Ein paar Interviews

Methoden und Grundlagen der Schenkerbewegung
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oeff oeff
Fleißmeise
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Ein paar Interviews

#1 Beitragvon oeff oeff » Mi 1. Okt 2014, 14:38

Eine Schülerin stellte mir Fragen, weil dort im Ethik-Unterricht über Schenker-Bewegung gesprochen wurde:

Liebe J!
Hier Antworten:

1. Ist es legal ein Kind außerhalb der Gesellschaft großzuziehen?
Um "außerhalb der Gesellschaft" geht es bei uns nicht. Wir freuen uns über Kontakt zu allen möglichen Menschen, aber Kontakt ist nicht zu verwechseln mit Mitmachen von Unrecht (Gewalt, Herrschaft, Egoismus, Ausbeutung, Zerstörung - vor allem, wenn man seinen Blick auf alle oder das globale Wohl weitet). Aus unserer Sicht kann sich z.B. ein Partei-Mitglied der SPD mit einem Partei-Mitglied der CDU befreunden, ohne dass sie dafür die Partei-Programme des jeweils anderen annehmen müssten... Also: Wir wollen gern mit allen möglichen Menschen sozialen Kontakt, Gemeinschaft und Gesellschaft haben (wünschen das auch für unsere Kinder) -- aber wir möchten davon unabhängig zu irgendwelchen Weltanschauungen oder Ideologien solcher anderen Menschen nur Ja sagen, wenn es uns durch Argumente überzeugt, und wir möchten dementsprechend auch nur da 'Mitglied' von ideologischen Vereinigungen werden, wo uns in solcher Weise mit Argumenten Angebote gemacht werden - und es uns überzeugt... Und wenn wir da, wo wir nicht überzeugt werden, Neins sagen, ist das nicht gleichzusetzen mit Ablehnung von menschlichem Umgang, Gemeinschaft, Gesellschaft etc...
Wichtige Unterscheidung deshalb: Statt um "außerhalb der Gesellschaft" geht es uns (u.a.) um "außerhalb des Staates (d.h. eines Herrschafts-Systems unter Menschen)". Und dabei gilt:
In unserer und eigentlich jeder 'staatlichen' Gesellschaft wird es allgemein, nicht nur bzgl. Kindererziehung, als nicht legal angesehen, wenn ein Mensch sich von der Vereinnahmung in ein solches Herrschafts-System (und dessen Zwangs-Einrichtungen wie in Deutschland Schulpflicht) für unabhängig erklären will.
Wir jedoch sagen (u.a. mit Berufung auf die Menschenrechte, siehe dort Artikel 20), dass wir nicht in irgendeine Gruppe oder Einrichtung per 'Zwangs-Mitgliedschaft' eingefügt werden wollen (siehe das schon Gesagte: Wir wollen mit Argumenten überzeugt werden und frei Ja oder Nein sagen...)...

Oft wird bezogen auf uns Aussteiger auch gesagt, wir würden wieder "von Null anfangen wollen"... Das muss man aber genauer erklären:
Mit dem „bei Null anfangen“ ist nicht gemeint „nichts haben“ ("in Steinzeit zurückfallen" usw.) ...
Gemeint ist vielmehr Folgendes, was ich auch für EXTREM sinnvoll halte:
Nichts ungefragt und ohne überzeugende Begründung vorgegeben bzw. vorfestgelegt bekommen – sondern alles in die Freiheit gelegt zu bekommen, es (mit-)entscheiden zu können, nach überzeugenden Gründen gehen zu können...
Anders gesagt: Einschließlich der Grundvoraussetzungen bzw. Grund-Rahmen oder Grund-Systeme für Leben und Gesellschaft einen Neu-Entwurf wagen zu können (vielleicht kann man es auch mit „reset“ vergleichen)! Das Recht bekommen, zu schauen, ob es auch sinnvoller und verantwortlicher geht als im Bestehenden usw...
„Null“ heißt also nicht „Nichts/keine Dinge“, sondern „Nichts (fremdbestimmt) Vorgegebenes“!
Und das gab und gibt es bisher kaum! Beispiel: Wo sind Menschen, die begreifen, dass Staats-Regierung (die Abgabe ihrer Souveränität an die Staats-Souveränität) eine Form von solchem „(fremdbestimmt) Vorgegebenen“ ist, eine Vereinnahmung ohne eigene bewusste freie Entscheidung bzw. Zustimmung? Dass da kein „Gesellschafts-Vertrag“ ist, dem sie zugestimmt hätten? Und die sich dann Gedanken machen, wie ein solcher Gesellschafts-Vertrag aussehen müsste, damit sie frei zustimmen können? Ein Gesellschafts-Vertrag am besten, der globalen Frieden bringen könnte, dem auch die anderen Menschen zustimmen könnten, der also die Interessen aller mitberücksichtigt, statt dass Einzelne oder Einzel-Gruppen nur (oder privilegiert) an sich denken, so dass Streit und Konkurrenz weiter die logische Folge bleiben? Usw...

Insofern habe ich in einer Email an jemand anderen mal als wichtigste Aussage über unsere Potentiale bei unseren Projekt-Experimenten das Folgende geschrieben:
Dass wir uns - als erstrangiges Motiv! - WAHRHAFT FREI machen, um gemeinsam aus Gründen nach dem fürs Ganze Sinnvollen gehen zu können, ist, wie Du auch wieder zurecht betonst, der Kern des ganzen Geschehens (bzgl. Beziehungen und allem). Wird m.E. auch im Kern unserer Projekt-Versuche stehen und vorzudemonstrieren sein, wie das geht, individuell und gemeinschaftlich und gesellschaftlich... Freiwillige gemeinsame Gesamt-Verantwortlichkeit und gleichberechtigtes gemeinsames Planen in diesem Geist... Wow!
Sich von nichts anderem in Widerspruch dazu binden, ablenken, manipulieren oder korrumpieren lassen...

DIESES Recht bzw. diese Chance sollten wir uns bei dem Experiment nehmen, finde ich.

2. Welche Bildung wird dem Kind vermittelt?
Welche es will... Gedanken von Gandhi weiterführend würde ich sagen: Das Wichtigste, was man einem Kind vermitteln sollte, ist die Selbst-Orientierungs-Fähigkeit, dass es herausfinden kann: Was ist wie wichtig im Leben zu lernen oder zu tun? -- Und wie es das dann erreichen kann...
Ein solchermaßen orientierungs-fähiges Kind kann dann an die passenden Orte gehen, wo es das Gewünschte lernen kann, und fast immer kann ein Mensch, wenn er sagt: "Da bin ich, ich bin bereit mitzuhelfen, und möchte lernen, was ihr hier tut..." - auf solche Weise alles Mögliche lernen... Sogar auch ohne Geld etc. geht sowas...

3. Was ist, wenn das Kind krank ist?
Wir versuchen, extrem gesund zu leben und Krankheit möglichst zu vermeiden (z.B. ohne Süchte, Drogen, unnatürliche Ernährung usw...). Im Falle von Krankheit versuchen wir, uns selbst zu helfen, so gut wir können. (Wir haben z.B. einen eigenen Arzt in unseren Projekten...)
Und so wie wir, auch der Arzt, viel geschenkt auch anderen helfen, nehmen wir z.T. auch geschenkte Hilfe an, wo wir mit unseren Mitteln nicht auskommen... (Es gibt z.B. einen uns 'verbündeten' Zahnarzt usw...)
Und es gibt auch Schenker-Verbündeten-Stufen bei uns, wo Leute noch normal Ausweise, Geld und Versicherungen haben...

4. Wer bezahlt die Gebühren, die jeder bezahlen muss (Strom, Wasser, GEZ)?
Woher kommt die Vorstellung, dass jede/r sowas bezahlen muss? Auch jemand, der keinen Wasser-Anschluss hat und von Regen-Wasser lebt? Oder jemand, der ohne Strom oder mit selbst-produziertem Strom lebt? Oder jemand, der keinen Fernseher hat usw...?
Oder wenn jemand sagt: Ich habe kein Geld, hole mir auch kein Geld von Sozial- oder HartzIV-Ämtern etc. ... -- ich möchte aber auch ein bisschen Wasser und Strom haben, aber statt Geld möchte ich dafür von meiner Seite was anderes geben bzw. tauschen (z.B. Leuten den Garten umgraben, oder alte Leute pflegen usw.) -- Soll es für Menschen auch solche Möglichkeiten geben, oder soll Geld als einzige Möglichkeit festgelegt sein? ------ Diese Beispiele zeigen aus meiner Sicht, welche anmaßenden Zwangs-Vereinnahmungen und Anpassungs-Druck es in der Gesellschaft gibt...
Es gibt allerdings, wie schon gesagt, auch sogenannte "Schenker-Verbündete", die übergangs-mäßig noch mit Ausweisen, Geld etc. leben, und es gibt auch solche "Verbündeten-Elemente bzw. -Abschnitte" in den Projekten, wo dann für Strom, Wasser etc. z.T. normal Geld bezahlt wird...

5. Was finanziert der Förderverein?
Es gibt 3 "Verbündeten-Vereine" in Schenker-Bewegung. Zwei davon sind sogar offiziell vom Finanzamt als "gemeinnützig" anerkannt und werden regelmäßig überprüft. Hauptsächliche Vereins-Zwecke sind: Frieden, Liebe, Schenken und Teilen, globale Verantwortung usw. ...
Diese Vereine machen u.a. viel "Bewusstseins- oder Bildungs-Arbeit" (einer der Vereine heißt z.B. "Verein pro Beutelsbacher Konsens" -- googelt doch mal nach diesem Konsens und diskutiert mal in der Schule, wie wichtig das ist...), und die Vereine wollen freies kritisches Denken, gewaltfreie Kommunikation und Konflikt-Arbeit und Demokratie-Fähigkeit fördern usw...
Auch werden Projekte gefördert, wo bedürftige Menschen aufgenommen werden ("alle Menschen sind Brüder und Schwestern"), und Projekte, wo "harmonische Biotope zwischen Pflanzen, Tieren und Menschen" versucht werden usw...

6. Schenken "die-Schenker" auch oder bekommen sie nur Dinge geschenkt?
Wir legen Wert darauf, dass wir mit dem Schenken anfangen und mehr verschenken, als wir selbst an Geschenken annehmen...
Ich z.B. könnte mit meinem 1,0 Abitur und meiner Uni-Ausbildung als Theologe und Philosoph, wenn ich mich in einem normalen Job "verkaufen" würde, z.B. als Priester oder Religions-Lehrer, jeden Monat mein Akademiker-Gehalt bekommen... Ich verkaufe mich aber nciht, sondern verschenke mich und meine Arbeit nur... (Hat Jesus übrigens auch so gewollt: "Umsonst habt ihr [das Evangelium] bekommen, umsonst sollt ihr geben!" heißt es in der Bibel - Ihr könnt ja mal die Stelle und andere im Evangelium ergoogeln bzw. auf Bibel-Websites...)
Und wenn wir z.B. in unseren Projekten auch Sozial-Arbeit verschenken, also bedürftige Menschen geschenkt aufnehmen: Wenn so ein Mensch stattdessen in einer WG "Betreutes Wohnen" untergebracht werden müsste, kann es den Steuerzahler wohl pro Person bis zu 3500 Euro kosten... Usw...
Unser Arzt verschenkt z.T. seine gesundheitliche Hilfe für Menschen usw. usf...

Mehr Infos gibt es im Wikipedia-Artikel über mich ("Jürgen Wagner (Aussteiger)"), auf unseren Websites, z.B. http://www.global-love.eu , oder auf meinem youtube-Kanal "Öff Öff Jürgen Wagner" usw...
Ein wissenschaftliches Buch über unsere Ideale gibt es auch: Anke Rochelt: "Bildung für ganzheitliche Nachhaltigkeit bzw. globale Verantwortung"... (kostenlos downloadbar auf http://www.lilitopia.de )

Mit liebem Gruß,
Öff Öff

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Und in einer Folge-Mail stellte sie noch zwei Zusatz-Fragen:


Liebe J !
Ich schreibe meine Antworten (eingeleitet mit "Öff:" , kursiv und fett markiert) zwischen Deinen Text...


Vielen Dank für die ausführlichen Antworten!
Öff: Ich danke Dir für Dein Interesse, mache mir gern die Arbeit, hoffe immer, dass auch wirklich unvoreingenommen über die Argumente nachgedacht oder im Schul-Unterricht EHRLICH drüber diskutiert werden mag...

Im Laufe des Lesens sind mir allerdings noch einige Fragen aufgekommen:
Ohne Ihnen zu nah treten zu wollen, aber ihr Kind wird ja in diese Familie und diesen Lebensstil geboren, es sucht sich diese Lebensweise also nicht für sich selbst aus. Was aber, wenn es in ein paar Jahren, wo es schon selbstständig entscheiden kann, sagt, dass es diesen Lebensstil nicht für sich wählt. Das Kind hat dann keine Zeugnisse, nichts, was es vorbringen könnte, um wieder so zu Leben wie beispielsweise ich es tue?
Öff: Liebe J , ich staune ein bisschen, da ich Dir ja in meinen anderen Antworten schon erläutert habe, wie sehr es bei uns auf echte Wahl-Freiheit und Alternativen-Möglichkeiten ankommt. Nicht nur dass man möglichst alle Wahl-Möglichkeiten für eine Entscheidung auch wirklich SEHEN DARF (siehe "Beutelsbacher Konsens"), sondern dann auch in Freiheit dazwischen wählen darf, ohne mit Gewalt daran gehindert zu werden!
Bei uns wird KEIN Kind in unsere Weltanschauung und Lebensweise "hinein-geboren". Das ist beim Staat oder bei der Katholischen Kirche so, wo ein Mensch durch seine Geburt zum Mitglied erklärt wird und sein Leben lang keine echte Austritts-Möglichkeit mehr zugestanden bekommt (noch nicht mal Alternativen erklärt bekommt, weder im Kommunions- noch Religions-Unterricht; und der Staat bedroht Austritts-Absichten als "illegal" mit seiner Staats-Gewalt!), aber bei uns ist das auf keinen Fall so...
Wir sagen statt "Erziehung" lieber "Begleitung zur Freiheit", und wir glauben, dass ein Kind von Anfang an schon viel "selbständig entscheiden" kann, jedenfalls in vieler Hinsicht zeigen kann, was ihm gut tut oder nicht. Und wir wollen möglichst da schon den Willens-Äusserungen eines Kindes Respekt zollen und in hohem Grade danach gehen, statt den Willen des Kindes mit Zwang zu übergehen bzw. zu 'brechen'.
Wir glauben, dass Verbindlichkeit auch stark durch Liebes-Verbundenheit statt durch Zwang hervorgebracht werden kann...
Wir betrachten ein Kind, das bei uns geboren wird, noch unentschieden zwischen den verschiedenen möglichen Lebens-Varianten, bis es selbst dazu seine fundierte Entscheidung trifft. Wir versuchen, einem solchen Kind möglichst viel Erlebnis-Gelegenheit für verschiedenste Lebens-Varianten zu ermöglichen, u.a. indem wir für jedes Kind einen "Paten-Kreis" bilden aus Menschen mit solchen verschiedenen Lebens-Varianten (also auch 'normal-bürgerliche Varianten'), wo das Kind auch zeitweilig mitleben kann. Damit das Kind die Verschiedenheit erleben kann, einerseits. Andererseits aber auch, damit es sich so früh, wie es für das Kind passend sein kann, auch schon real umentscheiden kann. Heißt u.a. ganz konkret: Wenn ein Kind von mir mit, sagen wir, 4 oder 5 Jahren klar signalisieren würde, dass es lieber als mit mir mit einer anderer derartigen Bezugs-Person (in anderem Lebens-Rahmen) zusammenleben möchte -- dann kann es von mir aus zeitweilig oder dauerhaft dahin umziehen...
Liebe J ! Vergleich mal bei dem, was ich Dir da schreibe, den Unterschied zum übrigen gesellschaftlichen Umfeld, auch zum Dir vertrauten Umfeld...
Und insbesondere für den Rest, was Du in Deiner Frage schreibst ("Das Kind hat dann keine Zeugnisse, nichts, was es vorbringen könnte, um wieder so zu Leben wie beispielsweise ich es tue?") , empfinde ich es einerseits - wie ich leider ehrlich sagen muss - so, dass Du meine Aussagen in der ersten Email nicht in ganzer Offenheit an Dich ran gelassen hast (denn da schrieb ich ja u.a., dass das Kind die Bildung bekommen kann, die es möchte - warum soll es also keine Zeugnisse bekommen können?) und andererseits, dass Du da sehr auf Deine derzeitige Lebensweise fixiert bist, ohne es richtig ernsthaft mal in Frage zu stellen oder Dir Alternativen (auch aufgrund dessen, was ich Dir in meiner ersten Mail schrieb) mal richtig auszumalen...
Meine Antwort erstmal in einem Satz, bevor ich es genauer analysiere: Das Kind kann bei uns auch normal zur Schule gehen, wenn es will, und Zeugnisse haben, aber solche (job-ausbildungs-konzentrierten) Zeugnisse sind aus unserer Sicht weiß Gott nicht das Wesentlichste, was ein Mensch "vorbringen" könnte, nicht einmal für die Erlangung bürgerlicher Jobs, sogar wenn ein Kind, das vorher auf Schule, Zeugnisse etc. verzichtete, später so einen bürgerlichen Job mit Geld-Verdienen und Konsumieren ergreifen wollen würde (in die Richtung ist wohl Deine Formulierung gemeint: "so zu leben, wie beispielsweise ich es tue")...
Etwas genauer: Ein Kind bei uns könnte auch zu bürgerlichen "Paten" (oder anderen Bekannten) pendeln oder umziehen, wie das sonst wohl nirgends Kindern als Wechsel-Freiheit zugestanden wird. Es könnte (egal ob von so einer bürgerlichen Bezugs-Person aus oder sogar von 'ausgestiegen' lebenden Eltern) beliebig zu Schulen gehen oder Zeugnisse sammeln, wenn es das möchte... (Ist - zur Erklärung - normalerweise auch ohne Probleme von ausgestiegen lebenden Eltern 'organisierbar', mit ein bisschen Kreativität, weil das normale Gesellschafts-System es ja fordert bzw. sogar mit Gewalt erzwingen will: Wir würden ein Kind gegen solche Zwangs-Versuche schützen, wenn es das wollen würde; wenn es das aber nicht wollen würde, sondern bereit wäre, zu Schule zu gehen, dann könnten die 'ausgestiegenen' Eltern es doch auch geschehen lassen...) Ich glaube aber, dass ein Kind, was bei uns aufzuwachsen beginnt, schnell unzufrieden wäre mit den üblichen Schul-Bildungs-Inhalten -- weil das Ausbildung ist, die auf Job-Fähigkeiten konzentriert ist, und umfassende (Persönlichkeits- oder gar Seelen-Bildung) eher behindert. Da werden Menschen dazu hindressiert, sich ein Leben hauptsächlich zwischen nicht entscheidend auf großen Sinn geprüftem Geld-Verdien-Job, Einrichtung eines familiären Tellerrands ohne globales Zusammenhangs-Bewusstsein, und ansonsten - als 'höchstem Glück' - möglichst viel Spaß-Konsum in Freizeit oder Urlaub auszumalen... Es saß mal eine Frau (erwachsen) in einem unserer "Licht-Liebes-Seminare", und als sie sich - als Erste - vorstellte, nannte sie zentral ihren bürgerlichen Geld-Beruf (Beispiel: Ich bin Tischlerin...) --- und als sie die Vorstellungen der anderen hörte, wurde es ihr zunehmend peinlich, und sie sagte hinterher zu uns: Es tut mir leid, ich entschuldige mich, dass ich euch von mir sowas Oberflächliches, Äußerliches gesagt habe, was mit irgendeiner persönlichen Tiefe, Werte- oder Sinn-Orientierung von mir ja eigentlich nichts zu tun hat... Das kann aus meiner Sicht bei Kindern schnell anders sein, wenn sie mit dem Bildungs-Ideal 'begleitet' werden, welches ich in meiner ersten Mail schon beschrieben habe (Zitat ohne Kursiv-Schrift, mit Rufzeichen nochmal hervorgehobene Stellen):

2. Welche Bildung wird dem Kind vermittelt?
Welche es will... Gedanken von Gandhi weiterführend würde ich sagen: Das Wichtigste, was man einem Kind vermitteln sollte, ist die Selbst-Orientierungs-Fähigkeit (!!!!!!!!!!!), dass es herausfinden kann: Was ist wie wichtig (!!!!!!!!!!!!!) im Leben zu lernen oder zu tun? -- Und wie es das dann erreichen kann...
Ein solchermaßen orientierungs-fähiges Kind kann dann an die passenden Orte gehen, wo es das Gewünschte lernen kann, und fast immer kann ein Mensch, wenn er sagt: "Da bin ich, ich bin bereit mitzuhelfen, und möchte lernen, was ihr hier tut..." - auf solche Weise alles Mögliche lernen... Sogar auch ohne Geld etc. geht sowas...

Und ich sage Dir, Jessica: Wenn ein so zu bestmöglicher Selbst-Orientierungs- und Organisations-Fähigkeit aufgewachsenes Kind dann sogar erst bis zu seinem 18 Geburtstag von normalen Schulen und Zeugnissen etc. nichts wissen wollte -- und sich dann doch entscheiden würde, mit den normal schulisch aufgewachsenen Jugendlichen um einen bürgerlichen Job zu 'konkurrieren' --- ich würde es für hoch-wahrscheinlich erklären, dass es so eine Ausbildung oder Job eher bekommen würde als die 'Bürgerlichen'!!!!! Überleg doch mal: Ein Uni-Professor oder Unternehmens-Chef trifft auf so einen jungen Menschen, und der sagt: "Ich weiss, dass Sie auch viele andere, normal-bürgerliche Bewerber haben. Ich habe keine vergleichbaren Zeugnisse etc., die ich Ihnen vorlegen kann. Aber ich bin hochgradig in klarem Denken und Selbst-Organisations-Fähigkeit und moralischen und sozialen Werten ausgebildet. Testen Sie doch vielleicht mal einige Tage die Schnelligkeit und Intensität meiner Auffassungs- bzw. Lern-Fähigkeit, meine Disziplin (Drogen-Freiheit ist sowieso selbstverständlich), meine Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit, Fleiss usw... Und ich bin nicht hier, weil ich mich aus Geld-Interesse mit Ihren Ausbildungs- oder Unternehmens-Inhalten beschäftigen will, sondern weil es mir voll um die Sache geht... -- Wie gesagt, ich lade Sie ein, wenn Sie mögen, ein paar Tage auszuprobieren, wie gut sie mit mir zurechtkommen und wie gut und effektiv ich in die Materie mich einarbeiten kann, und dann können Sie das mit den anderen Bewerbern vergleichen und sich entscheiden..." --- Wenn der junge Mensch nicht gleich beim Ersten, den er fragt, den Vorzug vor allen anderen bekommt -- ich gehe davon aus, dass er jedenfalls ohne zu langes Suchen jemand geeigneten findet, wo er die betreffende Ausbildung oder Berufstätigkeit angeboten bekommt...



Weiterhin habe ich bei Wikipedia gelesen, dass sie mittlerweile in Hessen leben. Wohnen Sie hier mit Ihrer Frau wieder mit Geld und allem drumherum oder haben wie kann ich mir das vorstellen?
Öff: Ich lebe überall in einem Geflecht von Projekt-Lebens-Formen... Hier in Hessen gibt es ein Bildungshaus (mit Strom, Wasser usw.; meine Frau ist "Schenker-Verbündete" und verdient noch Geld etc., als "gewaltfreie Hundetrainerin für Tiere und Menschen"), wo ich z.T. mitlebe (der Sohn lebt auch hauptsächlich dort, geht in einen Kindergarten etc.)... Ich achte dabei übrigens - wie überall - darauf, dass ich auch ohne Geld mehr schenke als Geschenke in Anspruch nehme...
Daneben gibt es aber in einem gepachteten Wald-Gelände eine von mir selbstgebaute Jurte etc., und am Rande von Marburg mache ich auf einer verwilderten Wiese auch ein weiteres Natur-Projekt, wo ich normalerweise auch schon 2 Tage pro Woche bin, und Naturleben vordemonstrieren kann, z.B. ein Erdloch baue usw...
Leben in 'normalem' Haus und Leben in Natur-Lebensweise sind also nebeneinander möglich und gegeben...
Und natürlich bin ich nach wie vor ohne Staat und Geld und tausche mit anderen Menschen nur Geschenke aus - in globaler Liebe...


Ich hoffe Sie können mir auch diese Frage noch beantworten. Vielen Dank schon im Voraus.

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