SB - fließender Übergang zw verschiedenen System-Schritten

Methoden und Grundlagen der Schenkerbewegung
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oeff oeff
Fleißmeise
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SB - fließender Übergang zw verschiedenen System-Schritten

#1 Beitragvon oeff oeff » Di 7. Okt 2014, 18:57

Am 05.10.2014 06:48, schrieb Jürgen Wagner:
> Liebe Teilnehmer der AG "Ersatz-Währungen"!
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> Dank für unseren Austausch gestern abend am Telefon.
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> Auch wenn wir behutsam über angepasste Schritt-Größe bzgl. alternativem Engagement nachdenken wollen, und vorsichtig auf Hemmungen und Erschreckens-Möglichkeiten in den Menschen vor zu radikaler Veränderung achten wollen, ist ja die andere Seite, das Bedürfnis der Welt (und viiiiiiieler Menschen..., Kinder der Zukunft - ob diese Zukunft ähnlich wie "Star Trek" wird oder anders...) mit zu bedenken, dass sich AUSREICHEND was ändert... Vor allem an der Grund-Steuerung, so dass globale Verantwortung an die Stelle von Partikular- bzw. Splitter-Interessen treten kann... ((Und wir nicht immer weiter 'vor lauter Aufwischen von Wasser-Pfützen nicht dazu kommen, den Wasser-Hahn zuzudrehen'...))
>
> Wenn wir zur Lösung der Menschheits-Probleme unsere höchsten Fähigkeiten (das Denken, das Lieben...) klar und direkt und stärkstmöglich einsetzen (vernünftiges Schauen aufs Ganze, sich dafür gewissens-verantwortlich fühlen und entsprechend planen lernen, auch gleichberechtigt gemeinsam...), dann ist es immer noch eine schwierige Aufgabe und können wir scheitern -- wenn wir aber diese höchsten Fähigkeiten (Denken, Lieben...) nicht (bestmöglich) einsetzen, brauchen wir uns wohl nicht wundern... (Und dann rettet uns wohl auch nichts anderes, keine (Geld-)Mechanismen, egal welches System, oder sonstwas...)
>
> In diesem Sinne verstehe ich meine Empfehlung, eine 'fließende Stufen-Folge von Veränderungs-Systemen' einzurichten, die alle Schritte umfassen würde, von kleinsten Schritten (bzgl. Währungen: z.B. jetziges Geld sinnvoller ausgeben...) über Zwischen-Schritte (z.B. alternatives Geld anbieten, was aber noch fast gleich funktioniert, aber vielleicht gekoppelt ist mit sowas wie einer "Grund-Einkommens-Funktion" etc.; und dann "alternative Tauschringe und regionale Ersatzwährungen", die übers bloße Zahlen-Rechnen schon viel persönlichen Bezug und Aufeinander-Achten und Solidar-Bereitschaft mit ins Spiel bringen wollen...) bis zu 'grundsätzlich umgesteuerten' Modellen (wie z.B. "Terras" als Übergang von Vergeltungs-Tausch zu liebevollem Schenken und gemeinsamem 'menschheits-familiärem' Teilen und Planen - mit "organischer Sozial-Entwicklung" in Richtung von sowas wie "Konsens-Gemeinschaften globalen Teilens" und "globaler Konsens-Demokratie(Demogratie)"...)...
>
> Und das Eine ist ja auch, was wir den anderen Menschen an Angeboten machen...--- während das Andere ist, was wir selbst persönlich schon vorleben, individuell und gemeinsam: Wäre es da nicht schön, wenn wir in unserer persönlichen Lebens-Gestaltung (während wir vielleicht anderen Menschen auch "kleinst-schrittige Angebote" machen...) soviel wie möglich an vorgelebtem "grundsätzlichem Umsteuerungs-Modell" schon vor-demonstrieren? Wenn nicht wir, wer dann? Wo sind weiter vorwärts-gerichtete Pioniere findbar? Wie sehr wird solche Orientierung gebraucht?...
> Deshalb meine Einladung, dass wir da miteinander so weit wie möglich gehen können... (Soviel wie möglich in Richtung menschheits-familiärem Aufeinander-Achten, Teilen von Entscheidungen und Dingen usw... ; in Richtung von sowas wie "Konsens-Gemeinschaften globalen Teilens"...)
> ((Und ich halte es für schwierig, wenn an so einer Stelle argumentiert würde, auch solche persönlichen modellhaften Vorwärts-Schritte seien vielleicht für die klein-schrittigen Menschen zu erschreckend... Inwiefern halten wir ein "Auf-Augenhöhe" mit unseren Mitmenschen denn für möglich oder behandeln sie so, wenn wir sagen würden: Man darf ihnen das Ausmaß der Welt-Probleme und die Logik einer Lösung nicht einmal zeigen - was wir unsererseits ja durchschauen - , weil sie es soooo wenig verstehen oder damit umgehen könnten... Wie sollen sie es denn zumindest bestmöglich lernen können, wenn wir ihnen schon echte Veranschaulichungs-Modelle lieber vorenthalten wollen?... Inwiefern praktizieren wir eine derartige Zurückhaltung dann wegen den anderen oder weil wir selbst noch nicht richtig wollen?...))
>
> Und nochmal ein paar Worte zu Jonathans derzeitigen Experimenten in Richtung "Solidarität ohne Geld" (siehe Zeitungs-Artikel etc.):
> Ich sehe da erfreuliche Möglichkeiten (nicht Scheitern oder "wird nichts" usw.), beachtliche Gedanken-Anstöße in wertvollster Richtung, die Du im Moment zu geben vermagst, Jonathan, und auch beachtliche Erfolge... (Sich windende Argumente der Ämter und Unternehmen..., verständnisvolle Mitmenschen wie die Leute, die Dir 'Wohnung in Verbindung mit Garten-Arbeit' zu gewähren bereit sind...)
> Denn egal, wie sehr die anderen sich zur Verteidigung der "Geld-Logik ohne Weiterdenken bzw. weiter-gehende Verantwortung" Ausflüchte einfallen lassen, das Geld ist da entlarvbar in seiner Sozial- und Verantwortungs-Feindlichkeit. Ich greife mal ein paar Punkte auf für Entwicklung weiter-gehender, aktiver Vorwärts-Logik:
> * Erstens - weil grundlegendst - das "Gleichbehandlungs-"Argument: Alle müssen Geld verwenden, weil es sonst ungerechte Ungleich-Behandlung würde...:
> Wie sehr ist denn Ungerechtigkeit und Ungleichheit gerade durchs Geld bedingt bzw. darin, nur auf Geld zu schauen?...
> Inwiefern werde ich denn mit so einem Blick auf (und Absolut-Setzen von) Geld dem Menschen und Gerechtigkeit gerecht?...
> Inwiefern ist das 'Gesetz', dass alle beim Geld mitmachen müssen, Ungleich-Behandlung derer, die dabei weniger davon haben (siehe: "Es ist Armen und Reichen gleichermaßen verboten, unter Brücken zu schlafen...") oder auch derer, die aus Gewissens- oder anderen Gründen (weil kaltes Zahlen-Abrechnen gegen die Liebe ist usw.) kein Geld verwenden wollen?
> Inwiefern wird - gerecht gleichbehandelnd - Menschen, die kein Geld verwenden wollen (sondern z.B. "Solidarität ohne Geld" vorziehen), in irgendeiner Form hier in Deutschland eine Möglichkeit von Existenz-Voraussetzungen ermöglicht (minimale Grundbedürfnisse wie Wasser, Energie etc. ...) - oder gar eine Gleich-Behandlung, z.B. im Sinne von unantastbarer menschlicher Würde etc.? Fängt so eine Würde erst an oder ist sie abhängig vom Ja zum Geld ((wie wir wissen, könnte man mit guten Gründen auch fragen: abhängig von Hinnahme der Herrschafts-Vereinnahmung durch den Staat))?... Wie sehr müssten also Ämter (und Unternehmen) bereit sein, Umgangs-Konzepte für Nicht-Geld-((und Nicht-Staat-))Menschen zu entwickeln und zu praktizieren? (Statt solchen Menschen noch die Abfälle oder Spenden-Gelegenheiten vorenthalten zu wollen, siehe ausschließende Bedingungen für 'Tafel'-Lebensmittel, Probleme für Zulassung von Straßenmusik usw....) (Und dass Sonder-Behandlung für Geldlose zu sehr Probleme erzeugen würde, indem zu viele Menschen danach schreien und Gleich-Behandlung beanspruchen und diese Gelegenheit ausnutzen würden, ist äußerst unrealistisch: Man braucht Anspruch-Stellern ja nur sagen: Ihr könnt auch die Sonder-Behandlung bekommen -- wenn ihr auch ganz auf Geld verzichtet...)
> * Zweitens: Wie wirkt sich das Denken in "Privat"-, "Geld"- und "Versicherungs"-Kategorien tendenziell auf soziale Verhaltens-Entwicklungen aus? -- Wenn geschenktes und teilendes Füreinander-Dasein dadurch immer mehr erschwert und ausgegrenzt wird: Nachbarschafts- oder 'Einfach-so'-Hilfe (Menschlichkeit, Nächstenliebe...) u.a. als Schwarzarbeit oder Problem für HartzIV-Bezug angesehen wird, Trampen für unmöglich erklärt werden soll z.B. aus versicherungs-technischen Gründen - ebenso wie das Angebot schenkender oder tauschender Mitarbeit, wie Du, Jonathan, es den Wasser-Werken ausgesprochen hast? (Wobei da aus meiner Sicht des öfteren sogar vorhandene Spielräume gern übersehen werden: Beim Trampen wäre nach meinem Kenntnisstand durchaus möglich, die Versicherungs-Problematik dadurch aufzuheben, dass man dem Fahrer schriftlich geben würde, auf eigene Verantwortung mitzufahren... Und, wenn man die Frage-Richtung wieder umdreht: Was ist davon zu halten, wenn solche Übernahme von Eigen-Verantwortung nicht mehr möglich oder erlaubt sein soll? Nicht einmal, wenn sie weiter-gehenden, fortschrittlichen Formen von Solidar-Prinzip (- was ja auch als Motiv von Versicherungen behauptet wird -) dienen würde, wie in unserem Falle ("Wir streben mehr statt weniger Bereitschaft zum Teilen und Füreinander-Dasein an, 'menschheits-familiär'...")? Wie sehr ersetzt und verdrängt solches 'geregelte Miteinander' das freie und liebevolle Miteinander?
>
> Und trotz alledem (- den System-Blockaden gegen eine soziale und verantwortliche Weiter-Entwicklung, wie wir sie anzielen -), können wir uns z.T. immer noch auf eine Basis von "organischen sozialen Grund-Gesetzen" zurückbeziehen und stützen (je nachdem, wie kühn bzw. mutig wir da sind, also wie weit wir zu gehen bereit sind...), wie Du Jonathan, es ja mit einigen Roßwein-Bewohnern erleben kannst und wie ich es u.a. am Telefon bzgl. der natürlichen Eigenarten des Schenkens erklärte:
> Regionale oder anders (noch) beschränkte Experimente von Ersatz-Währung mögen z.T. schwer überregional verwendbar sein ("Credere" oder "Terra" weniger eintauschbar sein als "Euro" oder "Dollar", d.h. Vergleich unterschiedlicher 'Vergeltungs-Begründung', um füreinander was zu tun...) -- aber die Währung der Menschlichkeit und des Schenkens, um in socher grundsätzlich anderen Logik was füreinander zu tun, ist trotz allem eigentlich weiterhin und überall direkt verwendbar, so dass erforderlichenfalls damit eine Lebens-Grundlage findbar ist!!! -- Wie ich es ja auch seit 23 Jahren persönlich vorlebe...
>
> Ich finde es schön, wenn unsere verschiedenen Formen von Engagement jedenfalls auch immer im Auge behalten, solchen "ur-organischen", "zutiefst menschlichen" Verhaltens-Formen eher zuzuarbeiten, statt sie auch durch eine normale oder alternative 'Rechnungs-Logik' mit auszuhöhlen oder zu erschweren... Ist ja schon was, wenn wir da ein ausdrückliches Ziel-Bewusstsein hochhalten, auch gemeinsam...
>
> Soviel nochmal von mir zu alledem,
> alles Liebe von Öffi
>
> PS: Doch noch ein Wort auch zum Unterschied zwischen "Privat-Eigentum" und "gemeinnützigem Verein" etc.: Wenn auf der Privat-Schiene der Staat 50% durch Steuern haben wollte, ist es ja auf der anderen Seite nicht 'direkt' so, dass er da 100% an sich reißen würde... Solange der Verein allseits ausreichend unangreifbar in seinen 'gemeinnützigen Zwecken' zu bleiben schafft (also nicht diese Zwecke verliert oder aufgelöst wird), wird wohl kaum was weggerissen (keine %), sondern sogar noch Steuer-Begünstigungen gegeben etc...
> Ich denke, dass auch da so Einiges an möglicher Vorwärts-Engagement-Logik drin steckt, wie es auch in kürzlichen Gesprächen zwischen Jonathan und mir zur Sprache kam: Man könnte offensiv argumentieren (und agieren) im Sinne: Wir folgen so eindeutig allgemein respektierens-werten Humanitäts- und Verantwortungs-Grundwerten (also doch wohl Gemeinnützigkeit), dass wir dem Staat (Stadt, Bürgermeister) sagen könnten: Uns geht es nicht in erster Linie um die äußerlich formale Gestaltung, ob nun von den Behörden gesagt wird, wir lassen auch 'unter ungewöhnlichen Umständen' euren gemeinnützigen Verein 'durchkommen', oder ob aus solchen formalen Gründen gesagt würde: Wir lösen euren Verein auf und nehmen dessen Besitz in die öffentliche Hand... --- Was uns entscheidend wichtig ist: Wir möchten, dass diese Form von Engagement und Lebensform weiter möglich gelassen bzw. toleriert wird (mindestens toleriert, wenn nicht wegen offensichtlicher Gemeinnützigkeit gefördert!) - und würden dann, wenn der Staat formal den Verein und Besitz in seine Hände nimmt, einfach unbeirrbar konstruktiv weitermachen und liebevoll kooperieren wollen - und den ganzen Behörden-Kram dabei dann halt von den Behörden selbst bzw. unter den Behörden selbst irgendwie regeln lassen...
> Ich glaube, dass solche Richtungen unseres Denkens und Handelns seeeehr wertvoll sein können...

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