show für Geld... Eitles Gehabe... Der will den Menschen gar keine Freiheit oder Auswege vorleben, sondern er ist ein verkappter Agent der Reichen, damit die Armen mit wenig zufrieden sind, aus Angst, dass sie sonst in den Wald müssten...' usw. usf...
Und auch häufig das Klischee „Der kann eben nicht anders“: 'Der hat halt seinen Knacks, seine Macke... Ein verschrobener Einzelgänger, der mit dem normalen Leben nicht zurecht kommt, nicht beziehungs-fähig ist, keine Familie hinbekommen hat, nicht in einem normalen Haus leben kann... Den treibt es immer raus aus geordneten Verhältnissen...' usw...

Sehr verbreitet ist insbesondere die Klischeehaftigkeit im Sinne von 'Entweder-Oder- bzw. Schwarz-Weiß-Mentalität': Was ist er denn nun? Ein bettelnder Wanderprediger? Oder ein Sozial-Arbeiter? Oder ein Natur-Einsiedler bzw. 'Waldmensch'? Oder kann man ihn mal in einem normalen Haus finden, mit Familie? – Da geht doch nur eins, nicht alles... Indem er auch mal was anderes macht, als zu einer(!) solchen Rolle paßt, entlarvt er sich als Betrüger...'
Ganz nach dem Motto: Nur wenn jemand in eine einzige(!) Schublade gesteckt werden kann, und nicht mehr rauskommt, ist er echt in seiner Rolle!
Wie es im hier kommentierten SZ-Artikel u.a. an einer Stelle durch eine besonders schöne Pointe zum Ausdruck kommt: Ein Kind kann während einer Woche Aufenthalt in einem Naturschutz-Gebiet von seinen Eltern entweder mal (für eine halbe Stunde) auf einen Rasenmäher gesetzt und darauf herumgefahren werden – oder es kann von seinem Vater einen (zweitägigen) Natur-Erlebnis-Kurs geboten bekommen – beides in dieser Woche geht nicht! Eins von beidem muss dann unechte Show sein, anzweifelnswertes 'Klischee'! Genauer gesagt: Da der Artikel-Schreiber tatsächlich gesehen hat, wie die Eltern das Kind spielerisch für ein paar Minuten auf dem Rasenmäher sitzen ließen und darauf herumfuhren, wird es zur zwingenden Schlussfolgerung, dass die Story vom Natur-Erlebnis-Kurs erlogen ist! ----- Das schreibt jemand bzw. deutet diese Richtung jedenfalls an, der dieser Familie zum ersten Mal im Leben begegnet, für ein paar Stunden, und dem die Familie beides (Rasenmäher-Spiel und Natur-Erlebnis-Kurs) in aller Unschuld als nebeneinander in der Woche geschehene Ereignisse darstellte! Kann also nur verlogen sein, was die sagen; offensichtlich!...
Und von dieser Sicht rückt der Artikel-Autor auch nicht ab bzw. lässt sich nicht irritieren dadurch, dass er all seine 'Munition' für den Vorwurf unechten Klischee-Verhaltens ja nicht irgendwie unabhängig recherchiert hat (nicht irgendwie mal hinterm Busch saß und die Familie heimlich beobachtete) – sondern von der Familie selbst erzählt oder vor Augen gestellt bekommen hat, in völlig 'unvorsichtiger' Offenheit, ohne Verstellung oder Verheimlichung seitens dieser Leute: Sie fahren ganz unschuldig unbefangen ihr Kind die paar Minuten auf dem Rasenmäher herum... Und der Vater erzählt ganz offen über seinen Umgang mit der ersten 'Fischfang-Lektion' für seinen Sohn: Dass es gelegentlich auch schon ein echter Bestandteil seines jahrelangen Natur-Lebens war, mit anderen Leuten zusammen Fische zu fangen, zuzubereiten und zu essen. Möglichst selten allerdings, weil er Töten und Verzehren von Tieren zugunsten vegetarischer Ernährung möglichst vermeiden will (auch das nicht ganz ohne geschmacks-bedingte Schwächen...), und weil er auch auf Konflikte mit Angel-Gesetzen etc. möglichst verzichten möchte, zumal er keinen Angelschein oder andere behördliche Genehmigungen habe. Dass aber andererseits, wenn es für unabhängige Ernährung aus der Natur nötig sei, weil man vielleicht mal nicht genug anderes habe, solches Fische-Fangen zum 'Natur-Training' u.a. auch mit dazu gehöre (er selbst sich in so einem Notfalle dann auch nicht durch Gesellschafts-Forderungen wie 'Angel-Schein' oder ähnliches davon abhalten lassen würde), und er daher auch sein 2-jähriges Kind langsam und spielerisch da heranführen möchte, auch nun während der 2 Tage, wo er mit dem Kind einen kleinen 'Natur-Erlebnis-Kurs' gemacht hat. Und dass er dabei als Anfang so eines spielerischen Heranführens des Kindes es durchaus auch für passend halten konnte, einen bereits toten Fisch mit Schnur an ein Stöckchen zu binden und mit dem Kind auf dem Schoß, das Stöckchen gemeinsam haltend, den Fisch auf und ab ins Wasser zu tauchen und wieder hoch zu ziehen... Er sagt auch direkt dazu, dass einige Zeitungs-Journalisten, die ihn z.T. schon seit ca. 10 Jahren beobachten und oft über ihn berichten (und schon vieles seeeeehr Ehrliche und Echtes gesehen haben, u.a. eine Frau, eine Mit-Schenkerin, mit Frost-Beulen in einer unbeheizten Winter-Behausung usw.), diesmal beim Natur-Erlebnis-Kurs für den Sohn (von den Zeitungen gern 'Waldmenschen-Ausbildung' genannt) den toten Fisch mitbrachten für die 'Angel-Lektion'... Äh... - das soll zu wenig echt sein und nicht passend für den Umgang mit dem Kind, übler Betrug? Soll man vor den Augen des 3-Jährigen den Fisch tothauen? Soll man das Kind übergangslos in das brutale Gemetzel eines Schlachthauses stellen, um ihm Wurst zu erklären?
Na na, wer da nach beklagenswerter Unehrlichkeit und Künstlichkeit Ausschau halten möchte, findet vielleicht doch eher was Substantielles in der Werbung, z.B. wenn auf dem Metzger-Auto ein glücklich lachendes Schwein mit Gabel im Rücken auf einem Tellerchen Würstchen überreichen möchte... Es gibt schon allerhand Scheinheiligkeit in der Gesellschaft...

Hm...
Ich kann zu alledem immer nur sagen: Ich habe immer offen und ehrlich gesagt, was ich will und mache!
DASS ICH IM KERN EIN „SCHENKER“ SEIN WILL – MIT ANDEREN MENSCHEN NUR GESCHENKE AUSTAUSCHEN WILL, FÜR EIN LEBEN IN GLOBALER LIEBE UND VERANTWORTUNG - (DESHALB JA AUCH DIE SOGENANNTE „SCHENKER(!)-BEWEGUNG“ GEGRÜNDET HABE, NICHT „WALD-“ ODER „OBDACHLOSEN-“ ODER SONSTWAS-BEWEGUNG...) – UND DASS ICH DAS AUF VERSCHIEDENE MÖGLICHE WEISEN VORLEBEN WILL, UM DEN MENSCHEN MÖGLICHST GUT GANGBARE WEGE OFFENZULEGEN!
Und ich habe mich immer bemüht, diese Absicht dann auch tatsächlich auf möglichst stimmige und substanzielle Weise in Praxis-Formen umzusetzen:
ICH SPIELE IN DER TAT NICHT NUR EINE(!) VON DEN GENANNTEN VERSCHIEDENEN ROLLEN (Wanderprediger, Sozial-Arbeiter, Waldmensch-Experimentierer, Familienleben in Haus...) SONDERN ALLE(!), UND – WIE ICH HOFFE SAGEN ZU KÖNNEN - ALLE AUCH AUSREICHEND ECHT(!), MANCHMAL GLEICHZEITIG, UND SONST IN VERSCHIEDENEN PHASEN -- WIE GESAGT, UM DEN MENSCHEN VERSCHIEDENE WEISEN (FORMEN, STUFEN, ENTWICKLUNGEN...) ZU ZEIGEN, DURCH DIE MENSCH ZU EINEM GANZHEITLICHEN LEBEN IN SCHENKENDER GLOBALER LIEBE KOMMEN KANN... --- WOBEI ICH DEN SCHENKER-KERNANSPRUCH IN ALL DEN VERSCHIEDENEN PHASEN UND FORMEN SEHR KONSEQUENT EINHALTE...

Und ich habe anderen Menschen, die zu mir kamen, auch Journalisten, immer ihre volle eigene Gewissens-Freiheit gelassen, was sie an Darstellungen daraus machen, ob ausgewogene Sach-Berichte oder 'Räuber-Geschichten' oder Veralberung oder Verriss... Ohne Honorare, ohne Bedingungen, ohne Kontrolle oder Zensur... Ich hab immer gesagt: „Ich biete euch Wahrheit (- mache auch in gestellter Form nur, was auch ungestellt real in meinem Leben vorkommt... -), und ich bitte euch um Wahrhaftigkeit – und überlasse es aber eurer eigenen Gewissens-Verantwortung... Und bin bereit, euch immer wieder eine nächste Chance zu geben...“
„Freiheit ist die Freiheit des Andersdenkenden“, wie Rosa Luxemburg sagte...

Wenn es mir geboten schien und ich die Gelegenheit dazu hatte (- was nicht in allen Umständen meines Aussteiger-Lebens so selbstverständlich ist -), dann habe ich zu fehlerhaften Berichten Gegen-Darstellungen geschrieben und sie, wenn es nicht in den betreffenden Medien zu plazieren war, dann auf eigenen Websites gepostet...

Im Moment ist der vorliegende Text ja auch wieder als eine solche Gegen-Darstellung gemeint, und zwar zum Artikel von Markus Kremser in der Sächsischen Zeitung vom 8.11.2013, und in katholisch.de vom 12.11.2013...

Er hätte es besser wissen können... Wir alle könnten vieles besser wissen... Wenn wir es wollten... Wirklich wollten...
„Klischee-Verstrickung“, oder: Wenn die Oberfläche zu gefährlich wird...
Warum für Niedrigeres leben, wenn mensch auch fürs Höchste leben kann?
Warum sich nicht die Frage stellen, ob mensch am Ende so gelebt hat, wie mensch es eigentlich gewollt hätte? Was das 'eigentlich' bedeuten kann...
Ein Leben vielleicht, mit dem mensch vor Gott und der Welt würdig dastehen kann?...
So richtig..., und nicht nur nebenbei im Leben mal 'angetickt', vielleicht...

Ich grüße das 'Natürliche (Göttliche) Licht' in allen...

Öff Öff
http://www.global-love.eu
http://www.holistic-love.net


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