Projekt Freilandstiftung Mutter Erde - zum Konzept

Befreites Land in natürlicher Wirtschafts-Ordnung
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oeff oeff
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Projekt Freilandstiftung Mutter Erde - zum Konzept

#1 Beitragvon oeff oeff » Fr 7. Mär 2014, 16:38

"Anke" schrieb am 23.12.2012:

Im Projekt "Freilandstiftung Mutter Erde" lebt Hermann seit vielen Jahren mit Pferden in der Natur. Die Ethik des liebevollen, achtsamen Umgangs mit allen Mitgeschöpfen ist dort eine tiefe Grundeinstellung. So ist beispielsweise auch das gesamte Projektgelände schlachtfreie Zone. Geografisch liegt das Projekt 50 km südlich von Bremen.

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Re: Projekt Freilandstiftung Mutter Erde - zum Konzept

#2 Beitragvon oeff oeff » Fr 7. Mär 2014, 16:38

"Anke" schrieb am 3.2.2013:

Ein Interview, das ich im Rahmen unseres letzten Aufenthaltes im Projekt "Freilandstiftung Mutter Erde" mit Hermann geführt habe, ist im Lilitopia-youtube-Kanal unter folgendem Link zu finden:

http://www.youtube.com/watch?v=66cVS7a-EyI

Liebe Grüße von

Anke

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Re: Projekt Freilandstiftung Mutter Erde - zum Konzept

#3 Beitragvon oeff oeff » Fr 7. Mär 2014, 16:39

"oeff oeff" schrieb am 6.2.2013:

Und als Anke, Aljoscha und ich in der Weihnachts-Zeit 2012/2013 mal wieder bei Hermann zu Besuch war, haben wir uns da auch immer wieder recht intensiv geistig ausgetauscht... Über das Leben... Über Bücher von Silvio Gesell... Über die 'Anastasia-Literatur'... Hermann und ich haben gemeinsam den 'Gandhi-Film' von Attenborough angesehen...

U.a. ist dabei ein Text heraus gekommen, den ich über die Frage schrieb, was "Natürliche Wirtschafts-Ordnung" bedeuten kann:




Was kann „natürliche Wirtschafts-Ordnung“ bedeuten?

Was haben wir, was wir nicht geschenkt bekommen haben? Unser Leben, Mutter Erde, die Mit-Menschen, unsere Intelligenz, unsere Talente, unsere Arbeits-Kraft, die natürlichen Ressourcen...
In der Natur (und auch bei „Natur-Menschen“) gibt es kein „Geld“, keine „Zinsen“ usw...
Alles ist im Fluß des Lebendigen, für einen passenden Ausgleich zwischen den Einzel-Wesen, so daß es dem Gesamt-Zusammenhang der Natur dient bzw. deren wesentliche Kreisläufe, Gleich-Gewichte und Prozesse aufrecht erhalten werden können...
„(Ganzheitliche) Evolution“ zur Entfaltung des „kosmischen Wesens“ (in jedem und im Ganzen) kann darin als Ziel-Maßstab entdeckt werden, auf den die Instinkt- oder Geistes-Steuerung der Lebewesen hin-zielen kann, durch „Vererbung von Anlagen“, „natürliche Selektion“, „Lern-Vorgänge“ usw. ... Und natürlich ist das auch im Sinne eines „höchsten Plans des Ganzen bzw. des Schöpfers“, wenn es so etwas gibt...
(Aber auch ohne einen solchen „höchsten Plan“ ist es wohl das Beste, dem Leben bzw. der Natur so viel zu helfen und zu dienen, wie es geht. Darin liegt auch unmittelbar die höchste, erfüllendste Lebens-Freude...)



Unter „Natur“ ist wohl der große Lebens-Zusammenhang zu verstehen, in dem wir Menschen eine biologische Art von Lebewesen unter vielen anderen darstellen. Man kann dabei verschiedene Begriffe bzw. Bezeichnungen für die „Natur“ verwenden: „Bio-Kosmos“, „Mutter Erde“, „Gaia“, das „Welt-Biotop“ usw...

Wenn es darum geht, Entscheidungen zu treffen, ist es für uns Menschen als „denk-fähige Wesen“ wohl gut bzw. verantwortlich, danach zu gehen, was aus schlüssigen Gründen am sinnvollsten erscheint (für den Einzelnen, die Gemeinschaft, und – gerade bei Vertretern „natürlicher Wirtschafts-Ordnung“ - natürlich auch für die Natur bzw. das Leben insgesamt)...
Auf solche Weise können wir versuchen, so gut wie möglich in Vernunft und Liebe zum Ganzen zu handeln... (Wozu unter anderem wohl gehört, was man als „organisches Denken“ bezeichnen kann, “immer - so gut wir können - auf die jeweils wichtigste Frage die best-begründbare Antwort zu suchen“ usw. ...)


Natürlich haben wir Menschen in unserer Freiheit auch die Möglichkeit, uns statt nach Gründen und Sinn nach ganz anderen Maßstäben zu richten: Wir können aus Gier und anderen Motiven in unvernünftiger Weise uns selbst, einander und der Natur gezielt Schaden zufügen... Oder wir können bei einer Entscheidung irgendwelche 'blinden Mechanismen' anwenden wie das „Münzen-Hochwerfen“ usw...

Wenn wir uns (z.B. in einer Familie, einem Freundes-Kreis, oder auch einem Stamm von Früh- oder Natur-Menschen) hinsetzen und gemeinsam nachdenken, was vernünftig und für alle gut ist, dann ist das schon eine anspruchs-volle, große Aufgabe, es gut hin zu bekommen! Wenn wir aber auf solches vernünftige gemeinsame Nachdenken verzichten oder es durch irgend-etwas anderes - was auch immer - ersetzen, dann können wir wohl sofort schon voraus-setzen, daß es zu schlimmen Fehl-Entscheidungen und Fehl-Entwicklungen führen wird ...

Ein möglicher Ersatz für (gemeinsames) vernünftiges Sinn-Überlegen ist es auch, sich nach „Geld“ zu richten. Geld-Abrechnen ist etwas sehr anderes, als Sinn-Argumente zu prüfen...
Drei genauere Erklärungen dazu:

1. Das, was (am meisten) Geld bringt, ist nicht gleich-zu-setzen mit dem, was vernünftig und im Ganzen gut ist. In egoistischer bzw. „bruchstück-hafter" Weise zu schauen bzw. „abzurechnen“, was in einem begrenzten Sicht-Feld einen Vergeltungs-Ausgleich darstellt (wofür das Geld in seiner Funktion als „Tausch-Mittel“ dient), kann dem Fluß des auf ganze Sicht Guten sehr hinderlich oder gegensätzlich sein.
Einige Beispiele: Wir alle kennen„gute Taten"bzw. „ehrenamtliches Engagement"(„Volunteering"), wozu Menschen sich einfach bereit finden, ohne danach zu schauen, Geld oder andere äußere Vergeltung dafür zu bekommen. Sie tun es einfach „um der Sache willen“ oder "um ihrer Selbst-Verwirklichung im Dienst am Allgemein-Wohl willen“. Es wäre natürlich schade, wenn sie sich durch den Blick darauf, etwas zurück bekommen zu wollen, dabei behindern oder davon abbringen lassen würden... Einige andere, extremere, aber sehr deutliche Beispiele: Im menschlichen Körper könnten die „weißen Blut-Körperchen“ nicht bereit sein, im Kampf gegen Krankheits-Erreger mit diesen gemeinsam abzusterben, wenn sie gemäß einer Logik wie beim Geld auf äußeres Abrechnen von Gegen-Leistung aus wären. Ebenso könnte eine Mutter erforderlichenfalls nicht für ihr Kind ihr Leben geben. Und Christus hätte sein Leben nicht am Kreuz hingeben können als Zeichen, daß für höchste Werte wie die (göttlich-)schöpferische Liebe zu Mensch und Welt NICHTS (außer natürlich der Seelen-Freude und -Erfüllung durch solche liebende Hingabe...) als Gegen-Leistung gefordert werden darf, nicht einmal die Erhaltung des eigenen Lebens -- eine radikal-freiheitliche Einstellung, wodurch der Mensch sich sogar 'vom Tod befreien kann' bzw. davon, durch die Angst vor dem Tod bestimmt zu werden, oder von irgendeiner anderen inneren und äußeren Fremd-Bestimmung beherrscht zu werden...
2. Nach vorherrschender Auffassung, auch in den Wissenschaften, hat sich das Tauschen bzw. der Handel mit Geld einfach nach „Angebot und Nachfrage“ zu richten, im Rahmen eines sehr unpersönlich verstandenen „Marktes", und ohne daß weiter-gehende Sinn- und Moral-Maßstäbe oder persönliche Bezüge unter den Menschen (entscheidend) mit zu berücksichtigen wären... „Angebot und Nachfrage“ ist aber etwas ganz anderes als „Notwendigkeit und Anständigkeit (‚was sich gehört‘)“! Es kann sein, daß die biologisch angebauten Karotten des einen Menschen, der sich auf den Geld-Handel einläßt, dann von einem anderen gekauft werden, dessen Geld durch Verkauf von Chemie-Waffen ‚verdient‘ wurde, während gleichzeitig in einem armen Land ein verhungerndes Kind vor gefüllten Lebens-Mittel-Geschäften steht und stirbt, weil es kein Geld bzw. nicht die geforderte „Kauf-Kraft“ aufbringt... Im Unterschied dazu, direkt selbst absichtlich Unrecht zu tun, stimmt man bei solchem Geld-Handel also sozusagen zu, daß ein „Vorhang“ vor die Fragen nach Sinn und Moral gezogen wird, hinter dem „alles Mögliche“, auch an Unrecht, passieren kann bzw. auf solche Weise gefördert wird...
3. Das Geld ist ein Tausch-Mittel und wirkt so als Werkzeug für das „Tauschen nach Leistungs-Prinzip“. Jeder bekommt dabei, „was er verdient“, der Starke mehr als der Schwache. Wie bei jedem „Tauschen nach Leistungs-Prinzip“ (- mit oder ohne Geld, auch bei Naturalien-Tausch-Handel -) geht dabei zwangsläufig die „Schere zwischen Arm und Reich“ auseinander: In der ‚zweiten Runde‘ ist der Starke gegenüber dem Schwachen noch stärker geworden als in der ‚ersten Runde‘ und bekommt deshalb nochmal stärker mehr als dieser usw. ... Als Gegensatz dazu kann man sich das gemeinsame Planen in einer guten Familie vor Augen halten, wo sich alle miteinander als lebendige Einheit identifizieren („ein Fleisch und Blut“, die geliebte Frau als das „Herz“ des Mannes, das Kind als sein „Aug-Apfel“ usw...), und wo sie gemeinsam liebevoll planen, wie es allen gleich gut gehen kann, nach dem Motto: „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen...“ Christus rief uns auf, uns mit jedem Menschen so als Bruder oder Schwester zu identifizieren...

Natürlich gibt es massive Lobby-Zusammenhänge, die von den „sinn- und moral-befreiten“ Mechanismen des Geldes profitieren. Einige reiche und mächtige Gruppen mit klarem Bewußtsein und Absicht. Und andererseits aber auch viele „kleine Leute“, die meinen, daß sie auf solche Weise leichter „tun können, was ihnen gefällt“, ohne zu sehr durch „Verantwortungs-Bedenkerei“ behindert zu werden... (Und die dabei oft gar nicht richtig begreifen, durch wieviele un-durchschaute Geld-Mechanismen sie zu den Ausgebeuteten gehören, statt Vorteile zu haben...)

Neben der beschriebenen Grund-Ungerechtigkeit bzw. Verantwortungslosigkeit, die im Geld liegt, wurden noch manche Zusatz-Mechanismen geschaffen, die weitere Verantwortungslosigkeiten hinzu bringen:
1. Das „Ein-Saugen“ auch grundlegendster, den Menschen von Natur aus GESCHENKTER Lebens-Grundlagen ins Geld-System bzw. in Geld-Abhängigkeit! Daß Grund und Boden dem Menschen nicht mehr einfach im Sinne des „natürlichen Anteils-Rechtes eines Natur-Lebewesens an den natürlichen Lebens-Grundlagen bzw. an Mutter Erde“ zur Verfügung stehen, sondern zu „(Privat-)Eigentum“ erklärt wurden und von Bezahlung abhängig gemacht werden...
Dieses „Ein-Saugen“ der Natur in den Geld-Handel kann man auch bei Einzel-Aspekten betrachten, z.B. daß immer mehr neben anderen Natur-Ressourcen, wo es schon seit langem so ist (Metalle, Öl usw.) sogar Wasser, Saatgut, saubere Luft, nicht zu krebs-erregende Sonne usw. zunehmend kommerzialisiert werden (es sich nicht mehr jeder in gesunder Weise leisten kann...), und daß Patente auf Lebewesen möglich werden, und auch Lebewesen in Verbindung mit Gen-Technik zu käuflicher Ware gemacht werden usw...
2. Die geschickte Weiter-Entwicklung des Geldes aus einem Tausch-Mittel zu einem immer vorteilhafteren Werkzeug für Bereicherung und Reichtums-Horterei! Das Geld (in früheren Zeiten Gold, welches für Geld verwendet wurde, aber auch allgemein Münzen und Geld-Scheine und als modernstes Geld reine Zahlen, die elektronisch verwaltet werden, ohne daß noch Gold-Reserven oder Münzen und Scheine, und auch keine realen Wirtschafts-Werte, Güter oder Arbeits-Kräfte, dafür als Gegen-Werte existieren -- also sozusagen reine „Seifen-Blasen-Geld-Zahlen“...), solches Geld ist so flexibel einsetzbar (umtauschbar in alle möglichen Güter und Arbeits-Leistungen), es ist so schön konzentriert („Flugzeuge passen in die Brief-Tasche...“), und es ist so gut haltbar („fault nicht und rostet nicht...") und so leicht behandelbar (die elektronischen Zahlen lassen sich per Computer-Click hin und her schieben usw...), daß die Gefahr groß ist, daß solches Geld aus einem bloßen Werkzeug für den Tausch anderer Güter und Arbeits-Leistungen selbst zum wertvollsten Gut (im Extrem-Fall sogar zum Selbst-Zweck, Sucht-Mittel oder Götzen!) wird, wo alle anderen Güter nicht mehr mit-halten können...
3. Diese günstigen Geld-Eigenschaften lassen sich leicht für Macht- und Besitz-Interessen, Herrschaft, Manipulation, Unterdrückung und Ausbeutung ‚aus-schlachten‘! Je mehr die Geld-Herstellung, Geld-Verteilung und Geld-Wert-Beeinflussung der gemeinsamen Kontrolle und Gestaltung zum Wohle aller entzogen wird, desto schlimmer! Die Geschichte des „Dämons Kratie“ aus der "Anastasia-Literatur" (- der Dämon verwendet Geld als Gewalt-Ersatz zur Herrschafts- und Ausbeutungs-Erleichterung...) ist schon sehr viel-sagend... Am einfachsten ist es (a) für die Geld-Ausnutzer natürlich, wenn sie das Geld einfach in beliebiger Menge herstellen bzw. erschaffen können: So daß statt einer stabilen, fair zur Verfügung gestellten Geld-Menge als Äquivalent zur jeweils in der Gesellschaft vorhandenen Menge an tauschbaren Gütern und Arbeiten (was natürlich als Äquivalent die sinnvolle Bezugs-Größe wäre, statt - wie früher - z.B. in staatlichen Tresoren gelagerte Gold-Mengen als Wert-Äquivalent usw.) man sich beliebig Geld „aus dem Nichts“ erschaffen kann! Man stelle sich vor, man könnte sich einfach mehr Geld drucken..., oder man hat einen Euro in der Tasche, und könnte einfach sagen, das seien hundert Euro - oder man könnte, weil man einen Euro hat, einem anderen Menschen hundert Euro verleihen! Die Geld-Erschaffung in unserer modernen Gesellschaft geschieht in hohem Grade so, durch private Banken... Und wenn durch das viele Geld, was so 'auf-wuchert', der Wert des Geldes als Tausch-Mittel sinken mag, weil gar nicht so viele Güter oder Tausch-Möglichkeiten da sind ("Inflation") - was macht es schon aus? Das Geld ist für alle weniger wert, aber man selbst (jeder Privilegierte, der das Geld machen darf) ist dabei derjenige, der sich die dicken Geld-Schein-Bündel in die Taschen steckt... Oder - um eine andere Mißbrauchs-Möglichkeit des Geldes zu beschreiben (b) - man stelle sich vor, daß man, wenn man viel Geld angesammelt hat, dieses Geld beiseite hortet (- es ist ja gut haltbar... -) und den Tausch-Vorgängen der Gesellschaft entzieht bzw. es für die Menschen, die tauschen wollen, knapp macht! Das erhöht den Wert des Geldes in der Gesellschaft, man kann viel fordern (z.B. hohe Zinsen), um sein Geld wieder zur Verfügung zu stellen, kann Druck ausüben, Nöte und Unruhen hervor-rufen usw... Als eine dritte Möglichkeit des Mißbrauchs mit dem Geld (c) kann man das Vergeben von Krediten bzw. Schuld-Scheinen für Zins (und Zinses-Zins) nennen. Während man über recht geringe Zinsen vielleicht noch diskutieren könnte, muß man ansonsten, auch in unserer derzeitigen gesellschaftlichen Wirklichkeit, in der Zins-Praxis eine hochgradig ausbeuterische Quelle 'leistungslosen Einkommens' sehen, wodurch der Fluß von Arm zu Reich stark hoch-geschraubt wird und der Geld-Wirtschaft ein exponentielles Wachstum abverlangt wird, welches jegliche lebendigen Prozesse und insgesamt die begrenzten Möglichkeiten unserer Mutter Erde zum Zerplatzen zu bringen droht... Außer den genannten wichtigen Mißbrauchs-Möglichkeiten des Geldes sei (d) auch noch die Geld-Vermehrung durch das Glücks-Spiel der Börsen-Spekulation genannt, wo man auf Erfolge oder Miß-Erfolge von Aktien wettet, gemäß dem amoralischen Leistungs-Prinzip derartiger Märkte sich mit solchen zweifelhaften '(Wett-)Leistungen' viel Geld verdienen kann und die Menge des elektronischen "Seifen-Blasen-Geldes" in unglaubliche Höhen hoch-treibt...

Immer wieder gab es in der Geschichte der Menschheit Mahner gegen die mit dem Geld verbundene Verantwortungslosigkeit und die Formen des Mißbrauchs.
Wenn z.B. die Reform-Ideen fürs Geld-System, welche Silvio Gesell (in seiner Anfangs-Zeit) entwickelt hat (die sogenannte ‘Freiwirtschafts-Lehre’), umgesetzt würden (angemessene Verfügbarkeit des Bodens für alle Menschen; 'vergängliches Geld', welches stabil und fair in passender Menge zur jeweils in der Gesellschaft vorhandenen Menge an tauschbaren Gütern und Arbeiten zur Verfügung gestellt würde, als reines, möglichst fließendes Tausch-Mittel...), dann würde es wohl schon Einiges an Entschärfung und Fortschritt in Richtung zu einer "natürlichen bzw. (natur-)verantwortlichen Wirtschafts-Ordnung" bringen können...

Gesell dachte sehr sozial und wollte die Klassen-Gesellschaft aufheben. In der Zukunfts-Gesellschaft „darf es keine Proletarier geben“. Er sah die menschliche Arbeit als Quelle von Wohlstand und Werten: „Die Arbeit ist die einzige Waffe des gesitteten Menschen in seinem 'Kampfe ums Dasein'.“ „Nur wo man arbeitet und soweit man arbeitet, entwickelt sich Leben, Liebe, Freiheit, Stolz und Mut.“ „Gemeinsinn und Opferfreudigkeit gedeihen dort am besten, wo mit Erfolg gearbeitet wird.“ Die Motivierbarkeit des Menschen jedoch ist eine schwierige Angelegenheit. Gesell dazu: „Wer … die Magenfrage, die heutige soziale Frage lösen will, der darf nicht vergessen, daß die Lösung nicht auf Kosten der Freiheit, der unbändigen Freiheit und Unabhängigkeit des Menschen stattfinden darf, denn damit fordert er den Kampf zwischen Magen und Geist heraus, einen Kampf, in dem der Geist, das Edelste des Menschen, erliegen muß.“ Obwohl Gesell auch wußte: „Eigennutz darf nicht mit Selbstsucht verwechselt werden. Der Kurzsichtige ist selbstsüchtig, der Weitsichtige wird in der Regel bald einsehen, daß im Gedeihen des Ganzen der eigene Nutz am besten verankert ist.“, geht ein Teil seiner Konzept-Entwicklung stark dahin, daß „man in wirtschaftlichen Dingen nie Altruismus voraussetzen dürfe“. „Welche Frau würde für sich den häßlichen Hut auswählen, damit für ihre Nachbarin der hübsche übrig bliebe? Das Umgekehrte ist die Regel. Das hat mit dem Kapitalismus nichts zu tun. Das kommt aus unserem Herzen.“ „Irgendwo in einem Märchen heißt es, daß die größte Strafe, die dem Menschen auferlegt werden kann, die ist, ihn in eine Gesellschaft von Hilfsbedürftigen zu bringen, die die Hände nach ihm ringen, und denen er nicht helfen kann. In diese schreckliche Lage bringen wir uns aber gegenseitig, wenn wir die Wirtschaft anders als auf den Eigennutz aufbauen, wenn nicht jeder über den eigenen Arbeitsertrag nach freiem Ermessen verfügen kann.“ Obwohl die im Märchen beschriebene Hilfs-Willigkeit des Menschen – wie mir, Öff Öff, scheint - auch die Frage aufwerfen könnte, warum dann nicht gleich auch gemeinsame menschheits-familiäre Planung möglich wäre, versteht Gesell an solchen Stellen „Eigennutz“ eher als „Ausdruck des naturgegebenen Selbsterhaltungstriebes“ und ziemlich selbst-bezogener Motive: „Vor den Pflug, der den steinigen schweren Boden aufreißen soll, spannen wir nicht die allgemeine Gleichheit und Brüderlichkeit. Der Pflug würde dort ganz bestimmt stecken bleiben, und der Acker bliebe brach. Dem Sinn für Eigentum, für persönliche Unabhängigkeit legen wir das schwere Joch der Arbeit auf, geben ihm als Vorspann noch den persönlichen Ehrgeiz, und so, mit diesem Dreigespann gelingt es, den Acker für die Ernte vorzubereiten und die Märkte des Landes zum Wohle aller mit Gütern zu überschwemmen.“ Man „müsse die Wirtschaft so organisieren, daß der Nutzen des einzelnen ein der Gemeinschaft nützliches Handeln erzwingt.“ So betrachtet, erscheint dann das Geld als unverzichtbar, und manipulative Beiseite-Schaffung und Verknappung dieses Tausch-Mittels durch die Kapitalisten als Wurzel der Ausbeutung und Krisen: „Das Geld hob die Menschheit aus der Barbarei und stieß sie durch sein Schwinden wieder in die Barbarei zurück.“ Deshalb müsse ein „Angebotszwang“ für das Geld bzw. seinen flüssigen Umlauf geschaffen werden: „ 'ROSTENDE BANKNOTEN', ein Geld, das in sich selbst, wie die Ware und die Arbeitskraft, den Angebotszwang trägt. Und dieses neue Geld – Gesell nennt es später 'Freigeld', weil es vom Zins befreit ist – muß der Wirtschaft immer in dem Maße zugeführt werden, daß die gesamte Gütererzeugung zu durchschnittlich stabilen Preisen reibungslos vom Produzent zum Konsument gelangen kann. Dadurch wäre gleichzeitig das Postulat der 'festen Kaufkraft des Geldes' verwirklicht.“ Man mag sich die konkrete Form, wie durch Vergänglichkeit des Geldes Angebots-Zwang erzeugt werden kann, vielleicht verschieden vorstellen können. Ein langjähriger, originell mit-denkender 'Freiwirt’ z.B. kann sich als eine recht einfache Variante, die auch größtmöglichen Raum für 'Planung von unten' enthielte (freien Umgang des Einzelnen mit Geld, welches er erhält...), vorstellen, daß eine Inflation, bei welcher die Erhöhung der Geld-Menge ausschließlich durch Erhöhungen der Löhne und Renten hervor-gerufen würde, ausreichen könnte... Auf diese Weise gäbe es keine Formen der Geld-Mengen-Erhöhung an den arbeitenden Menschen vorbei... Und diejenigen, welche Geld beiseite horten würden bzw. dem Umlauf entzögen, würden durch den Verfall des Geld-Wertes eine Verringerung ihres Vermögens erleben... Die Idee einer ‘Planung von unten’ kann man sich dabei auch so vorstellen, daß die Menschen statt einer sozusagen ‘ungezielten’ Ansammlung von Geld, um dann damit auf unklare Weise ‘irgendwann irgendetwas’ zu kaufen, sich recht direkt überlegen können, für welche größeren Anschaffungen sie Geld an-sammeln möchten (z.B. für ein Haus), und die dafür Stück für Stück frei-gestellten bzw. gesparten Geld-Summen auch jeweils gleich, sozusagen 'häppchen-weise’, an die Stelle der Verwendung (hier die Handwerks-Unternehmen, die am Haus bauen) geben können - so daß für solche Zwecke keine Anhortung größerer Geld-Mengen erforderlich ist... Solche ‘Planung von unten’ wäre insbesondere etwas ganz anderes als die Ansammlung großer Geld-Mengen in den Händen von Staats-Oberen, die von oben Planungen für die Entwicklung der Wirtschaft bzw. der gesamten Gesellschaft festlegen würden... Um bei solchen Inflations-Systemen keine ‘Zahlen-Ungeheuer’ entstehen zu lassen, könnte man in gewissen zeitlichen Abständen immer wieder verfügen, daß tausend Taler auf den Wert von zehn Talern zurück-gesetzt werden... Usw...
Jedenfalls kann man ziemlich davon ausgehen, daß allein das Grund-Konzept einer „Geldversorgung nach vernünftigeren Grundsätzen“, welche das Geld als Werkzeug für Ausbeutung und Reichtums-Horterei unmöglich machen soll, schon dazu führen wird, daß das derzeitige Wirtschafts-System in hohem Grade mit Allergie, Verdrängung, Tot-Schweigen oder Verspottung darauf reagieren wird... Das ist ein sehr tabuisierter Punkt...

Am Ende jedoch wird es statt bloßer Geld-Reformen - wie auch Silvio Gesell im Laufe seines Lebens bzw. seiner Theorie-Entwicklung erkannt haben mag - aber wohl auf die am Anfang dieser Thesen-Sammlung schon angedeutete, zu Ende gedachte Form "natürlicher Wirtschafts-Ordnung" hinaus laufen müssen, die ohne Staat und Geld auskommt: 'Freie Erde für freie teilende Menschen!', wie ich, Öff Öff, es am liebsten ausdrücke. Denn am Ende bleibt wohl jeder System-Ansatz unbefriedigend, der einen so sehr von eigen-nützigen Motiven geleiteten Menschen annimmt, daß ein solcher Mensch durch Vergeltungs- und Konkurrenz-Mechanismen zur – von ihm eigentlich ungewollten - Wirkung fürs Gemeinwohl gezwungen werden muß. Unaufhaltsam wird der Drang, sich ein System vorzustellen, wo von der Motivation des Einzelnen bis zu den sozialen Strukturen die Freiheit und Freiwilligkeit sich mit dem Streben nach dem Wohl des Ganzen und Geschwisterlichkeit 'organisch' vereint – als klar erkanntes tiefstes ('göttliches') Seelen-Motiv des Menschen und höchster bzw. eigentlicher „Eigennutz“... Ein Sich-Identifizieren in 'ganzheitlicher Liebe' mit Mensch und Schöpfung, wie es bekanntermaßen auch die Grund-Botschaft des Christentums ist...
Gesell spricht dem-gegenüber die Grund-Problematik des Geldes an sich z.T. auch deutlich an: „Der Zerfall der Völker ist so alt wie die Kultur. Er ist ihr unzertrennlicher Begleiter. Sobald ein Volk zur Geldwirtschaft übergeht, die die Arbeitsteilung ermöglicht und ausgestaltet, setzt auch der Zerfall des Volkes in Genießer und mühselig Beladene ein.“ Einschränkend ist dazu gewiß zu sagen, daß in gewissem Maße Arbeits-Teilung auch in Nicht-Geld-Gesellschaften möglich ist, gerade in der überschaubaren Planung von Familien, Sippen oder Stämmen. Aber es stimmt schon, daß das Ausmaß und die Form der 'Geld-Arbeitsteilung' sich mit der Aufspaltung zwischen Arm und Reich logisch verbindet... Manche sich religiös ausdrückende Menschen nennen das Geld daher auch das „Handwerks-Zeug des Teufels“... Und es ist gewiß eine fein zu bedenkende Frage, ab welchem Grad uns solche Spaltungen wie Arbeits-Teilung oder auch die Technik als Spaltung zwischen Mensch und Natur zu sehr gefährden oder entfremden, so daß wir es aus Verantwortungs-Gründen lieber lassen sollten... (Zur 'Technik-Frage' ist es auch sehr gedanken-anregend, sich die „Anastasia-Literatur“ anzuschauen, egal ob die darin beschriebene „Anastasia-Gestalt“ Wirklichkeit oder Märchen sein mag...)
Gesell beklagt übrigens auch schon bzgl. der Gefahr, daß 'Geld regiert die Welt' wahr werden kann: „Die Regierung ist heute ein Spielball in den Händen der Bankiers; wendet euch an die Bankiers!“
1927 schrieb Gesell sein "übermütigstes und radikalstes Buch" unter dem Titel "Der abgebaute Staat", worin er "als letzte Konsequenz wirtschaftlicher Reformen die staatenlose Gemeinschaft freier Menschen propagiert". Und an mehreren Stellen seiner Schriften hat er sehr eindringlich betont, daß Freiheit nicht in Widerspruch, sondern zu höchster Erfüllung von sozialer Verantwortung gemeint sein soll:
"Über allen Gesetzen, über dem Staat mit seinen provisorischen Interessen steht der nach dem Kompaß des Gewissens handelnde Mensch. Weg mit den Gesetzen, die dem Menschen nicht gestatten, sich als Mensch zu gebärden!" "Dem Gewissen, dem gebieterischen inneren Drang gegenüber versagen schulmeisterliche Erziehungsmittel." "Folge dem Pfade der Lebensfreude, Du wirst es nie bereuen. Und je echter die Freuden sind, die Du Dir aussuchst, um so größer wird auch die Freude sein. Und habe keine Bange, daß Du fehl gehst. Die Folgen Deiner Fehltritte werden durch Schmerz Dich wieder auf den richtigen Weg stoßen." "Der Mensch soll sein, nicht scheinen. Er muß immer erhobenen Hauptes durchs Leben gehen können und stets die lautere Wahrheit sagen dürfen, ohne daß ihm daraus Ungemach und Schaden erwachse. Die Wahrhaftigkeit soll kein Vorrecht der Helden bleiben." "In der Regel liefen die Mittel der Propheten darauf hinaus, vom Menschen eine 'Besserung' seiner Natur zu fordern. Man stellte an ihn sogenannte 'moralische' Forderungen. Damit begann die Herrschaft der Pfuscher. Jeder hielt sich für berufen, dem Menschen Vorschriften zu machen. Der Staat, die Kirche, die Philosophen überschütteten die armen Menschen mit tausend Gesetzen. Du mußt, Du sollst. Dies ist erlaubt, das ist verboten. So entstand denn der unsichere Tropf, das linkische Wesen, dem man auf tausend Schritte ansieht, daß er nicht sich selbst, sondern fremden Wesen gehorcht." "Wir empfinden zwar in zahllosen Fällen die vom Staat sanktionierten Ehen, denen nichts Gutes entspringen kann, als unmoralisch, aber da der Staat nichts dagegen einwendet, so muß es sich wohl um eine Täuschung handeln. Wir Bürger mit beschränktem Untertanenverstande verstehen das eben nicht. Das in solchen Empfindungen sich kundgebende Verantwortungsgefühl ist durch die Einmischung des Staates verloren gegangen, wie ja überhaupt bei allen Menschen, denen ein Vormund bestellt wird, das Verantwortungsgefühl verkümmert." „Mit Menschen, die komplizierte Organisationen und Führer brauchen, kann man weder eine Gesellschaftsordnung umstoßen noch eine neue errichten.“ „Immer ist die Ordnung, die wir uns geben, eine Tat, und zwar eine bewußte und gewollte Tat.“ „Wie ist es möglich, so fragt man sich verwirrt, daß einzelne Männer den Boden wie eine gemeine Ware kaufen und verkaufen, den Boden, auf den die Menschheit angewiesen ist wie auf die Luft und das Wasser? Wie ist es möglich, daß der Besitzlose eine so ungeheure Anmaßung, die ihn geradezu entwurzelt und entwürdigt, auch nur 24 Stunden duldet? Und dennoch steht der Zaunpfahl!“ „Die ganze Erdkugel, so wie sie da im prächtigen Flug um die Sonne kreist, ist ein Teil, ein Organ des Menschen, jedes einzelnen Menschen. Dürfen wir nun gestatten, daß einzelne Menschen Teile dieser Erde, Teile von uns selbst, als ausschließliches und ausschließendes Eigentum in Beschlag nehmen, Zäune errichten und mit Hunden und abgerichteten Sklaven uns von Teilen der Erde abhalten, uns ganze Glieder vom Leibe reißen? Bedeutet ein solches Vorgehen nicht dasselbe wie eine Verstümmelung von uns selbst?“ „Alle Menschen, jeder einzelne Mensch, hat auf den Boden, auf den ganzen Erdball die gleichen, unveräußerlichen Rechte, und jede Einschränkung dieses Urrechts bedeutet Gewalt, bedeutet Krieg. Darum wiederhole ich: will man den Völkerfrieden, so muß dieser ersten Forderung genügt werden, allen Menschen, restlos allen Menschen gehört die Erde, und weg mit dem Massenrecht, weg mit der Staatshoheit, die dieses Urrecht antastet!“ „Das bis heute den sogenannten Völkern, den Massen und ihren Staaten zugestandene unbeschränkte Hoheitsrecht über den Boden und seine Schätze bildet das Pulverfaß der Kriege, und die Zündkapsel dazu liefert der verderbte Geist, den der auf dem Privatgrundbesitz sich aufbauende Klassenstaat von jeher gezüchtet hat und immer weiter züchten muß.“ „Mit der Rasse, Sprache, Religion, Staatsverfassung usw. hat man noch niemals einen Staat vom andern trennen können. Das Leben webt diese Trennungszeichen immer wieder zu, wie die Wunde einer Baumrinde durch Überwallung vernarbt und verschwindet. Aber die durch den Zoll geschaffene, klaffende Grenze, die allein vernarbt nicht. Die Wunde, die hier der Menschheit geschlagen wurde, die eitert ewig fort...“ „Sobald nicht jedem das Ganze, die ganze Erdkugel als Tummelplatz gesichert ist, beginnt auch der Kampf um die dann immer zu kurze Decke.“ „Um … die ganze Welt zu 'erobern', braucht Deutschland nur bei sich vorbildliche Zustände zu schaffen, die soziale Frage zu lösen. Jedes Land, das die deutschen Gesetze abschreibt, gliedert sich damit dem deutschen Reich an.“ „ Demokratie wird Plutokratie sein und bleiben, bis wir die wirtschaftlichen Grundlagen für eine wahre Demokratie geschaffen haben. Und alle Revolutionen und Putsche werden nichts daran ändern können. Denn auch noch die Revolution steckt derjenige in den Sack, der Geld hat, der mehr Geld hat als die andern. Mit bestechlichen Menschen kann man keine Revolution zum siegreichen Ende führen. Und bestechlich sind alle, die hungrig sind, die die Kostbarkeiten dieser Erde immer nur von außen betrachtet haben und nie durch praktische Erfahrung zur Erkenntnis der inneren Hohlheit dieser Schätze kommen konnten.“ „Dem Herrn nahm man von vornherein das Zeichen der Herrschaft, die Knute, indem man den Herrn aus den eigenen Reihen wählte. Das ist alles. Es ist dasselbe, wie wenn der Lehrer den Knaben, den er züchtigen will, ausschickt, die Rute auszusuchen.“ „Sicher ist: Wer durch die Politik und nur allein durch sie zur Macht gelangen will, der muß auf alles verzichten, was der Majorität nicht erreichbar ist. Und das ist zuweilen das Beste. Wenn alles und jedes, was in den vergangenen Zeiten vorgenommen wurde, nur durch Mehrheitsbeschluß hätte unternommen werden können, dann würde ganz bestimmt die Sonne noch heute die Erde umkreisen, und Amerika wäre noch nicht entdeckt. Darum erblicke ich in jeder Erweiterung des staatlichen Machtbereichs eine schwere Gefahr.“ „Wir wissen, daß noch niemals ein Kapitalist von einem Kommunisten bestochen wurde. Aber umgekehrt ist es anders. Und das macht die Stärke der Plutokratie aus. Das ist es, was die Demokratie in Lug und Schwindel verwandelt.“ „Demokratie im Klassenstaat ist nur als Demagogie denkbar. Der Staatsbetrieb muß bis in alle Einzelheiten hinab für die Massen kontrollierbar sein. Sonst verfällt der Staat rettungslos den Demagogen.“ „Wer etwas zu sagen hat, was mehr als Parteipolitik ist, der findet dazu keine Presse im demokratischen Staat.“ "Ihr werdet schon sehen, was aus einer Demokratie wird, wenn die Majorität, wie es bei uns der Fall ist, sich von den Phrasenhelden in Staatsangelegenheiten leiten läßt. Die Demokratie ist kein billiger Basarartikel, sie kann nur dann ein Staatswesen zur Blüte bringen, wenn sich das ganze Volk der Mühe unterzieht, die Staatsangelegenheiten gründlich zu studieren. Und diese Arbeit wollen sie sich sparen; sie sitzen lieber im Wirtshaus und ziehen die alkoholische Lösung jeder gründlichen Analyse vor." „Wer sind unter den … Arbeitern die Streikbrecher, die Lohndrücker? Es sind die, die alles versaufen, die, die nicht einen Tag den Streik durchhalten, weil sie nicht für einen Tag versorgt sind.“ "In einer Wirtschaft, wo jeder seinen in Not geratenen Freund an die Versicherungsgesellschaft verweist, wo man die kranken Familienangehörigen ins Siechenhaus schickt, wo der Staat jede persönliche Hilfeleistung überflüssig macht, da müssen, scheint mir, zarte und wertvolle Triebe verkümmern." „In der Art, wie sich Vater und Mutter unterhalten, wie die Geschwister miteinander verkehren, steckt schon ein gut Teil Krieg und Friedensrüstung.“ "Wir wissen, wie roh die kapitalistische Bestie rebellischen Wissenschaftlern gegenüber aufzutreten pflegt." "Verständnis, Achtung und Menschenliebe werden uns ... allein den Frieden bringen." „Die Entwicklung des Völkerrechts nennt man Fortschritt. Das ist nicht richtig, es widerspricht der Geschichte. Zuerst war das Gewaltrecht, das Massenrecht, das sogenannte Völkerrecht. Aus ihm entwickelt sich langsam das Menschenrecht, das Recht des einzelnen Menschen. Der Fortschritt geht also vom Massenrecht zum Recht des Einzelmenschen.“ „Nicht dem, was die Menschheit von Natur eint, sondern umgekehrt dem, was die Menschheit zerreißt, verdanken die Staaten ihre Souveränität, ihre Existenz. In dem Maße, wie die Einigung fortschreitet, geht die Souveränität verloren.“ „Für aufbauende Arbeit, für das Studium wirklich grundstürzender Reformen sind die Männer (Frauen), die sich in Straßenkämpfen und auf Barrikaden durch Mut und Tapferkeit das Vertrauen der Massen erworben und die führende Macht erkämpft haben, nicht geeignet. Sie haben sich mit Gewalt an die Spitze gestellt und können nun die Gewalt nicht entbehren, wenn sie an der Spitze bleiben wollen. Und mit der Gewaltherrschaft schaffen sie ungewollt die psychologischen Vorbedingungen für die Wiederherstellung der alten, der gestürzten Ordnung.“ „Eine Wirtschaftsordnung, die sich auf altruistischen Grundlagen auswirken soll, kann sich nicht der Gewalt zu ihrer Durchführung bedienen, denn die Gewalt ist keine Schule für die altruistische Gesinnung. Wenn es schon v o r der gewaltsamen Expropriation der Expropriateure heißt, wir wären noch nicht reif für den Sozialismus, so erst recht nicht n a c h einer solchen Anwendung der Gewalt.“ "Geld und Christentum! Grundbesitz, Proletariat und christliche Brüderlichkeit! Was spricht man da vom Christentum? Was hat die heutige Gesellschaft von Räubern, Wucherern, Rentnern und Proletariern überhaupt mit dem Christentum gemein? Was hat die Herzverfettung der Schmarotzer, die Blutarmut der Proletarier mit dem Christentum zu tun?" "Wer an das Christentum wirklich glaubt, der hält es auch für möglich, der muß darum bereit sein, sich blindlings und ohne Furcht jederzeit für die Realisierung des Christentums auf Erden einzusetzen. Der 'Christ', der das nicht kann, der glaubt nicht, der ist in Wirklichkeit gar kein Christ. Er ist nichts als ein ganz gewöhnlicher getaufter Philister, für den allein dann die Knute des Diktators als Grundlage der Gesellschaftsordnung in Betracht gezogen werden dürfte." "Ohne Glauben gibt es keine Hoffnung, die uns über die trüben Tage des Lebens hinweghilft, keine Liebe, unendliche Liebe, ohne die wir rettungslos in die Brutalitäten des Militarismus, der Gewalt hineinsegeln." "Wäre die stumpfsinnige Masse aber von Natur aus stumpfsinnig, so mag, soll und wird sie der Teufel holen. Aber das ist nicht wahr, wir leugnen es und behaupten, daß die Befreiung der Völker vom ökonomischen Druck uns Wunder über Wunder wird erleben lassen. Dieser Glaube gibt uns Kraft, nicht aber etwa die Hoffnung, daß der Proletarier materiellen Genüssen mehr als bisher wird frönen können." "Die Menschheit hat keine Vorteile davon, wenn die Besten immer gekreuzigt werden. Die Hochzucht verlangt eher das umgekehrte Verfahren. Die Besten müssen gefördert werden; nur so kann man hoffen, daß die Schätze einst ausgeschüttet werden, die im Menschen schlummern - unermeßliche Schätze!" "Nur der Mensch, der an die Allmacht der Liebe, der grenzenlosen Liebe zu allen Menschen glaubt, kann sich Christ nennen." [Zitate aus SALZMANN, Friedrich: An die Überlebenden. Gedanken von Silvio Gesell. Freiheit-Verlag; Heidelberg 1948]

In unserer "Frei-Land-Stiftung Mutter Erde" sehen wir solche Gedanken wie von Gesell, insbesondere seine 'weitest-gehenden' Gedanken, auch als recht nah und verbindbar an z.B. mit den Gedanken von "Anastasia": Jeder Mensch hat in sich die Möglichkeit, seinen inneren 'Sender' auf die höchste (göttliche) Wahrheit einzustellen. Er ist nicht auf Bevormunder und zwischen-gestellte Vermittler angewiesen. Und eigentlich kann uns die Natur mit allem versorgen, auf sehr einfache und natürliche, wenn nicht gar 'natur-verschmolzene' Weise...

Und es kann vielleicht Hoffnung auch geben, daß die menschheits-geschichtliche Forschung einige Anhalts-Punkte dafür zu bieten scheint, mit Blick insbesondere auf frühzeitliche oder auch heute noch übrig gebliebene "Natur-Völker", daß diese eher weniger in Form von 'Mord-und-Totschlag-Mangel-Situation' beschreibbar sind, wegen derer sie sich über die Einführung eines modernen Wirtschafts-Systems im Sinne von "Verteilung knapper Ressourcen unter konkurrierende Interessen" freuen sollten, sondern daß sie viel mehr ziemlich in natürlichem Reichtum lebten bzw. leben, und es bei ihnen nennenswerte Formen von 'Schenk-Überfluß' bzw. 'Schenk-Wirtschaft' gab und gibt, und gemeinsames (Konsens-)Planen und Teilen in Familien, Sippen und Stämmen...
(Siehe z.B. den englischen Wikipedia-Artikel über "Gift economy"... Oder die Forschung über die Indianer...)
Es ist nicht allzu abwegig, anzunehmen, daß eine anfängliche, in hohem Maße freie teilende Lebens-Form erst aufgrund der Bildung unübersichtlicher Massen-Gesellschaften (mit anonym aufsplitternden Städten, Staaten und Märkten...) ersetzt wurde durch das direkte 'kalte' Vergeltungs-Rechnen miteinander in unpersönlich-mißtrauischer 'Markt-Atmosphäre'... Wenn ich mich mit dem anderen nicht mehr geschwisterlich eins fühle und nicht vertrauen kann, was bleibt übrig als solches 'Abrechnen'?
Aber unabhängig sogar davon, wie es in der Frühzeit war oder sich bisher entwickelt hat - wir brauchen wohl die Entwicklung "freier Erde für freie teilende Menschen" unbedingt für die Zukunft der Menschheit und der Erde... Wir standen auch ein erstes Mal auf dem Mond... Laßt uns die schöne Zukunft von Menschheit und Mutter Erde erschaffen!


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