Frühere Rundbriefe

Rundbriefe von Öff Öff und weiteren Mitidealisten der Schenker-Bewegung
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oeff oeff
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Re: Frühere Rundbriefe

#11 Beitragvon oeff oeff » Mi 5. Mär 2014, 20:02

Öff Öff ergänzte dazu:

Ich übernehme das 'um Nachsicht Bitten' von Uwe gern auf mich, soweit es da an Miß-Verständnissen liegen kann...
Denn in Uwes Anfangs-Entwurf für den Rund-Brief standen ja Ankes Name und ihre Seminare schon ausdrücklich drin...
Ich war es dann, der zwischendurch Anke so zu verstehen meinte, daß ihr Name nicht im Rund-Brief vorkommen solle...

Wie gesagt, sofern es da also um Mißverständnisse gehen kann, fanden sie wohl entscheidend in der Kommunikation zwischen Anke und mir statt...

Ich danke Uwe ganz ausdrücklich nochmal für sein Engagement, bei solchem Rund-Brief-Schreiben mitzumachen und so zur Veranschaulichung unserer SB für Interessierte beizutragen...

Umarmung an alle,
Öffi

oeff oeff
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Re: Frühere Rundbriefe

#12 Beitragvon oeff oeff » Mi 5. Mär 2014, 20:04

User "Lichtträger" ergänzte:


Von mir auch einen Herzlichen dank an die Beteiligten für das geschriebene.

Meine Antwort siehe hier:Verfasst am: 01.Dez.12 15:46 Nr: 6515
http://schenkeraspiegelforum.plusboard. ... -t762.html

Natürlich gilt es zu verstehen, ist ein Gefühl mal im Konsens kultiviert [der zeitliche Wachstumsrahmen für den Einzelnen wie für die Gemeinschaft dafür definiert],
wird es mit dem Kopf (logischen denken) gestärkt vergrössert und damit konstruktiv Materialisiert. Damit wird es Wahr,
Wahrnehmbar und trägt seine materiellen Früchte für den Einzelnen wie die Gemeinschaft.
:idea:

oeff oeff
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Re: Frühere Rundbriefe

#13 Beitragvon oeff oeff » Mi 5. Mär 2014, 20:04

Rundbrief 1/2013 von Uwe über Neuigkeiten in SB und VFS - natürlich subjektiv gefärbt, über Teilaspekte, mit herzlicher Einladung an andere Beteiligte und Beobachter, ebenfalls ihre Beiträge mit uns zu teilen. Pommritz, 22.1.2013


Liebe Wegbegleitende, liebe Interessierte! Dieser Rundbrief ist endlich so brandaktuell, wie ich es mir schon jahrelang wünsche. Er beginnt mit dem jüngsten Geschehen, nämlich der Begegnungswoche in Dargelütz zwischen den Jahren. Letztes Jahr hatten wir uns Anfang Januar in größerer Zahl vom „engen Kreis“ getroffen. Dieses mal sind. Moses und ich die Einzigen auswärtigen VFSler gewesen, die gekommen sind. Anke, Aljoscha und Öffi sind am 24.12. nach einer Woche Besuch bei mir – eine große Freude für mich – zu Hermann und seiner „Mutter Erde“ gefahren. Anke war bis kurz vor Silvester dort, und musste dann dringend nach Lilitopia zurück, um einen lieben Menschen bei dessen Sterbeprozess zu begleiten. Öffi hat dort bis 7.1. weiter „Dienst geschoben“, im Projekt mitgearbeitet und vor allem die Lebensgrundlagen dort gepflegt und erweitert. Im Wesentlichen betrifft dies einen Bauwagen dort, den wir nutzen dürfen, sowie den Standort drumherum. Eine weitere Wegbegleiterin blieb zuhause wegen eines stark defekten Autos, mit dem sie derzeit nur kurze Strecken sich getraute zurückzulegen. Hannelore hat Familiendienst geschoben, im Kreise ihrer Kinder, Enkel und des ersten Urenkels. Mattheor pflegte wie auch sonst langstreckig seine Mutter, und damit hatte sich unser kleiner Kreis auch schon. Erfreulicherweise waren einerseits die Dargelützer vollzählig - Gro, Thorben, Zippi, Norbert, Sven und Kai, andererseits hat uns Matthias „Icke“ (weil aus Berlin), nämlich „Zit“ noch Gesellschaft geleistet, Onkel Wuhle ist extra aus Ribnitz-Damgarten zu dem Spektakel eingeflogen und drei interessante Gäste sind aus Hamburg für drei Tage auf Besuch gewesen. Zur Silvesterfeier selbst hat sich noch Nino und Inge, zwei langjährige Wegbegleiter aus einem Dorf einigermaßen nahe bei zu uns gesellt, ich hab mich sehr gefreut, sie mal wiederzusehen und hab ausgiebig mit ihnen geplaudert..

Die Tage waren reich für mich an sehr unterschiedlichen und teils sehr intensiven Eindrücken. Wie fange ich an?

Erst mal bin ich am Ende eines sonntäglichen Fastentages ziemlich müde in D. angekommen, hab mich über das Abgeholtwerden durch Gro gefreut, und hab es sogleich in Haus 13 A in einem sauberen vorgeheizten Zimmer mit Kachelofen kuschelig warm gehabt. Gro hat es so begründet, daß sie schon wüßten, daß ich da mehr frieren würde und eine dünnere Haut hätte. Ich habe die Stimmung gleich als angenehm, friedlich empfunden, wenn auch in mancher Hinsicht sehr lebendig. Nach guter Erholung hab ich mit den anderen mitsamt Gästen dann am nächsten Tag menschlich Tuchfühlung aufgenommen, und hab den Kontakt mit den D. sogleich als erfreulich vertraut empfunden, wie „nach Hause gekommen sein“. Mir gefällt der Plauderton und die Art des Alberns, ob es ein Gro, Zippi, Thorben oder Norbert ist. Mit den Gästen fand ich das Beisammensein sehr interessant und bereichernd. Wir haben sehr viele Themen über alternatives und verantwortungsbewußtes Leben berührt, uns Anregungen gegeben und Ideen geteilt und weiterentwickelt. Wenn streckenweise der Tenor auf „Verschwörung“ und „Macht kaputt, was Euch kaputtmacht.“ gelegt wurde, habe ich mich auf mein Grundprinzip konzentriert, daß ich Wertvolles fördere, damit es Schädliches überwächst und „unnötig, überflüssig, überholt“ macht. So war ich längerstreckig still, haben Amelle und Rico auch oft ihrem Redetemperament großen Lauf gelassen. Ich habe mich darüber gefreut, wie gut ich dabei ihre Teilnahme am Gemeinschaftsleben gefunden habe, Rico als „Oberspüler“ und Amelle als Biogourmetköchin. Jannick erwähne ich auch – mit ihm habe ich als sehr verbindendes Thema gehabt, daß wir unsere Kraft aus unserer Mitte, der Tiefe, dem Atem schöpfen. Er mache Vipassana – ich mache Yoga – wir haben mit wenig Worten und viel Schweigen und Anteilnahme meine ich Wesentliches geteilt und ausgetauscht.

Die Vorbereitung der Feier – mein erstes Silvester in D. - war geruhsam. Erfreut haben wir, die Dargelützer und ich, festgestellt, daß die Wochenzeitung „Express“ die Einladung zu uns veröffentlicht hat. Bitte lest selbst:

„Unser Wein ist Gänsewein, unser Klarer ist klares Wasser und unser Punsch besteht aus A- und O-Saft sowie Holundersirup.“ Wir, der Verein zur Förderung des Schenkens und das Haus der Gastfreundschaft laden ein zur „Silvesterfeier der besonderen Art“. Wir haben am 31.12. ab 20 Uhr in der Alten Dorfstraße 10 in Dargelütz ein freudvolles unterhaltsames Beisammensein vor, wo wir uns über sinnvolles Leben austauschen können, genüßlich miteinander tafeln, spielen, singen, musizieren und Fotos aus unserem Projektleben der letzten Jahre anschauen. Laßt Euch Gutes zum „Wettbewerb des fairen Witzes“ einfallen, bringt Klampfe und Flöte mit, gute Einfälle und originelle Nudelsalate sind auch willkommen.“

Ein bißchen fieberten wir, ob wohl jemand aus der Parchimer Gegend käme, und ob wir überschwemmt würden von hübschen Mädels, die idealistisch Feuer und Flamme sind, wobei wir uns ziemlich einig waren, daß das ein Wunder wie der ägyptische Pyramidenbau wäre, und eventuell zwei oder drei Leute sich zu uns wegen der Annonce gesellen würden. Auf der anderen Seite finde ich bei so einer Annonce wichtig, daß schätzungsweise 3-4000 Menschen der, Region sie gelesen haben, und somit erfahren haben, DAß WIR ETWAS VERANSTALTEN, und dann noch, WAS FÜR VERRÜCKTE DINGE wir veranstalten. Weder Bier trinken, nicht mal ein schönes Weinchen, oder mit Sekt anstoßen, und auch die Böllerei seinlassen und sich an Feuer freuen. Das halte ich für eine geeignete Werbung für uns, denn sicher sind viele aufgeschlossene Menschen auch in der Parchimer Gegend.

Ich habe also mich an die Kürbissuppe begeben, eine gemäßigte Portion gemacht (nicht für dreißig Leute), mit Wildkräuter-Öl-Würzmischung dazu, später den Frucht-Gewürz-Punsch gebraut. Dabei habe ich südländisches Temperament – von Amelle – näher kennengelernt, die mir auf ihre Art und Weise beigebracht hatte, daß ich ab sofort die Kräutersalate und Kräuterwürzmischungen im Zweifelsfall nur noch mit Öl anmache (außer ich weiß sicher, daß ich unter „Salzessern“ bin). Sie ist sehr darauf bedacht, die Salzmenge bei der Essensbereitung zu minimieren, aus gesundheitlichen Gründen. Ich habe daraus gelernt, daß ich mit dem Salz viel vorsichtiger umgehe, und eher einmal zuviel frage, ob auf Salz empfindliche Personen am Essen teilnehmen, und dann jeden selber die Speise salzen lasse. Danke für diese Anregung, Amelle, und für das Training in Flexibilität für mich.

Wir hatten dann eine geruhsame gemütliche Feier, mit Beiträgen für verschiedene Geschmäcker, nicht nur das Essen betreffend. In der Stube am warmen Kachelofen räkelten sich vor allem die Gäste und andere plauder- und diskutierfreudigen. In der Küche war Durchgangsort für die mit knurrenden Mägen oder die Grenzgänger. Und draußen hatten die Dargelützer sich eine Mülltonne als Feuersäule ähnlich einem Lagerfeuer umfunktioniert, und verbrachten dort die meiste Zeit. Das war insofern eine Leistung, als daß die Tonne glühend heiß abstrahlte, und dazu der rauhe Wind pfiff, zwar nur mittelkalt, aber dauernd und in die Klamotten kriechend. So war die Wahl zwischen Schwitzen und Frieren manchmal nicht so ganz einfach, auf der anderen Seite hat das gut wach gehalten. Wir hatten auch aus der Oberstereroanlage in der „Garage“, der Werkstatt, noch heiße Musik, von gestern, vorgestern und übermorgen, schön rockig rhythmisch und nicht so sehr laut. Kurz vor Mitternacht fingen einige von uns schon an, ihre Wunderkerzen, unser Kompromißfeuerwerk mit Gratulationsrufen, anzuzünden, um von mir dann darauf hingewiesen zu werden, daß noch drei Minuten Zeit seien. Es war genug Nachschub noch da, so daß der erste Durchgang als Generalprobe durchging. Um Mitternacht lud ich zu einem gemeinsamen Ritual ein und teilte drei kleine Holzstückchen an jede Person aus, die wir nacheinander ins Feuer warfen. Das erste sollte mit dem Verbrennen etwas von 2012 mitnehmen, was wir dringend loswerden wollten, das zweite sollte Dank ausdrücken für etwas Schönes, Wertvolles, Bereicherndes aus 2012. Der Rauch des dritten Stücks sollte einen Wunsch für 2013 mitnehmen ins weite Universum. Wer wollte, ließ die Anderen daran teilhaben, was ihn bewegte, andere vollzogen diese Schritte in der Stille. Ich hatte den Eindruck, daß auf diese Weise wir ein unsichtbares Band unter uns sehr unterschiedlichen Menschen knüpfen konnten, und daß wir ein gutes Stück Besinnung und Tiefe in die Feier bringen konnten.

Lange haben wir gemacht. Wir hatten noch viel zu erzählen, witzeln, sinnieren, plaudern. Und als Doping hatten wir ja noch unser Buffet einschließlich Inges Kartoffelsalat und oberleckerem Kamutvollkornapfelkuchen.

Sehr erholsam fand ich, daß wir einander meiner Wahrnehmung nach wirklich begegnen konnten, daß wir uns sehr aufrichtig einander gezeigt haben. Bei vielen Feiern habe ich schon „Zeit Totschlagen“, „um den Brei Rumreden“, „Schau Machen, Auftrumpfen, wie toll man doch sei“ und Ähnliches erlebt, hier fand ich, waren wir einfach – manchmal interessant, manchmal langweilig, doch – wie sage ich – anwesend und mit „im Fluß der Feier“ dabei. Auch die klaren Geister fand ich erfreulich, ohne Biernebel oder sonstigen Alkoholdunst, Gegröle, Gelalle, Pöbelei, spar- und sparsamer werdende Witze und Gespräche – nein. Wir haben der Annonce ziemlich Ehre gemacht! Ich rede nicht davon, daß ich zweimal vergorenen Traubensaft, einmal davon mit Kohlensäure versetzt, gemeint habe wahrzunehmen. Ich habe darauf verzichtet, chemisch Aethanol darin nachzuweisen und mich gefreut darüber, daß ich keine Zeichen von „Respektsbruch „ dabei entdeckt habe und – wie schon gesagt – die Atmosphäre erfreulich „klar“ blieb.

Einige haben diese Nacht sogar durchgemacht. Ich bin schon um 4 Uhr schlafen gegangen, wollte es nicht übertreiben. So gut wie alle haben mir in den nächsten zwei Tagen den Eindruck gemacht, daß sie „etwas geschafft“ haben, wie einen großen Berg erklommen. Wir haben wohl alle vermehrt geruht und man hat uns die Feier angesehen, - erfüllte gähnende Gesichter.


Wenn ich jetzt einen Sprung mache, dann deswegen, damit Ihr mitbekommt, unter welchen Umständen ich manchmal dieses Buch schreibe. Die Feier ist also nun schon neun Tage vorbei, und ich bin in einer ganz anderen Situation. Stellt Euch vor, ich sitze jetzt etwa fünfzig Kilometer von Hannover, genau in Staffhorst, im Projekt „Mutter Erde“ von Hermann, im Wohnmobil von Anke. Dort mache ich Sondereinsatz und vertrete Öffi, damit er schnurstracks in Lilitopia kurzfristig dringend aufgetretene Sonderaufgaben erfüllen konnte. Am 6.1. hatte ich nach einer Woche „Familienaufenthalt“ in D. eigentlich mit Freude wieder in Pommritz Einzug halten wollen, und habe innerhalb von zwei Stunden nach „Dienstbesprechungen“ mit Öffi und Anke sofort umgeplant – eine seltene Erfahrung für mich, so dermaßen schnell eine Woche ganz anders zu verbringen. So hatte sich ein Berg an Büroarbeit aufgetürmt, und ich bin gestern, am 8.1. mal ins „Städtchen“ mit dem Bus gefahren, und hab mich zwei Stunden lang ins Internetcafe gesetzt. Dort hab ich nur die dringendste Post erledigt, einige Anrufe gemacht, da ich bei Hermann in einem großen Funkloch sitze, und den Fressalienvorrat aufgefüllt. Der Tag war ein ziemlicher „Akt“, da er schon mit Regen -einem richtigen „Landregen“ - angefangen hat. Das hieß, im Regen einige leichte Arbeiten auf dem Gelände machen, umziehen, im Regen zur fünf Kilometer entfernten Bushaltestelle radeln, im leeren Bus die nasse Kleidung soweit möglich auf den Sitzlehnen ausbreiten, dreivierteltrocken im I-Cafe arbeiten, dann im Regen durch die Stadt pilgern mit dem Genuß des gut geheizten dm und netto, an der Bushaltestelle und im Bus dann heißhungrig (durch körperliche Anstrengung, Nässe, Kälte, Fremde und die Kälte im zugigen wenig geheizten I-Cafe) abendessen, und dann mindestens wieder etwas energiebetankt auf Rad sitzen und durch den Regen, der kräftig genug war, wieder zwanzig Minuten nach Hause zu radeln. Mit Freude habe ich die wirklich nassen Klamotten gegen trockene ausgetauscht, festgestellt, daß die fantastischen Stiefel, die Hermann mir geliehen hatte, tatsächlich immer immer noch dicht gehalten haben, und mich an der Wärme erst im WoMo und dann am Ofen von Hermann gelabt und mich gut in meinem warmen kleinen Zuhause hingekuschelt. Gerne hätte ich noch an der Dargelütznachlese getippt, deswegen habe ich noch vor dem Schlafen diese Zeilen festgehalten:

„Und für den 9.1. nehme ich mir vor, zwei Stunden Liebe in die Fortführung des Berichts einfließen zu lassen, nachdem ich heute fleißig Öffis Zusammenfassung eines Textes über natürliche Wirtschaftsordnung, Silvio Gesells Thesen und Erfahrungen sowie Öffis Betrachtungsweise der Schenkwirtschaft durchgearbeitet und kommentiert habe.“. Öffi und Hermann haben anscheinend einige interessante Gespräche über diese Themen gehabt, vor allem über die charakterverderbenden Einflüsse des kapitalistischen Geldsystems und Abhilfen dafür. Gesell hat ja vor Jahrzehnten einen Großversuch mit „verderblichem Geld“, das durch Wertverlust in Umlauf gehalten wird, die regionalen Wirtschaftsbeziehungen vor allem belebt und auch den Gegensatz zwischen Arm und Reich mehr und mehr im Laufe der Zeit ausgleicht. Meine Idee ist, den Text von Öffi und Hermann mitsamt den von mir hinzugefügten Kommentaren in den Anhang zu stellen, mag für einige von Euch auch interessant sein. Für mich war es eine gute Wiederholung, für was ich bei SB auch eintrete, außer für Gütekraft statt Gewalt.

Also, so fleißig war ich am 8.1.!! Und nun könnt Ihr Euch vorstellen, wie gerne ich jetzt das nachhole, zu dem ich gestern nicht mehr gekommen war.


Bei Dargelütz war ich am 1.1. stehengeblieben. Weiter im Text! Moses ist für Überraschungen oft schon gut gewesen. Und so hat er mich spontan zu einer befreundeten Familie in ein etwa eine halbe Fahrstunde entferntes Dorf mitgenommen. Sehr habe ich mich gefreut, die drei wiederzusehen, und auch ihr Zuhause mal endlich kennenzulernen. Eine eigene Gänseherde hat gut angeschlagen und uns ihre kräftigen Stimmen hören lassen – sind ja besser als Wachhunde, kann ich mir vorstellen, daß sie die Römer alarmiert haben, als das Capitol von Eindringlingen gestürmt werden sollte. Wir waren einfach in liebevoller Stimmung, so würde ich es beschreiben, zusammen, sind einander begegnet, haben geplaudert, Dies und Das an Wichtigem ausgetauscht, und ich habe mich vom Lächeln des kleinen Töchterleins dermaßen verzaubern lassen, wie es mich selbst wunderte. Ich habe sehr selten so einen witzigen Ausdruck bei einer so jungen Dame wahrnehmen dürfen, zum Losprusten. Aljoscha kommt ihr finde ich in gewisser Hinsicht gleich, doch macht er es anders, - den Witz ausdrücken meine ich. Sie zieht die Nase hoch und blitzt voll mit den Augen, er läßt den Pfeffer durch die Augen durchsausen, wie wenn er die Ebene des Humors pur anzapft, und das mit sehr gelassener oder sogar ernst scheinender Miene, und wenn er es zu merken scheint, dann grinst er von Ohr zu Ohr. Ja, die „Kleinen“ haben finde ich eine Riesenmenge drauf, schön für mich so viel wahrzunehmen.

Wir haben uns in unserer Runde auch mit ganz Bodenständigem befaßt, wie einer Speise namens „Plins“, vom Hausherr als Nationalspeise angekündigt. Der Plins stellte sich als Pfannakuacha, in anderer Mundart Eierkuchen, heraus, in Sachsen „Plinse“, also internationale Nationalspeise. Wir ließen ihn uns schmecken. Erfreulicherweise ließ der Gastgeber einige anbrennen, das kenne ich sehr gut aus meiner Kindheit, egal bei welchen Verwandten. Reden und Braten bringt halt oft solche Ergebnisse, schön, daß so viel Konzentration beim Reden ist, und so viel Vertrauen da ist, daß einige Exemplare doch eßbar sind. Das Ergebnis des Besuchs war für mich, daß ich mich sehr freue, daß solche Menschen, die auf ähnlichen Lebenswegen sind, in der Gegend leben, daß Reden und Schweigen beides beim Begegnen gut sein können, und daß es die Aussicht auf Wiedersehen gibt. Seid herzlich wieder nach D. eingeladen, ihr drei (, und natürlich auch nach Pommritz).

Auch von Moses habe ich auf diese Weise endlich mal wieder Näheres und Ausführlicheres gehört, hatten wir doch etwa eine Stunde Fahrzeit insgesamt für uns zum Plaudern. Sehr interessant finde ich, was er von den Mehrgenerationenprojekten in Münster erzählt hat, die er mit organisiert. Die ganz jungen und alten Menschen gehören wieder mehr zusammen, und wir Mittleren sind finde ich guter Kitt. Das heißt, daß ich meine, daß es viel an uns liegt, den Po hochzunehmen und Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen oder zu „bahnen“. Schön finde ich auch, Moses, daß Du weiter Tuchfühlung mit uns in SB hältst, und ich hoffe, daß Du auch im April wieder dabei bist.


Ein weiteres besonderes und schönes Erlebnis war für mich, daß Matthias seine Mutter aus einem Parchimer Altenheim an einem Nachmittag zu uns brachte, und wir nun selbst für mehrere Stunden um eine Generation reicher waren. Wir haben gemeinsam gegessen, haben ausgiebig über das Thema Familie und etliche andere interessante Dinge uns ausgetauscht, sind beieinandergesessen und haben dann noch einen ausgiebigen Spaziergang gemacht. Ich freue mich darüber, wenn wir solche Besuche öfter bekommen und wir mit unserem Projektleben auch Anbindung an Menschen und Gruppen der „normalen“ Gesellschaft haben. Wir sind ja alle im Grunde dieselben Menschen, auf umso wesentlichere Dinge wir kommen. .


Ansonsten war D. schön wenig sensationell. Ich habe viel Holz gemacht, genug VFS-Kram erledigt, wegen dem Wohnsitz eines Mitlebenden hier, den Ratten und dem Schornstein einer Mieterin, Buchführung – und das „Vereins-Gästezimmer“ habe ich schnuckelig wohnlich gemacht. Es war schön warm mit dem Superkachelöfchen, viel gekocht habe ich für die hungrigen Münder, auch gebacken. Und immer wieder war ich mit Gro, Zippi, Thorben und Norbert hier am feixen, da am Plaudern, da einfach dabei. Da hat man sich etwas ausgeholfen, da gezeigt, da gefragt, da was miteinander gemacht. Es waren Vieles ganz einfache Dinge, und ich fands einfach gut. Darglütz und ihr „Dargelützer“ (6-13Aer), ich hab mich zuhause gefühlt und freu mich auf bald. Ihr seid für mich Familienangehörige. Lange hab ich das entbehrt, seit den Tagen der Kindheit und Jugend, mit Großfamilie und Christengemeinde. Viele Jahre war bei mir Familie und Freundeskreis sehr klein und weit verstreut. Wohltuend finde ich, es wieder zu empfinden, Teil einer „Sippschaft“ zu sein.


Ein besonderes Kapitel ist bei mir derzeit die Ernährung, und in Dargelütz ist schon oft bei mir Etliches diesbezüglich hochgekommen. Ich widme dem ein eigenes Kapitel und stelle es für besonders Interessierte in den Anhang. Es hat mit Verantwortungsbewußtsein, Ethik UND Gesundheit in der Ernährung zu tun, soviel vorausgesagt.


Startklar bin ich dann am 5.1. gewesen, um am nächsten Tag nach Pommritz abzufliegen, als mich die schon erwähnte Bitte zum Sondereinsatz.erreichte. Öffi hatte Hermann zugesagt, bis 15.1. in Mutter Erde zu sein, und legte großen Wert darauf, dies einzuhalten. Ich solle bitte Öffi ablösen. Puh, das waren Aussichten für mich – ich in die Pampa, im Januar, in ungesicherte Verhältnisse, die drohende Hand einer Lungenentzündung oder Nierenbeckenentzündung über mir schweben sehend. Anke half, mich zu beruhigen, indem sie mir die hervorragende Winterfestigkeit des dortigen Wohnmobils schilderte, was mich sehr beruhigte.

So machte ich den „Akt“, und fuhr mit schönem Wochenende quasi gratis (wegen vieler Mitfahrer), und zahlte dafür für das Taxi von Nienburg/Wesen nach Staffhorst jwd (in der Pampa) 40 Euro. Es war eine abenteuerliche Fahrt, immerhin versank der Wagen nicht im Moor, auch wenn der Fahrer vermeintlich zehn Abkürzungen oder Variationen des Navi ausprobierte. Der eingegebene kürzeste Weg schien manchmal auf dem Grunde von dortigen Flüßchen zu verlaufen. Ha, Ha, Ha, so gehen Sparwitze, Kitzeln ist für das Lachen Voraussetzung.

Schockschwernot! Ich kam müde und frierend (an meinem Fastentag) dort an, und bat sofort um Anfachen des so wunderbar mir beschriebenen Gasöfchens. Öffi werkelte mit Eselsgeduld, ich ungeduldig und mürrisch und ungläubig, daß er es stemmen würde. Nach allerhand Versuchen und Variationen des Hebelstellens und da Drückens und Drehens und dann Lockerlassens setzte ich mich der Verzweiflung nahe an den warmen Ofen von Hermann und trank heißes Wasser, zur Launeförderung und dem inneren Ausgleich. Fünfzehn Minuten später kam Öffi mit Lächeln von linkem zu rechtem Ohr und hatte das Technikteil endlich zur Räson gebracht. Ha, war das schön und beruhigend. Meine anderen Sorgen waren vor allem wasserdichte Stiefel und eine Arbeitsjacke, sowie die bescheideneren: Trinkwasser und ein Pinkelgefäß für die Nacht. Ihr sollt richtig meine Feuerschule zum Naturfreak miterleben, also sind hier die Details: Ich habe von Hermann so richtige glänzende moderne Militärstiefel bekommen, ich, der Oberpazifist und Friedensfreund. Aber sowohl Soldaten der Schußwaffen, als auch der Gütekraft haben nur Füße, und so habe ich die Stiefel als Friedenstruppstiefel deklariert und die trockenen warmen Füße genossen, bin ich doch mehrere Tage bei tagelangem Regen von früh bis abends durch nasses Gras und Schlamm damit gegangen. Seit über zehn Jahren (ausgenommen Gummistiefel), hab ich wieder erlebt, daß Schuhe bei chronischer Nässe trocken bleiben. Mit zwei leeren Sauerkrautdosen (a 970 ml?) hab ich mich als Pinkelgefäßen angefreundet, brauchte ich sie ja nur ins nahe gelegene Gebüsch einige Schritte vom Wohnmobil zu entleeren – also, alles frisch!!! Ein Eimer für verdaute Feststoffe war eine Art Windeleimer, unten Laub, dann Darmabgang, dann wieder Laub drauf und so weiter. Das Ergebnis wurde dann im Wald systematisch kompostiert – Asche zu Asche, Staub zu Staub, Erde zu Erde. Meine Außenwasserversorgung war ein Eimer mit 10 Litern aus dem dortigen Bach, das ich zum Händewaschen und verschiedenste Reinigungsarbeiten verwendete, mit der Hand oder einem Schöpfgefäß nach Bedarf entnehmend. Trinkwasser gab Hermann mir im 20 Liter-Kanister aus einem Entwässerungsgraben des kleinen Moors nahe bei. Die Pferde würden es trinken und seit Jahrzehnten gesund sein, er auch. Ich kochte trotzdem die Amöben und Strahlentierchen und sonstiges Kleinleben sicherheitshalber ab, da ein fieberhafter Durchfall mir Alptraum war, und ich mit dieser einfachen Maßnahme sehr gut durch ein halbes Jahr Indien gekommen war – auch einige Tage Plattland im Moor gingen so gut rum. Das Wasser war zwar abenteuerlich flockig, trübe, mit torfigem Bodensatz, aber ich bin es ja gewohnt, Heilerde einzunehmen. Interessant, auch für mich – in 5 Tagen habe ich mitsamt dem Wasser für Linsen, Haferbrei und Brotteig 15 Liter rein an Trinkwasser gebraucht.


Mit Hermann war es sehr schön für mich. Er hat 76 Jahre, sieht aus, daß wohl Etliche meinen könnten, er sei gerade unter der Brücke vorgekrochen. Doch ich nahm eine sehr energievolle Ausstrahlung wahr, humorvoll zwinkernde blitzende wache Augen, schneidigen Schritt, kraftvolle Stimme, also Qualitäten im „Tieferliegenden“. Er lebt für mich das, was oft als „Einfachheit“, „Naturverbundenheit“, „Bescheidenheit“ bezeichnet wird. Das macht er mit so gut wie null Aufsehen. Selbst mir ist er in den fast zehn Jahren SB damit bisher nur minimal aufgefallen.

Anders war es bei Anke, die nach ihrem Dazukommen zu SB Anfang 2010 recht schnell, bereits im Herbst 2011, auf die Idee gekommen war, Hermann für einige Tage zu besuchen. Sie hatte aus Erzählungen von ihm gehört und ist begeistert von seiner Art, im Einklang mit der Natur und den Tieren zu leben. Diese friedliche und gesunde Atmosphäre ist in seinem Projekt „Freilandstiftung Mutter Erde“ auf schöne Weise spürbar. Hermann ist seit mehreren Jahrzehnten überzeugter Vegetarier. Er pflegt gern zu sagen: „Mach' deine Tierliebe wahr – lebe vegetarisch.“ Seit diesem ersten Besuch 2011 waren Öffi, Anke, Aljoscha und die Hunde im vergangenen Jahr drei weitere Male dort. Übrigens sind auch Hunde in seinem Wohnwagen und auf dem Projekt-Gelände so herzlich willkommen, dass alleine bei der Begrüßung und Beherbergung der Hunde spürbar wird, welch brüderlich-schwesterliches Verhältnis Hermann zu Lebewesen anderer Arten, zu Tieren und Pflanzen hat. Ich, Uwe, habe von mir aus zuvor keine Veranlassung gesehen gehabt, ihn auch nur besuchen zu wollen. Er lief bei mir einfach unter der Kategorie „armer Spinner“. Ich habe in Windeseile große Hochachtung vor ihm gewonnen. Wie beschreibe ich es? Ich habe ihn erlebt, im wahren Sinne des Wortes. Er ist mir sehr wahrhaftig erschienen, geradeheraus in seinem Reden und Benehmen. Ich habe mich sogleich getraut, ihm auch von mir aus wahrhaftig, ehrlich entgegenzutreten. Und ich habe ihn in seiner Verhutzeltheit, in den Kleidern, die vor fraglicher Zeit die letzte Wäsche gesehen hatten und seinen anderen Eigenheiten einfach respektiert. Er war mir sofort Autorität, und das auf ganz natürliche Art und Weise. Er hat mir etwas gesagt, und ich wußte oft, es entspringt seinen direkten Erfahrungen oder seinem Empfinden, seiner gewachsenen Intuition oder auch Weisheit. Und er redete mit mir auch über seine Schwächen und Lerngebiete, wo er besser vorankommen wollte, bessere Wege sich wünschte. Ich erzähle mal wieder über etwas, das ich in Vielem nicht erklären kann, das für mich allerdings greifbare Realität ist.

Man stelle sich einmal vor: Ich habe also mit ihm beisammen gesessen – wir haben wie als Ritual morgens und abends beisammengesessen und geplaudert, geschwiegen, miteinander gegessen, auch dann im weiteren Verlauf musiziert und gesungen (, was ich als sehr verbindend empfunden habe).

Da hatte er eine Suppe gekocht, wie in einem alten Bauernhaus vor 100 oder 500 Jahren, ganz einfach, und in einem Kochtopf, der ausgesehen hat, wie wenn er dreißig oder hundertdreißig Jahre hinter sich gehabt haben könnte. Der Inhalt hat geduftet und war vom Land – Kartoffeln, Gemüse, Zwiebeln. Ehrlich gesagt, der Inhalt war auch von Edeka und von einem Wela-Gemüseextrakt-Vertreter. Allerdings sind mir Bilder hochgekommen, wie wenn Hermann seine Lebensefahrung als Bauer von vielen Jahrzehnten da geschickt mit hineingekocht hat.

Seine Küche war auch sein Wohn- und Schlaf- und auch sein Musikzimmer. Ein kleiner Wohnwagen hat das alles hergegeben, gerade, daß er noch nicht zusammengebrochen ist. So hat er mindestens gewirkt. Und wie es darin ausgesehen hat. Er so seine eigenen Vorstellungen von Ordnung, Sauberkeit und Verwendung von Dingen. Der halbe Boden war vollgestanden mit Schraub- und Weckgläsern, Dosen und anderen Behältnissen. Kleidung und andere Utensilien waren in Häufchen hier und da, unkenntlich, ob das nun Lumpen, zusammengeknüllte Wäsche oder was auch war, oft auch von der Farbe wenig definierbar. Er hat allerdings nicht gestunken, sondern nur seinen eigenen Geruch gehabt, einfach charakteristisch, etwas angestaubt, aber das wars dann auch, und es war angenehm so. Die Krönung war, daß es am Rand der Dachluke massiv an mehreren Stellen bei Regen hereingetropft hat, und es hat so ziemlich die ganze Zeit geregnet, während ich da war. So hat Hermann also eine große Schüssel und zwei Kochtöpfe in der Mitte des sowieso kleinen Wagens aufgestellt, um das Tropfwasser aufzufangen, Ich bin mir vorgekommen, wie beim armen Poet von Spitzweg mitten im Bild drinnen. Habe ich mich beim Essen etwas zu weit nach links gebeugt, dann habe ich plitsch einen Tropfen auf der Backe oder sonswo sitzen gehabt. Mir war schleierhaft, wie er es geschafft hat, bei den vielen Blechen, Plastikteilen – auch für Dächer zu verwenden - , Folien und anderen Utensilien so lange in dieser Tropfsteinhöhle sitzen zu bleiben. Ich hätte da schon vor Monaten die Krise gekriegt und hätte als eine der ersten Maßnahmen irgendetwas auf das Dach gepackt, Hauptsache erst mal dicht. Aber Hermann hat verschmitzt gelächelt, wenn er vom Dach erzählt hat und die Töpfe zurechtgerückt hat auf dem Boden. Ich könnte noch viel erzählen über den Wagen, aber so richtig schön war für mich, daß ich anstimmen konnte, welches Volkslied ich auch wollte, und ich kann viele Lieder auswendig, - er sang mit, und sang mir einige vor, die für mich neu gewesen sind. „Großer Gott, wir loben Dich“ und „All Morgen ist ganz frisch und neu“, „Die güldene Sonne bringe Leben und Wonne“, und was auch an Chorälen schmetterten wir zusammen, grad schön war es, daß auch dieser Lobgesang Gottes für uns gemeinsam so selbstverständlich war. Er sang gerne auch bei der Arbeit, und ich auch, und so waren es auch sehr musikalische Tage bei ihm.

Und es war auch nicht nur Hermann, das Land, der Plattarsch Niedersachsens – wie gebügelt – war wunderschön und sehr beeindruckend für mich.

Zum einen sind zwar viel Felder, aber auch viele Bäume, Baumgruppen, Alleen, Buschreihen, Wäldchen. Und alle Hundschiß kommt schon wieder ein Bauernhof, wo im Süden erst mal kilometerlang nix ist und dann aber ein richtiges Dorf. Nein, Bauer Schulte und Hannig und Nannendorf und und und haben Hof an Hof an Hof immer in etwa zwei- bis fünfhundert Meter Entfernung gesetzt. Und Klinker ist nach wie vor der Hit dort. Alles ist aus Klinker, auch Telegraphenmast und Hundehütte. Das gibt eine richtig „nordische“ Atmosphäre für so einen Südi wie mich. Angenehm empfand ich, daß wenig verbaut wurde, also daß Gebäude und Landschaft miteinander in Harmonie gehalten wurden, und nicht großkotzprotzige Eigenheime oder Renommierbetriebs- oder -behördengebäude wie Ohrfeigen in Dörfer und Städtchen geklatscht worden waren.

Und die Bäume erst. Ich habe manchmal gedacht, ob Gott bei uns in Süddeutschland erst geübt hatte, und dann in dieser Gegend so richtig ausgereifte und strahlend mächtige kräftige, teils auch anmutige Baumwesen gesetzt hat (die Birken – oh diese Zauberwesen von niedersächsischen Birken!). Meisterleistungen der Natur möchte ich sagen. Andächtig bin ich oft durch die Gegend gegangen und habe sie betrachtet und auf mich wirken lassen. Tief habe ich diese Bilder verinnerlicht. Möglicherweise macht die große Feuchtigkeit, die Moorlandschaft, daß die Lebenskraft der Bäume anders und viel kräftiger zu Tage treten kann. Bei uns ist ja so gut wie alles trockengelegt worden und höchstens einige Pfützchen sind noch erhalten worden.

Die Tage bei Hermann vergingen für mich wie im Flug. Ich habe mit Wonne gerackert, habe locker vom Frühstück bis zum Abendessen durchgehalten mit ab und zu einer Tasse heißem Wasser, und mit Heißhunger dann die Abendmahlzeit mir schmecken lassen. Bei der vielen frischen Luft, der Nässe und Kälte und diesem Wechsel von naß und kalt habe ich mich zwischendurch immer wieder aufgewärmt am Ofen und was Trockenes angezogen, um dann umgehend wieder raus in die Kälte zu gehen und mich wieder durchweichen zu lassen. Es war eine nordische Kneippkur für mich.

Und seine vier Pferde finde ich allerliebst, - er gibt ihnen das „Gnadenstroh“, seit vielen Jahren. Sie sind einfach schön für mich, Bilder von Tieren, mit sympathischer heiterer einfühlsamer Ausstrahlung. Wie kann man nur einfach so Tiere halten, ohne daß sie praktischen Nutzen haben, und auch noch so viel Arbeit machen und Geld kosten. Hermann hat erzählt, daß Pferde in der Landwirtschaft uns Menschen schon dermaßen viel geholfen hätten, daß ich mir vorstelle, daß er mit seinen „Gnadenhof“ für viele andere Menschen stellvertretend der Pferdeseele Dank erweist. Sie haben dem Land eine besondere Lebendigkeit gegeben. Mona, Bianca, Mimpitz und Gildo – ich grüße Euch aus der Ferne.

Von der Kommunikation war ich ein großes Stück abgeschnitten. Mit einer Leiter bin ich auf das Dach des Wohnmobils gestiegen und hatte mit Glück manchmal und das teils nur minutenweise Empfang. Dann hat mein Gegenüber mir mal wieder signalisiert, daß nix ankäme, oder die Verbindung war weg – es war, wie vor zwanzig Jahren, als ich aus Indien meine besorgte Familie ab und zu über mein Gedeihen informierte und ähnliche Verbindungsprobleme hatte – spannend und teils erheiternd, teils nervig.

Alles in allem, nach diesen Tagen habe ich ein merkliches Stück Liebe und Verbundenheit für „Mutter Erde“ wachsen gemerkt, und auch wie eine Seelenverwandtschaft mit Hermann entdeckt. Aus diesem Grund spreche ich den Wunsch auch hier so offen aus, daß ich gerne und auch bald – in diesem Jahr, wieder dort sein möchte und mindestens eine Woche „Urlaub“ mit ganz normaler körperlicher Schufterei machen möchte, Suppe löffeln, Bäume anhimmeln, singen, musizieren und mir inspirierende Gedanken zufliegen lassen. Also, Gott, Göttin, ihr habt es vernommen. Macht mal, was gut ist und paßt!


Wie mache Dinge beginnen, so enden sie auch manchmal. Anke, Öffi und ich sind übereingekommen, daß ein Schlenker von mir auf der Heimfahrt über „Lilitopia“ günstig sei. So bin ich dann schon einen Tag früher von Hermann gestartet, und habe am Freitag Abend die Belegschaft, vier Zweibeiner und vier Vierbeiner, zwei vom Typ Wuff und zwei Miauende, dort freudig und mäßig müde begrüßt, die Fahrt war im Vergleich zu den anderen relativ kurz mit zehn Stunden..

Spontaneität ist bei uns in SB etwas, das ich oft erlebe, bei Anderen, die sie mir vorleben, bei Herausforderungen, bei meinem eigenen Weg und bei meiner veränderten viel offeneren und beweglicheren Art, Dinge anzugehen (im Vergleich zu früher, wo ich sehr viel berechnet habe oder mindestens im Voraus berechnen wollte). Ich habe es einem Bekannten gestern so beschrieben, daß ich im Vergleich zu früher nur noch etwa 50 Prozent mit dem Kopf entscheide und die andere Hälfte mich nach Intuition und den „Wegweisern des Lebens“ richte (ich gehe davon aus, daß es sinnvoll ist, daß gerade bestimmte Menschen zu bestimmten Zeiten mir dies oder Jenes in meinen Weg einbringen – an Bitten, Angeboten, Herausforderungen, Zwischenfällen.

Und auch unsere Begegnungen und Besprechungen und die schönen gemeinsamen Lieder in Lilitopia sind schnell vorübergegangen, schon ist es wieder Montag Nachmittag und ich sitze jetzt wirklich im Zug Richtung Pommritz.


An einem Ergebnis dieser drei Projektaufenthalte möchte ich Euch auch hier teilhaben lassen:

Seit knapp zehn Jahren bin ich nun bei der Schenkerbewegung dabei, und in den letzten drei Jahren habe ich viel öfter und kontinuierlicher Kontakt mit den Leuten in den anderen Projekten und einigen auswärtigen von uns gehabt. Jetzt habe ich einerseits den Eindruck, daß merklich Vertrauen gewachsen ist, und andererseits viel mehr als in den ersten Jahren den Eindruck, daß gerade unser eigenes Gemeinschaftsleben entscheidender Beitrag für Veränderungen in der „großen weiten Gesellschaft und Welt“ ist. Ich bin weit weniger auf auswärtigen Veranstaltungen und finde das ehrlich gesagt ein großes Stück bedauerlich. Allerdings habe ich mehr und mehr den Eindruck, daß „wir“ SB attraktiver sein können für andere und diese zu uns kommen oder sich mehr über uns informieren. So stelle ich gerade meinen Jahresplan 2013 auf die neuen Erfahrungen und Erkenntnisse ein und wäge ab, wann ich wo wieviel Zeit in diesem oder jenem „Sitz unserer Familie“ verbringen möchte, kann, sollte. Leitfaktoren sind für mich weiterhin meine Pommritzer Aufgaben. Einerseits ist das die Arbeit mit „Heilendem Vokaltönen“, für mich der Schlüssel für umgehende Möglichkeit, ein tiefes Einssein mit den Urgründen des Lebens und dem Selbst zu erleben. Dafür erlebe ich Kontinuität – Gruppenarbeit von zwei bis drei Abenden im Monat – für sehr förderlich. Andererseits mache ich – natürlich, sage ich – weiterhin mit Herz und Seele gern die Projektarbeit im Friedensgarten, und habe vor, zwei Wildpflanzenführungen monatlich für die Lausitzer zu machen. Auch das kann ich nicht logisch begründen – mein Eindruck ist, daß die Pflanzen wie Taubnessel, Hirtentäschl, Kamille und Nelkenwurz wie Schlüssel für tiefe Seelenanteile von uns Menschen sind, und – daß auch erstaunlich viele Menschen hier gerade auf dem Gebiet derzeit offen sind. In Frage steht gerade, wieviel Zeit ich in den anderen Projekten in Dargelütz, in „Mutter Erde“, „Lilitopia“ und „Andreas Paradies“ plane zu sein. Zerteilen kann ich mich noch nicht. Wenigstens in Gedanken geht es – mit dem Herzen und meiner Aufmerksamkeit und meinem Mitgefühl hier und da gleichzeitig zu sein. Ich lasse Euch auch da an meinem Innenleben teilhaben – ich traue darauf, daß mir Gott, Göttin, das Leben, oder wie Ihr das nennen würdet, den richtigen Weg weist, erkennen läßt, vor die Füße legt, manchmal mich darauf stößt, manchmal auch mit Tritt in den Hinteren.

((Jedenfalls liegen gewisse Möglichkeiten, das Gemeinschaftserleben zwischen allen „SB-Familienmitgliedern“ zu intensivieren, wohl auch im Ausbau der „Fernkommunikation“ unter uns allen. Das liegt mir ebenso wie Öffi (und anderen) schon seit Jahren ziemlich am Herzen. Mit dem Telefonieren zwischen uns klappt es bereits immer besser. Auch Internet bietet schon einige Möglichkeiten, Email, unser Forum... Und Öffi redet immer wieder davon, daß sowas wie ein täglicher „Abendrunden-Chat“ für alle, in allen Projekten, auch was Schönes sein kann. Das gab es wohl schonmal (- worin es u.a. zur 'alternativen Heirat' zwischen Öffi und Anke kam -), und im Moment ist ein neuer Chat auf der Website www.holistic-love.net ein neuer Versuch dafür...))



Bleibt, daß ich Euch noch einen Ausblick gebe über Termine im Jahreslauf. Fest steht schon der Plan, das SB-Treffen in Dargelütz von 13.-21.4. zu veranstalten, wieder mit etlichen Veranstaltungen, Gemeinschaftsarbeit und einfach mit Begegnung und gemeinschaftlichen Leben und Gestalten von Zeit, Essen, Spaziergängen und was uns einfällt und sich anbietet. Ein ausführliche Einladung soll demnächst folgen. Das Marburger Bildungsfest am dritten Juniwochenende ist dann unser Mittjahresereignis, wo wir wieder vorhaben, zu seiner Gestaltung mit beizutragen. Die Marburger Gegend ist in Bezug auf alternative Lebensansätze erfreulich rührig und phantasievoll. Wir von SB sehen uns als „Webehelfer“, um die verschiedenen wertvollen Fäden, Einzelaspekte zu einem Teppich, einem Gesamtkonzept nachhaltigen Lebens zusammenzuwirken. Verschiedene Sommer-Arbeitswochen in den unterschiedlichen Projekten sind wir am planen und werden Euch ebenfalls unterrichten, wenn die Termine gelegt sind. Wir entdecken mehr und mehr die Freude am gemeinsamen Schaffen und setzen uns vermehrt dafür ein, in unseren Projekten neue Mitwirkende willkommen heißen zu können. Und im Herbst, voraussichtlich Ende September beziehungsweise im Laufe des Oktober soll wieder Herbst-SB-Treffen sein.


Und jetzt setze ich schnell einen Punkt hinter diesen ersten Rundbrief, damit ich ihn auch wirklich schnell in Äther und Briefkuverts packen kann. Gehabt Euch wohl in der Einleitung des Jahres 2013, im Akt „Januar“, wiedereingekehrtem Winter (erfreulicherweise, auch wenn die Kälte hier und da schneidend ist), und findet immer wieder zur tiefen Freude im Herzen!

Dies wünscht Euch bis zum so Gott will gesunden Wiedersehen, Wiederhören, Wiederlesen


Uwe


Kontakt: uwewhaspel@yahoo.dewww.schenkeraspiegelforum.plusboard.de

Telefon: 035939-80602

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Re: Frühere Rundbriefe

#14 Beitragvon oeff oeff » Mi 5. Mär 2014, 20:06

User "FreakONature" schrieb am 12.2.2013:


Herzlichen Dank auch von meiner Seite für den schönen Jahreswechsel.
Wir hatten tolle Gäste, anregende Gespräche, nette Unterhaltung, Spiel,
Spaß und Überraschungen - also Brain- & Body- & Soul-Food für jederman.
Für mich als "Stadtmensch" eine tolle Erfahrung mehr!
Ich hoffe wir treffen uns bald wieder.
Liebe Grüße an alle Gäste


Winterlicher Panoramablick über das Gehöft Dargelütz
Bild

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Re: Frühere Rundbriefe

#15 Beitragvon oeff oeff » Mi 5. Mär 2014, 20:07

Und User "FreakONature" ergänzte am 13.2.2013:


Zu unseren kulinarischen Sylvester-Highlights gehörten u.a.:

Gourmet Gemüse Suppe
Die herausragende Gemüse Suppe von unserem
französischen Gast Armelle überzeugte durch ein
wahres Feuerwerk vielfältiger Aromen und Noten.
Bild

Gourmet Kürbis Suppe
Eine ebenfalls herausragende Kürbis-Suppe kam
von Uwe, die durch ihre schlicht geniale Einfachheit
und die bewußte Beschränkung auf den puren feinen
Geschmack dieses großartigen Gemüses glänzte.
Bild

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Re: Frühere Rundbriefe

#16 Beitragvon oeff oeff » Mi 5. Mär 2014, 20:08

Uwe schrieb dazu:


Hallo Freak, herzlichen Dank für die Beiträge und schickst Du mir die Fotos bitte in mein Postfach - würd mich sehr freuen! Gruß von Uwe uwewhaspel@yahoo.de

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Re: Frühere Rundbriefe

#17 Beitragvon oeff oeff » Mi 5. Mär 2014, 20:08

Rundbrief 2/2013
von Uwe über Neuigkeiten in SB und VFS - natürlich subjektiv gefärbt, über Teilaspekte, mit herzlicher Einladung an andere Beteiligte und Beobachter, ebenfalls ihre Beiträge mit uns zu teilen.

Pommritz, 7.5.2013

Liebe Wegbegleitende, liebe Interessierte!

Anläßlich des kürzlich stattgefundenen SB-Treffens lasse ich Euch an den Neuigkeiten bei uns teilhaben.
Von 13.-21.4. war einiges los in Dargelütz, von verschiedener Seite her. 25 Menschen haben sich diese Zeit ganz oder sporadisch miteinander geteilt. Ich habe es sehr genossen, Dargelütz so belebt zu sehen.

Bevor ich auf irgendetwas Spezielles vom Treffen selbst eingehe, ist mir wichtig, meine Freude darüber auszudrücken, wie Ihr Dargelützer Jungs uns „das Feld bereitet habt“. Ich habe es als sehr einladend empfunden, wie Ihr Häuser und Außengelände mitsamt Übernachtungsplätzen vorbereitet habt – herzlichen Dank nochmal dafür, auch auf diesem Wege.

Persönlich bin ich mit großer Offenheit dorthingefahren, um mitzuhelfen, daß dies und jenes Passende entstehen darf, aber nicht muß. Den sehr leeren Zeitplan habe ich sehr geschätzt, und ich habe immer wieder erstaunt und erfreut zur Kenntnis genommen, daß wir Tag für Tag gefüllt haben, und ich den Eindruck hatte, daß Langeweile und Unterforderung absolut kein Thema waren.

Etliches an praktischer Arbeit haben wir eingeflochten – zwei große Insektenhotels gebaut, etliches im Garten gemacht, die Wildpflanzenführungen gleich mit dem Bereiten von Kräuterpesto und Salat verknüpft. Auch rund um das Thema Essen hat sich (wie üblich) eine Menge gedreht. Wir haben uns abwechselnd mit einem breiten Spektrum an Speisen verwöhnt, von bodenständig einfach wie Nudeln mit Pesto und Soß plus Löwenzahn bis zu ausgefeilter marokkanischer Couscous-Gemüse-Komposition. Und es wurde auch die Möglichkeit genutzt, bei unserer „Reste-Tour“ mit dem Rad nach Parchim mitzufahren, um den Bohnen, Mandarinen und Brot, Gaben von uns seit Jahren wohlgesonnenem Gemüsehändler und Bäcker, noch die bei Herstellung vorgesehene Würdigung zukommen zu lassen – von der Wegwerf- hin zur Nutzungsmentalität. Spannend fand ich mal wieder die Küchenorganisation von Menschen mit teils sehr unterschiedlichen Bedürfnissen und Ansprüchen. Ich erlebte das Ergebnis als sehr gelungen, und das ohne Plan und Ordnungshüter. Dieser Eindruck wurde allerdings nicht durchgehend geteilt. Den Alltag finde ich einen der besten Prüfsteine für die Fähigkeit von liebevollem, solidarischen und gerechten Umgang miteinander.

Herzstück unserer Veranstaltungen war für uns „Insider“ das Vorstellen unserer Arbeit in den Projekten und Vereinen. Viel Zeit und Interesse widmeten wir Hermanns „Mutter Erde“ bei Hannover. Ich habe es wieder einmal bewegend gefunden, wie einfach Hermann die für mich wesentlichen Erfordernisse unserer Zeit auf den Punkt bringt – wir durften einen Videobeitrag mit Interview, das Anke mit ihm gemacht hatte, ansehen. Meine Rolle war es, den Friedensgarten vorzustellen, in dem auch wieder Raum für Mitlebende ist. Relativ neu ist unser Verein VBK – Verein Beutelsbacher Konsens, der sich gemeinnützig anerkannt für Freiheit und Gerechtigkeit in der Wissenschaft einsetzt. Ihm ist ein Projekt in Roßwein (Großraum Chemnitz) zugehörig, das ebenfalls Platz zum Leben bietet.
Oft kamen wir auf das Thema,wie wir unsere Ideale „ins Leben bringen“. Wenn in manchen Punkten die Ansichten auseinandergingen, so fand ich uns einig in dem Punkt, daß zur Theorie der „heilen Welt“ praktische Schritte grundlegend wichtig sind. Natürlich ist aus unserer Sicht (SB) der Schlüssel, daß wir nicht bei Teilaspekten von Nachhaltigkeit stehenbleiben, sondern so gut wie möglich gesamtverantwortlich denken. Die Frage, die ich mir schon 1746 mal gestellt habe in den Jahren heißt: „Was ist in dieser jetzigen Situation für das „große Ganze“ wichtig?“. Das kann die Erde und Menschheit insgesamt sein, aber auch der Ort, an dem ich lebe, mit der Natur als Grundlage. Das heißt zum Beispiel Kröten schützen UND mich mit Umgang mit Macht, Besitz und Entscheidungsstrukturen befassen. In der Praxis kann es wohl sein, daß ich „nur“ Mosaiksteine davon umsetze – hier einen Baum pflanzen, da Tauschen statt Verkaufen/Kaufen, fair Gehandeltes wählen. Doch in meinem Bewußtsein bewege ich anhaltend die Frage, wie ich immer wieder neu und besser diese einzelnen Puzzleteile zu einem Bild zusammenfüge – dem Versuch einer nachhaltigen Lebensform.
Anke, Öffi, Katharina und Eduard bereicherten uns mit dem Thema, wie sinnvolle Pädagogik aussehen und umgesetzt werden kann. Angesichts bestehender Schulstrukturen stellen sich heute mehr und mehr Eltern diesen Herausforderungen auf Mitgestaltung beziehungsweise Eigenständigkeit.

Viel Raum gaben wir unseren Körpern. Dies begannen wir frühmorgens mit von mir angeleiteter Yogapraxis, setzten es mit Physiotherapie nach Liebscher und Bracht fort. Mit Begeisterung teilte Mattheor sein Wissen darüber mit uns und erzählte uns von seinen großen gesundheitlichen Fortschritten dadurch. Ich selbst war ebenfalls sehr wohltuend beeindruckt davon. Zum Thema „Gesunde Ernährung aus naturheilkundlicher Sicht“ berichtete ich von meinen nun zwanzigjährigen Erfahrungen der Praxis. Zusammengefaßt zitiere ich gerne Sebastian Kneipp: „Wir essen, um zu leben, und leben nicht, um zu essen!“. Näher Interessierte fragen mich gerne nach einem Skript.
Viel berührte und betroffene Rückmeldungen nahm ich wahr durch eine Informationsveranstatung über „Chemtrails“ und mögliche Selbsthilfe mit Orgonenergie. Einerseits klärte uns Mathias aus Berlin, andererseits zwei Hamburger Gäste darüber mehr auf. Unser Raum in Haus 10 war proppervoll. Lange Jahre habe ich diese Dinge als Spinnereien und Panikmache ad acta gelegt. Nach dieser Veranstaltung mitsamt dem aufmerksamen Betrachten des Himmels, auch in Zusammenhang mit Aufstellen des Orgonstrahlers, bin ich viel stiller und vorsichtiger mit meinen Äußerungen und habe mehr Bezug zum Himmel über uns bekommen.

Eine schöne Bereicherung fand ich auch unser „Kulturprogramm“ mit musikalischen Darbietungen von Eva, Mattheor, Sven und mir, sowie Improtheater von Onkel Wuhle und Nachwuchskünstler Aljoscha mit sehr „einnehmendem“ Auftritt (, er nahm Onkel Wuhle eins ums andere mal die Stofftiere ab, die dieser an und für sich in den Auftritt einbauen wollte, so daß Onkel Wuhle sich immer wieder neue Szenen einfallen lassen mußte/durfte).

Freitag und Samstag stellten wir dann zum großen Teil unter die Vereinsarbeit – sowohl der Verein zu Förderung des Schenkens, als auch der Verein Beutelsbacher Konsens hatten Jahreshauptversammlung, eine Prüfung für die Pobacken und meine Geduld, lieber eine Woche Waldarbeit als solche Bürokratie!

Zu-fällig hatte der „Dorfclub Dargelütz“ ebenfalls am Samstag zu einer gemeinschaftlichen Arbeitsaktion aufgerufen, bei der vier von uns mithalfen. Wir haben in erster Linie einen großen Berg Erde an passende Orte im Garten des Geländes bewegt. Ich fand diesen körperlichen Ausgleich nach dem bürokratischen Freitag sehr erquicklich. Immerhin war für Vegetarier (mit Zudrücken eines Auges ob einzelner Speckstückchen) ein Erbseneintopf zur Stärkung bereitet – es gab also nicht nur Bockwurst. Mehr Kontakt mit „den Dörflern“ ist mir in jedem unserer Projekte grundsätzlich wichtig, weil ich nicht als „Männchen vom Mars“ in einer „Spießernormalowelt“ leben möchte, sondern die Möglichkeiten von Brückenbildung, Verständnis und Solidarität so gut wie möglich nutzen will.

Im Anschluß daran fuhren wir zu viert – Hannelore, Zippi, Norbert und ich – noch weiter nach „Andrea´s Paradies“ zu Andrea und Hardy zur schon inzwischen „traditionellen Frühjahrsaktion“!, in der wir persönliche Begegnung und idealistischen Austausch mit praktischem Ranklotzen verbinden. Zippi und Norbert haben abenteuerliche Abrißarbeiten eines baufälligen Scheunenteils gemacht, Hannelore sich als Gartenfee betätigt und Holz kleingemacht, ich durfte einer meiner Lieblingsbeschäftigungen nachgehen. Auf dem Grundstück stehen schon einige Weiden, die ich teils beschnitt, um rund ums Grundstück 120 Stecklinge in den Boden zu treiben. Ich kenne wenig schönere Arbeiten, als Säen und Pflanzen. Abends haben wir uns um den Grill versammelt und das Beisammensitzen in Frühlingsstimmung und die Köstlichkeiten genossen.

Das Leben hat derzeit einen schnellen Takt. Kaum zuhause, bereitete ich die Feier zum 20jährigen Jubiläum des Lebensguts – der großen Pommritzer Nachbargemeinschaft mit vor. Von den etwa fünfzig Teilnehmenden hatten die Allermeisten in dieser Gemeinschaft mitgelebt (oder leben noch dort). Ich habe mich für – na wofür wohl - natürlich – für eine Wildpflanzenführung zuständig erklärt, habe für das Buffet einen Salat aus Knoblauchsrauke und Löwenzahn, ein Pesto aus Taubnessel und echter Kamille sowie eine Streuwürze aus Gundermann beigesteuert. Auch hatte ich die Gelegenheit, mindestens in Stichpunkten unsere Anliegen und Arbeit in SB und den Projekten vorzustellen.
Die Zeit im Lebensgut ist für mich, wenn auch kurz (neun Monate), sehr inspirierend gewesen, habe ich doch dadurch in den Friedensgarten und die SB gefunden. In den zehn Jahren, in denen ich jetzt dabei bin, ist das Lebensgut für uns im Friedensgarten in etlicher Hinsicht gute Unterstützung und Ergänzung gewesen, und so verhält es sich immer noch. Es ist Anziehungspunkt für alternativ und an Leben in Gemeinschaft Interessierten, es ist sozialer Schmelztiegel und Experimentierfeld, sowie große und vielfältige Spielwiese für verschiedenste Aktivitäten (von Veranstaltungsräumen, „zivilisierten“ Übernachtungsplätzen, Park, Gartenflächen, Obstwiesen bis hin zu großem gut ausgestattetem Büro, großer Werkstatt und vielfältigen Gerätschaften). So teile ich auch an dieser Stelle meinen Dank mit an die, welche diese Basis geschaffen haben, und die sie jetzt mit tragen.

Nun ist wieder Alltag eingekehrt. Der „Takt“ läuft ruhiger und es stehen die üblichen Saisonarbeiten an. Einige Einladungen möchte ich hier noch anfügen:
Wieder haben wir vor, mit Ausstellungs- und Veranstaltungszelt beim Marburger Bildungsfest mitzumachen – 13.-16.6..
Beim Kirchentag in Hamburg wollen wir ebenfalls wieder gemäß unserer Pilgertradition mit Straßenstand vertreten sein (außerhalb des Kerngeländes - „unkommerziell“ - ich finde das Gebaren mit Anmeldung, Standgebühren und Eintrittspeisen ehrlich gesagt heftige Abzocke – würde mich interessieren, was Jesus von Nazareth dazu sagen würde).
Für Dargelütz laden wir handwerklich Interessierte – Laien und Kundige – vom 3.-11.8. zu einer Bauwoche ein. Einerseits stehen Reparaturen an den Dachrinnen an, andererseits haben wir weiteren Ausbau und Renovierung im Innenbereich vor, um in absehbarer Zeit Schüler- und andere Besuchergruppen, die sich für verschiedene Aspekte von nachhaltigem Leben interessieren, empfangen zu können. Wer sich beteiligen möchte, gebe mir oder den Dargelützern bitte Bescheid – Telefon 035939-80602 (Uwe) oder 038720-88558 (VFS-Büro Dargelütz).
Auch den Termin für das Schenkerbewegungstreffen im Herbst haben wir schon klargemacht: Von 28.9. bis 6.10. laden wir in bewährter Weise wieder zu Begegnung, Austausch, Gemeinschaftsleben und -arbeit sowie Bildung nach Dargelütz ein.

Soviel für heute – dieser Rundbrief ist (mal wieder) in der Bahn entstanden – hab mal wieder eine längere Fahrt, und da hat sich Tippen bei mir besonders bewährt. Denn umgraben, hacken, säen oder sägen läßt sich hier nichts.
In diesem Sinne eine gute Zeit, auf ein gesundes nächstes Mal und herzlichen Gruß von
Uwe

oeff oeff
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Re: Frühere Rundbriefe

#18 Beitragvon oeff oeff » Mi 5. Mär 2014, 20:10

Rundbrief 2/2013 von Uwe über Neuigkeiten in SB und VFS - natürlich subjektiv gefärbt, über Teilaspekte, mit herzlicher Einladung an andere Beteiligte und Beobachter, ebenfalls ihre Beiträge mit uns zu teilen. Pommritz, 28.4.2013

Liebe Wegbegleitende, liebe Interessierte!

Anläßlich des kürzlich stattgefundenen SB-Treffens lasse ich Euch an den Neuigkeiten bei uns teilhaben.
Von 13.-21.4. war einiges los in Dargelütz, von verschiedener Seite her. 25 Menschen haben sich diese Zeit ganz oder sporadisch miteinander geteilt. Ich habe es sehr genossen, Dargelütz so belebt zu sehen.

Bevor ich auf irgendetwas Spezielles vom Treffen selbst eingehe, ist mir wichtig, meine Freude darüber auszudrücken, wie Ihr Dargelützer Jungs uns „das Feld bereitet habt“. Ich habe es als sehr einladend empfunden, wie Ihr Häuser und Außengelände mitsamt Übernachtungsplätzen vorbereitet habt – herzlichen Dank nochmal dafür, auch auf diesem Wege.

Persönlich bin ich mit großer Offenheit dorthingefahren, um mitzuhelfen, daß dies und jenes Passende entstehen darf, aber nicht muß. Den sehr leeren Zeitplan habe ich sehr geschätzt, und ich habe immer wieder erstaunt und erfreut zur Kenntnis genommen, daß wir Tag für Tag gefüllt haben, und ich den Eindruck hatte, daß Langeweile und Unterforderung absolut kein Thema waren.

Etliches an praktischer Arbeit haben wir eingeflochten – zwei große Insektenhotels gebaut, etliches im Garten gemacht, die Wildpflanzenführungen gleich mit dem Bereiten von Kräuterpesto und Salat verknüpft. Auch rund um das Thema Essen hat sich (wie üblich) eine Menge gedreht. Wir haben uns abwechselnd mit einem breiten Spektrum an Speisen verwöhnt, von bodenständig einfach wie Nudeln mit Pesto und Soß plus Löwenzahn bis zu ausgefeilter marokkanischer Couscous-Gemüse-Komposition. Und es wurde auch die Möglichkeit genutzt, bei unserer „Reste-Tour“ mit dem Rad nach Parchim mitzufahren, um den Bohnen, Mandarinen und Brot, Gaben von uns seit Jahren wohlgesonnenem Gemüsehändler und Bäcker, noch die bei Herstellung vorgesehene Würdigung zukommen zu lassen – von der Wegwerf- hin zur Nutzungsmentalität. Spannend fand ich mal wieder die Küchenorganisation von Menschen mit teils sehr unterschiedlichen Bedürfnissen und Ansprüchen. Ich erlebte das Ergebnis als sehr gelungen, und das ohne Plan und Ordnungshüter. Dieser Eindruck wurde allerdings nicht durchgehend geteilt. Den Alltag finde ich einen der besten Prüfsteine für die Fähigkeit von liebevollem, solidarischen und gerechten Umgang miteinander.

Herzstück unserer Veranstaltungen war für uns „Insider“ das Vorstellen unserer Arbeit in den Projekten und Vereinen. Viel Zeit und Interesse widmeten wir Hermanns „Mutter Erde“ bei Hannover. Ich habe es wieder einmal bewegend gefunden, wie einfach Hermann die für mich wesentlichen Erfordernisse unserer Zeit auf den Punkt bringt – wir durften einen Videobeitrag mit Interview, das Anke mit ihm gemacht hatte, ansehen. Meine Rolle war es, den Friedensgarten vorzustellen, in dem auch wieder Raum für Mitlebende ist. Relativ neu ist unser Verein VBK – Verein Beutelsbacher Konsens, der sich gemeinnützig anerkannt für Freiheit und Gerechtigkeit in der Wissenschaft einsetzt. Ihm ist ein Projekt in Roßwein (Großraum Chemnitz) zugehörig, das ebenfalls Platz zum Leben bietet.
Oft kamen wir auf das Thema,wie wir unsere Ideale „ins Leben bringen“. Wenn in manchen Punkten die Ansichten auseinandergingen, so fand ich uns einig in dem Punkt, daß zur Theorie der „heilen Welt“ praktische Schritte grundlegend wichtig sind. Natürlich ist aus unserer Sicht (SB) der Schlüssel, daß wir nicht bei Teilaspekten von Nachhaltigkeit stehenbleiben, sondern so gut wie möglich gesamtverantwortlich denken. Die Frage, die ich mir schon 1746 mal gestellt habe in den Jahren heißt: „Was ist in dieser jetzigen Situation für das „große Ganze“ wichtig?“. Das kann die Erde und Menschheit insgesamt sein, aber auch der Ort, an dem ich lebe, mit der Natur als Grundlage. Das heißt zum Beispiel Kröten schützen UND mich mit Umgang mit Macht, Besitz und Entscheidungsstrukturen befassen. In der Praxis kann es wohl sein, daß ich „nur“ Mosaiksteine davon umsetze – hier einen Baum pflanzen, da Tauschen statt Verkaufen/Kaufen, fair Gehandeltes wählen. Doch in meinem Bewußtsein bewege ich anhaltend die Frage, wie ich immer wieder neu und besser diese einzelnen Puzzleteile zu einem Bild zusammenfüge – dem Versuch einer nachhaltigen Lebensform.
Anke, Öffi, Katharina und Eduard bereicherten uns mit dem Thema, wie sinnvolle Pädagogik aussehen und umgesetzt werden kann. Angesichts bestehender Schulstrukturen stellen sich heute mehr und mehr Eltern diesen Herausforderungen auf Mitgestaltung beziehungsweise Eigenständigkeit.

Viel Raum gaben wir unseren Körpern. Dies begannen wir frühmorgens mit von mir angeleiteter Yogapraxis, setzten es mit Physiotherapie nach Liebscher und Bracht fort. Mit Begeisterung teilte Mattheor sein Wissen darüber mit uns und erzählte uns von seinen großen gesundheitlichen Fortschritten dadurch. Ich selbst war ebenfalls sehr wohltuend beeindruckt davon. Zum Thema „Gesunde Ernährung aus naturheilkundlicher Sicht“ berichtete ich von meinen nun zwanzigjährigen Erfahrungen der Praxis. Zusammengefaßt zitiere ich gerne Sebastian Kneipp: „Wir essen, um zu leben, und leben nicht, um zu essen!“. Näher Interessierte fragen mich gerne nach einem Skript.
Viel berührte und betroffene Rückmeldungen nahm ich wahr durch eine Informationsveranstatung über „Chemtrails“ und mögliche Selbsthilfe mit Orgonenergie. Einerseits klärte uns Mathias aus Berlin, andererseits zwei Hamburger Gäste darüber mehr auf. Unser Raum in Haus 10 war proppervoll. Lange Jahre habe ich diese Dinge als Spinnereien und Panikmache ad acta gelegt. Nach dieser Veranstaltung mitsamt dem aufmerksamen Betrachten des Himmels, auch in Zusammenhang mit Aufstellen des Orgonstrahlers, bin ich viel stiller und vorsichtiger mit meinen Äußerungen und habe mehr Bezug zum Himmel über uns bekommen.

Eine schöne Bereicherung fand ich auch unser „Kulturprogramm“ mit musikalischen Darbietungen von Eva, Mattheor, Sven und mir, sowie Improtheater von Onkel Wuhle und Nachwuchskünstler Aljoscha mit sehr „einnehmendem“ Auftritt (, er nahm Onkel Wuhle eins ums andere mal die Stofftiere ab, die dieser an und für sich in den Auftritt einbauen wollte, so daß Onkel Wuhle sich immer wieder neue Szenen einfallen lassen mußte/durfte).

Freitag und Samstag stellten wir dann zum großen Teil unter die Vereinsarbeit – sowohl der Verein zu Förderung des Schenkens, als auch der Verein Beutelsbacher Konsens hatten Jahreshauptversammlung, eine Prüfung für die Pobacken und meine Geduld, lieber eine Woche Waldarbeit als solche Bürokratie!

Zu-fällig hatte der „Dorfclub Dargelütz“ ebenfalls am Samstag zu einer gemeinschaftlichen Arbeitsaktion aufgerufen, bei der vier von uns mithalfen. Wir haben in erster Linie einen großen Berg Erde an passende Orte im Garten des Geländes bewegt. Ich fand diesen körperlichen Ausgleich nach dem bürokratischen Freitag sehr erquicklich. Immerhin war für Vegetarier (mit Zudrücken eines Auges ob einzelner Speckstückchen) ein Erbseneintopf zur Stärkung bereitet – es gab also nicht nur Bockwurst. Mehr Kontakt mit „den Dörflern“ ist mir in jedem unserer Projekte grundsätzlich wichtig, weil ich nicht als „Männchen vom Mars“ in einer „Spießernormalowelt“ leben möchte, sondern die Möglichkeiten von Brückenbildung, Verständnis und Solidarität so gut wie möglich nutzen will.

Im Anschluß daran fuhren wir zu viert – Hannelore, Zippi, Norbert und ich – noch weiter nach „Andrea´s Paradies“ zu Andrea und Hardy zur schon inzwischen „traditionellen Frühjahrsaktion“!, in der wir persönliche Begegnung und idealistischen Austausch mit praktischem Ranklotzen verbinden. Zippi und Norbert haben abenteuerliche Abrißarbeiten eines baufälligen Scheunenteils gemacht, Hannelore sich als Gartenfee betätigt und Holz kleingemacht, ich durfte einer meiner Lieblingsbeschäftigungen nachgehen. Auf dem Grundstück stehen schon einige Weiden, die ich teils beschnitt, um rund ums Grundstück 120 Stecklinge in den Boden zu treiben. Ich kenne wenig schönere Arbeiten, als Säen und Pflanzen. Abends haben wir uns um den Grill versammelt und das Beisammensitzen in Frühlingsstimmung und die Köstlichkeiten genossen.

Das Leben hat derzeit einen schnellen Takt. Kaum zuhause, bereitete ich die Feier zum 20jährigen Jubiläum des Lebensguts – der großen Pommritzer Nachbargemeinschaft mit vor. Von den etwa fünfzig Teilnehmenden hatten die Allermeisten in dieser Gemeinschaft mitgelebt (oder leben noch dort). Ich habe mich für – na wofür wohl - natürlich – für eine Wildpflanzenführung zuständig erklärt, habe für das Buffet einen Salat aus Knoblauchsrauke und Löwenzahn, ein Pesto aus Taubnessel und echter Kamille sowie eine Streuwürze aus Gundermann beigesteuert. Auch hatte ich die Gelegenheit, mindestens in Stichpunkten unsere Anliegen und Arbeit in SB und den Projekten vorzustellen.
Die Zeit im Lebensgut ist für mich, wenn auch kurz (neun Monate), sehr inspirierend gewesen, habe ich doch dadurch in den Friedensgarten und die SB gefunden. In den zehn Jahren, in denen ich jetzt dabei bin, ist das Lebensgut für uns im Friedensgarten in etlicher Hinsicht gute Unterstützung und Ergänzung gewesen, und so verhält es sich immer noch. Es ist Anziehungspunkt für alternativ und an Leben in Gemeinschaft Interessierten, es ist sozialer Schmelztiegel und Experimentierfeld, sowie große und vielfältige Spielwiese für verschiedenste Aktivitäten (von Veranstaltungsräumen, „zivilisierten“ Übernachtungsplätzen, Park, Gartenflächen, Obstwiesen bis hin zu großem gut ausgestattetem Büro, großer Werkstatt und vielfältigen Gerätschaften). So teile ich auch an dieser Stelle meinen Dank mit an die, welche diese Basis geschaffen haben, und die sie jetzt mit tragen.

Nun ist wieder Alltag eingekehrt. Der „Takt“ läuft ruhiger und es stehen die üblichen Saisonarbeiten an. Einige Einladungen möchte ich hier noch anfügen:
Wieder haben wir vor, mit Ausstellungs- und Veranstaltungszelt beim Marburger Bildungsfest mitzumachen – 13.-16.6..
Beim Kirchentag in Hamburg wollen wir ebenfalls wieder gemäß unserer Pilgertradition mit Straßenstand vertreten sein (außerhalb des Kerngeländes - „unkommerziell“ - ich finde das Gebaren mit Anmeldung, Standgebühren und Eintrittspeisen ehrlich gesagt heftige Abzocke – würde mich interessieren, was Jesus von Nazareth dazu sagen würde).
Für Dargelütz laden wir handwerklich Interessierte – Laien und Kundige – vom 2.-10.8. zu einer Bauwoche ein. Einerseits stehen Reparaturen an den Dachrinnen an, andererseits haben wir weiteren Ausbau und Renovierung im Innenbereich vor, um in absehbarer Zeit Schüler- und andere Besuchergruppen, die sich für verschiedene Aspekte von nachhaltigem Leben interessieren, empfangen zu können. Wer sich beteiligen möchte, gebe mir oder den Dargelützern bitte Bescheid – Telefon 035939-80602 (Uwe) oder 038720-88558 (VFS-Büro Dargelütz).
Auch den Termin für das Schenkerbewegungstreffen im Herbst haben wir schon klargemacht: Von 28.9. bis 6.10. laden wir in bewährter Weise wieder zu Begegnung, Austausch, Gemeinschaftsleben und -arbeit sowie Bildung nach Dargelütz ein.

Soviel für heute – dieser Rundbrief ist (mal wieder) in der Bahn entstanden – hab mal wieder eine längere Fahrt, und da hat sich Tippen bei mir besonders bewährt. Denn umgraben, hacken, säen oder sägen läßt sich hier nichts.
In diesem Sinne eine gute Zeit, auf ein gesundes nächstes Mal und herzlichen Gruß von
Uwe

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Re: Frühere Rundbriefe

#19 Beitragvon oeff oeff » Mi 5. Mär 2014, 20:11

Rundbrief 3/2013 von Uwe über Neuigkeiten in SB und VFS - natürlich subjektiv gefärbt, über Teilaspekte, mit herzlicher Einladung an andere Beteiligte und Beobachter, ebenfalls ihre Beiträge mit uns zu teilen. Pommritz, 23.8.2013

Liebe Wegbegleitende, liebe Interessierte!

Außer Puste gewesen – oder besser gehüpft, gesprungen,gelaufen, geschlittert von einem Ereignis zum anderen, und dabei die Bürosachen effektiv in eine Ecke gesteckt – nun gut.
Um Euch weiter teilhaben zu lassen, nehme ich mir jetzt rigoros die Zeit zum Schreiben, mache es diesmal deutlich knapp (ähem, ich bin jetzt fertig und stelle fest, daß es schon wieder vier Seiten geworden sind. Trotzdem Freude, Geduld und gute Erkenntnisse beim Lesen!). Und los geht’s:

Nach dem Apriltreffen und einigen Wochen Alltag bin ich schon fünf Tage vor Beginn des Marburger Bildungsfests MBF, an dem wir wieder als Mitgestalter mit Ausstellungszelt und etlichen Workshops zur Teilnahme angemeldet waren, und auch im Programm standen, in Lilitopia bei Anke, Aljoscha und Öffi angekommen.
Das MBF ist eine Präsentation von nachhaltigen Initiativen sehr unterschiedlicher Gebiete, meist aus dem Raum Marburg. Ein Fahrradwerkstatt, die Bambusräder herstellt, ist genauso, wie die Veganer und Amnesty vertreten. Wir verstehen uns dort als Vernetzer, als Kraft, die die Energien auf ein nachhaltiges Gesellschaftskonzept lenkt, eine sinnvolle Verbindung der vielen Impulse. Wir behaupten dabei, daß es einen Einigungsnenner unter uns Menschen geben kann, der zu umfassenden Wohlergehen führt, wenn jeder sich daran hält, und daß die Abkehr von Ausbeutung und verletzender diskriminierender Gewalt grundsätzlich wichtig dafür sind. Positiv heißt das, immer mehr lernen, uns Spielraum lassen oder nebeneinander und miteinander zu leben, und unsere vielfältigen Fähigkeiten zur Aufgaben- und auch Konfliktbewältigung schulen: Mut, Herz und Verstand, Kreativität, Humor, Intuition und Inspiration.

Getrübt durch den Ausschluß Öffis vom Fest, weil er angeblich letztes Jahr mehrmals Frauen dort „sexualisiert angestarrt“ habe, ihm das auch als „Urteil“ auferlegt wurde, ohne ihn dazu angehört zu haben, sannen wir anfangs über Protestaktionen auf dem Fest nach. Zumal uns allen unerklärlich war, was da vorgefallen sein sollte, waren wir doch fast die ganze Zeit als Team eng zusammen, und Öffi stellt sich sehr hinter das Treuegelöbnis zu Anke.
Platt waren wir dann, als am Tag des Aufbaus, an dem wir die letzten zwei Jahre mitgearbeitet hatten, gerade kurz bevor wir auf den Zug nach Marburg wollten, ich eine Mitteilung vom Organisationsteam der Veranstaltung in meinem Postfach fand, daß wir vom VFS und auch Anke nun ebenfalls ausgeladen seien.

Nach dem Schock fingen wir uns und bereiteten unsere Präsenz auf einer Fußgängerbrücke außerhalb des Geländes, aber über das Gelände führend, vor, und informierten dort über diese Diskrimination – ich nenne es genau so - , und machten verschiedene Aktionen. Stündlich blies ich auf der Posaune „Üb immer Treu und Redlichkeit“ von der Brücke, und mehrmals sangen wir selbstgetextete Lieder zum Geschehen, auf die Melodie von „Üb immer Treu...“, „Always be on the right side of life“ und „Mackie Messer“ - zu sehen auf Youtube, dem Kanal von ÖffÖff. Erfreulicherweise gelang uns auch auf kleinem Raum eine meine ich anschauliche Selbstdarstellung der SB, des VFS und unserer Projekte. Und wir hatten dermaßen Zulauf, daß wir weit mehr Gespräche hatten, weit mehr Infomaterial verteilen konnten (über unsere eigentliche Arbeit), als möglicherweise auf den letzten beiden Bildungsfesten zusammen. Auch zwei der drei vorgesehenen Wildpflanzenführungen konnten wir stattfinden lassen.
Dazu zitiere ich den Kabarettisten Ulrich Rosky: „Und die Lehre davon ist: Selbst der allergrößte Mist zahlt sich irgendwann für irgendjemand aus!“

Bedauerlicherweise sind dort mit den Verantwortlichen versuchte Vermittlungen und Schlichtungen , auch ein Anlauf von uns nach der Veranstaltung, bis jetzt fehlgeschlagen, so daß wir weiterhin als Sexisten in maßgeblichen Teilen der Marburger Szene dargestellt werden.
(Besonders skurril ist das für uns, weil gerade wir uns für Solidarität, Gerechtigkeit und Menschenwürde, also gegen jegliche diskriminierende Gewalt einsetzen. Gerne nehmen wir die Rolle derer ein, die Schwierigkeiten machen, wenn diese mit der Chance auf respekt- und würdevollen Umgang untereinander (, das heißt, auch innerhalb von uns an der Nachhaltigkeitsszene Beteiligten) verbunden sind.)

Meine persönliche Haltung ist weiterhin: „Gib solchen Anfeindungen so wenig Energie wie möglich, um so viel Energie wie möglich für die eigentliche Arbeit freizuhaben, den Einsatz für die Erde als unseren Lebensraum, und für Solidarität, Gerechtigkeit, Frieden und Wahrhaftigkeit unter uns Menschen.

In Kurzform - haben wir erfreulicherweise in der kommenden Woche noch eine Wildpflanzenführung und einen Kurs in „Bau eines Insektenhotels und Vogelnistkastens“ in Lilitopia gehabt.

Dann liefen die Renovierungsmaßnahmen im Friedensgarten – endlich nach so vielen Jahren – auf Hochtouren. Inzwischen ist der untere Flur „trockener“ gelegt (Granitmauer auf Höhe von 50 cm vom Putz befreit, damit die Feuchte am Boden bleibt). Viel Putz ist ausgebessert, geweißelt, die Türrahmen und Türen gestrichen, auch das Treppenhaus, eine „richtige“Spüle mit Abfluß schon fast fertig, und noch einiges für eine Bauwoche im September in Planung. Sehr freue ich mich, etwas „zivilisierter“, schöner, wohnlicher leben zu können.

Eine Hand wäscht bei uns die andere, wie es in einer Wahlfamilie so ist, und so haben Daniel und ich Mattheor, Moses und andere von auswärts im August bei einer Bauwoche in Dargelütz mitgewirkt. Von den Dachrinnen angefangen, bis zur Trockenlegung einer großen Hauswand, vom Putz Abschlagen eines sehr feuchten Raums bis zur Reparatur einer baufällig werdenden Scheunenfront mit Auswechseln von Ziegeln und Neuverfugung, wir hatten eine große Spielwiese. Jeder erbrachte nach Fähigkeit, Möglichkeit und Einsatzfreude seinen Beitrag am großen Kunstwerk.

Der für mich mit attraktivste Teil des Freizeitprogramms war nach „Dienst“ (, ich hab punkt 18 Uhr Hammer oder Maurerkelle aus der Hand fallen lassen,) die Radfahrt zum Wockersee mit erholsamem und buchstäblich von Staub reinigendem Schwimmen. Gelegnheit für solchen Komfort habe ich in den letzten Jahren selten gehabt beziehungsweise mir genommen

Und natürlich empfand ich es wieder einmal als schön und wertvoll, daß wir geplaudert haben, uns ausgetauscht haben, einfach mal wieder menschlich beieinander gewesen sind – die ansonsten „Versprengten“.
Herzlich begrüße ich auch unseren neusten „Zuwachs“, Conny, die sich zu der Woche gesellte, und inzwischen auch zu uns nach D. gezogen ist.

So eine Woche hat auch Herausforderungen.
Sicherlich für alle, die ihn kannten, war der Abschied von Zippis Hund „Snook“, 20 Jahre sein Wegbegleiter, schmerzlich – Dir Snookie gute Wünsche im Hundehimmel! Ihr Tiere seid mir oft ein Beispiel auch für die Endlichkeit unseres menschlichen Lebens.
Ein anderer Prüfstein war für uns vom Verantwortlichenkreis, und auch für einige andere, das Benehmen einer Person, die wir als sehr provozierend, auch teils unter der Gürtellinie, als sehr aburteilend in der Richtung „Alles ist Scheiße!“, und als verbal sehr ausufernd erlebt haben (reden, reden, reden, und das über andere, aber selbst sich der Auseinandersetzung und Klärung verschließend). Ich habe es nicht geschafft, überparteilich zu bleiben, und mich entschlossen, ihr am dritten Tag gezielt mit anderen gemeinsam eine strikte Grenze zu setzen.
Im Unterschied zu vergleichbaren Situationen empfand ich diesmal die Bedachtsamkeit von uns als Gruppe in Verbindung mit unserer Einmut als hervorstechenden Hauptfaktor. Wir haben anstatt Einzelaktionen – Angriff oder Flucht – gemeinsam die Lage geortet und Konsequenzen gezogen und getragen. Und wir haben geschafft, zueinander und zu dem Anliegen des auch menschlichen Gelingens der Woche zu stehen (, denn wir hatten erschreckend viele Rückmeldungen bekommen über eine als sehr belastend empfundene Atmosphäre in den ersten Tagen des Treffens wegen der „Stunkmache“ dieser Person).

Bei der Nachlese waren wir uns ansonsten einig, daß wir so eine Woche ohne so viel Veranstaltungen und Rederunden (wie bei Begegnungswochen), sondern mit viel praktischem Tun, als menschlich wohltuend und für das Projekt hilfreich empfinden.
Herzlichen Dank sage ich nochmal an alle Organisatoren, Mittragende und Mitwirkende!!!

Vorzeitig hatte ich wieder abzufahren, da ich als Zeuge am 8.8. bei einer Gerichtsverhandlung in Bautzen geladen war. So packte ich mit Bedauern meine Sachen, auch war dies Hin und Her sehr anstrengend. Aber das folgende Ziel war für mich wunderbar.

Danach fuhr ich nämlich (, was ich von Dargelütz ursprünglich wollte,) nach Staffhorst bei Hannover ins Projekt „Mutter Erde“ zu Hermann.
Schon im ersten Rundbrief 2013 hab ich Euch ausführlich von dort erzählt. Und auch ein Interview von Anke mit Hermann ist für Euch auf dem ÖffÖff-Kanal von Youtube zugänglich.
Besonders eindrücklich und berührend war für mich das Zelten im Hochwald zwischen riesigen Eichen, Buchen, Ahornbäumen und Erlen. Wie beschreibe ich – im Gegensatz zum Zelten auf Wiesen und Hainen – das Empfinden von „majestätischer Ausstrahlung“? Ich habe diese geballte Naturatmosphäre, sicherlich mitgetragen durch diese uralten Baumriesen, andächtig Tag für Tag (und Nacht für Nacht) aufgesogen und bin als anderer Mensch heimgekommen.
Herzlich gefreut habe ich mich auch wieder über die Gemeinschaft mit Hermann, immer wieder schön für mich, an seiner Erfahrung teilhaben zu dürfen.
Auch selbst gefreut habe ich mich sehr bei unserem Projekt eines Eingangsschilds mit dem Titel „Freiland-Stiftung Mutter Erde“ und dem Gemälde eines großen Baums, auf den die Sonne strahlt, und der auf und um sich Vogel, Schmetterling, einen Marienkäfer und verschiedene Pflanzen, unter anderem den dort regierenden Bärenklau als Gesellschaft hat. Es lädt jetzt Vorbei- und Ankommende zu näherem Kennenlernen und Erkunden ein. Malen auf großen Flächen ist ganz anders, als auf so einem Zeichenblöckchen – ich kann nur ermutigen, wer mag, die Erfahrung auch (oder mal wieder) zu machen.

Ein Intermezzo in dieser Woche war für mich der Besuch der Freunde aus der Archegemeinschaft auf dem mit dem Rad in drei Stunden gut erreichbaren „Friedenshof“ in Niedernstöcken. Die Archebewegung geht auf Lanza del Vasto, einem Schüler Gandhis zurück und hat als tragende Werte Einfaches Leben, Selbstversorgung, Gewaltfreiheit, Verantwortungsbewußtsein Mensch und Natur gegenüber und „freie“ Spiritualität (ohne Konfessionszwang). Sehr wertvoll war für mich mal wieder der Erfahrungsaustausch – bezüglich der großen Linie, und auch bezüglich kleiner manchmal ach so wertvoller Tips. Mit Betroffenheit habe ich (auch) von dort gehört, daß Lebenswege wie diese (mit dem Einsatz für solche Werte) nicht so sehr begehrt zu sein scheinen. Die Arche hat wie wir „übersichtlichen“ Zulauf von Einzelnen. Einen extra Gruß an Euch – auch die anderen von der Arche, die ich kenne, oder die „uns“ kennen füge ich noch an, und ich finde wertvoll, zu wissen, daß auch Ihr an „so einem“ Platz steht, Euch zu stellen bereit seid, wo mancher Wind oft heftig braust. Wer heikle Stellen in dieser Gesellschaft antastet, kann so manches erleben, was Ihr wohl auch bestätigen könnt.

Der Pulsschlag des Lebens geht schnell, und so bin ich wieder im FG am Wirbeln, wo im Garten und Haus genug zu tun ist. Der heutige Tag steht unter dem Projektbesuch bei „Demogratia“, dem Projekt vom Geschwisterverein „Pro Beutelsbacher Konsens“, der sich für Ganzheitlichkeit und Nachhaltigkeit in Forschung und Lehre einsetzt. Zu fünft haben wir uns zusammengefunden, um nach Roßwein (von DD noch etwas östlich) zu fahren, um auch mehr über „Terrania“ zu hören, den Zusammenschluß von Menschen, die für Selbstbestimmung eintreten, und sich von Gewalt und Ausbeutung abkehren. Jonathan, der Begründer, hat dabei auch der GmbH Bundesrepublik, dem Verwaltungsorgan der Alliierten, das vorspiegeln kann und wohl soll, ein Staat zu sein, aber keiner ist, den Rücken gekehrt.
(Als Einschub: Vor zehn Wochen habe ich zum ersten mal, vor sechs zum zweiten mal per Einschreiben am für mich zuständigen Landratsamt Kamenz im Ordnungsamt nachgefragt, wie denn der Staat heiße, auf den sich die Staatsangehörigkeit „deutsch“ beziehe, und wie sich dieser Staat legitimiere. Ich habe bis jetzt keinRundbrief 3/2013 von Uwe über Neuigkeiten in SB und VFS - natürlich subjektiv gefärbt, über Teilaspekte, mit herzlicher Einladung an andere Beteiligte und Beobachter, ebenfalls ihre Beiträge mit uns zu teilen. Pommritz, 23.8.2013

Liebe Wegbegleitende, liebe Interessierte!

Außer Puste gewesen – oder besser gehüpft, gesprungen,gelaufen, geschlittert von einem Ereignis zum anderen, und dabei die Bürosachen effektiv in eine Ecke gesteckt – nun gut.
Um Euch weiter teilhaben zu lassen, nehme ich mir jetzt rigoros die Zeit zum Schreiben, mache es diesmal deutlich knapp (ähem, ich bin jetzt fertig und stelle fest, daß es schon wieder vier Seiten geworden sind. Trotzdem Freude, Geduld und gute Erkenntnisse beim Lesen!). Und los geht’s:

Nach dem Apriltreffen und einigen Wochen Alltag bin ich schon fünf Tage vor Beginn des Marburger Bildungsfests MBF, an dem wir wieder als Mitgestalter mit Ausstellungszelt und etlichen Workshops zur Teilnahme angemeldet waren, und auch im Programm standen, in Lilitopia bei Anke, Aljoscha und Öffi angekommen.
Das MBF ist eine Präsentation von nachhaltigen Initiativen sehr unterschiedlicher Gebiete, meist aus dem Raum Marburg. Ein Fahrradwerkstatt, die Bambusräder herstellt, ist genauso, wie die Veganer und Amnesty vertreten. Wir verstehen uns dort als Vernetzer, als Kraft, die die Energien auf ein nachhaltiges Gesellschaftskonzept lenkt, eine sinnvolle Verbindung der vielen Impulse. Wir behaupten dabei, daß es einen Einigungsnenner unter uns Menschen geben kann, der zu umfassenden Wohlergehen führt, wenn jeder sich daran hält, und daß die Abkehr von Ausbeutung und verletzender diskriminierender Gewalt grundsätzlich wichtig dafür sind. Positiv heißt das, immer mehr lernen, uns Spielraum lassen oder nebeneinander und miteinander zu leben, und unsere vielfältigen Fähigkeiten zur Aufgaben- und auch Konfliktbewältigung schulen: Mut, Herz und Verstand, Kreativität, Humor, Intuition und Inspiration.

Getrübt durch den Ausschluß Öffis vom Fest, weil er angeblich letztes Jahr mehrmals Frauen dort „sexualisiert angestarrt“ habe, ihm das auch als „Urteil“ auferlegt wurde, ohne ihn dazu angehört zu haben, sannen wir anfangs über Protestaktionen auf dem Fest nach. Zumal uns allen unerklärlich war, was da vorgefallen sein sollte, waren wir doch fast die ganze Zeit als Team eng zusammen, und Öffi stellt sich sehr hinter das Treuegelöbnis zu Anke.
Platt waren wir dann, als am Tag des Aufbaus, an dem wir die letzten zwei Jahre mitgearbeitet hatten, gerade kurz bevor wir auf den Zug nach Marburg wollten, ich eine Mitteilung vom Organisationsteam der Veranstaltung in meinem Postfach fand, daß wir vom VFS und auch Anke nun ebenfalls ausgeladen seien.

Nach dem Schock fingen wir uns und bereiteten unsere Präsenz auf einer Fußgängerbrücke außerhalb des Geländes, aber über das Gelände führend, vor, und informierten dort über diese Diskrimination – ich nenne es genau so - , und machten verschiedene Aktionen. Stündlich blies ich auf der Posaune „Üb immer Treu und Redlichkeit“ von der Brücke, und mehrmals sangen wir selbstgetextete Lieder zum Geschehen, auf die Melodie von „Üb immer Treu...“, „Always be on the right side of life“ und „Mackie Messer“ - zu sehen auf Youtube, dem Kanal von ÖffÖff. Erfreulicherweise gelang uns auch auf kleinem Raum eine meine ich anschauliche Selbstdarstellung der SB, des VFS und unserer Projekte. Und wir hatten dermaßen Zulauf, daß wir weit mehr Gespräche hatten, weit mehr Infomaterial verteilen konnten (über unsere eigentliche Arbeit), als möglicherweise auf den letzten beiden Bildungsfesten zusammen. Auch zwei der drei vorgesehenen Wildpflanzenführungen konnten wir stattfinden lassen.
Dazu zitiere ich den Kabarettisten Ulrich Rosky: „Und die Lehre davon ist: Selbst der allergrößte Mist zahlt sich irgendwann für irgendjemand aus!“

Bedauerlicherweise sind dort mit den Verantwortlichen versuchte Vermittlungen und Schlichtungen , auch ein Anlauf von uns nach der Veranstaltung, bis jetzt fehlgeschlagen, so daß wir weiterhin als Sexisten in maßgeblichen Teilen der Marburger Szene dargestellt werden.
(Besonders skurril ist das für uns, weil gerade wir uns für Solidarität, Gerechtigkeit und Menschenwürde, also gegen jegliche diskriminierende Gewalt einsetzen. Gerne nehmen wir die Rolle derer ein, die Schwierigkeiten machen, wenn diese mit der Chance auf respekt- und würdevollen Umgang untereinander (, das heißt, auch innerhalb von uns an der Nachhaltigkeitsszene Beteiligten) verbunden sind.)

Meine persönliche Haltung ist weiterhin: „Gib solchen Anfeindungen so wenig Energie wie möglich, um so viel Energie wie möglich für die eigentliche Arbeit freizuhaben, den Einsatz für die Erde als unseren Lebensraum, und für Solidarität, Gerechtigkeit, Frieden und Wahrhaftigkeit unter uns Menschen.

In Kurzform - haben wir erfreulicherweise in der kommenden Woche noch eine Wildpflanzenführung und einen Kurs in „Bau eines Insektenhotels und Vogelnistkastens“ in Lilitopia gehabt.

Dann liefen die Renovierungsmaßnahmen im Friedensgarten – endlich nach so vielen Jahren – auf Hochtouren. Inzwischen ist der untere Flur „trockener“ gelegt (Granitmauer auf Höhe von 50 cm vom Putz befreit, damit die Feuchte am Boden bleibt). Viel Putz ist ausgebessert, geweißelt, die Türrahmen und Türen gestrichen, auch das Treppenhaus, eine „richtige“Spüle mit Abfluß schon fast fertig, und noch einiges für eine Bauwoche im September in Planung. Sehr freue ich mich, etwas „zivilisierter“, schöner, wohnlicher leben zu können.

Eine Hand wäscht bei uns die andere, wie es in einer Wahlfamilie so ist, und so haben Daniel und ich Mattheor, Moses und andere von auswärts im August bei einer Bauwoche in Dargelütz mitgewirkt. Von den Dachrinnen angefangen, bis zur Trockenlegung einer großen Hauswand, vom Putz Abschlagen eines sehr feuchten Raums bis zur Reparatur einer baufällig werdenden Scheunenfront mit Auswechseln von Ziegeln und Neuverfugung, wir hatten eine große Spielwiese. Jeder erbrachte nach Fähigkeit, Möglichkeit und Einsatzfreude seinen Beitrag am großen Kunstwerk.

Der für mich mit attraktivste Teil des Freizeitprogramms war nach „Dienst“ (, ich hab punkt 18 Uhr Hammer oder Maurerkelle aus der Hand fallen lassen,) die Radfahrt zum Wockersee mit erholsamem und buchstäblich von Staub reinigendem Schwimmen. Gelegnheit für solchen Komfort habe ich in den letzten Jahren selten gehabt beziehungsweise mir genommen

Und natürlich empfand ich es wieder einmal als schön und wertvoll, daß wir geplaudert haben, uns ausgetauscht haben, einfach mal wieder menschlich beieinander gewesen sind – die ansonsten „Versprengten“.
Herzlich begrüße ich auch unseren neusten „Zuwachs“, Conny, die sich zu der Woche gesellte, und inzwischen auch zu uns nach D. gezogen ist.

So eine Woche hat auch Herausforderungen.
Sicherlich für alle, die ihn kannten, war der Abschied von Zippis Hund „Snook“, 20 Jahre sein Wegbegleiter, schmerzlich – Dir Snookie gute Wünsche im Hundehimmel! Ihr Tiere seid mir oft ein Beispiel auch für die Endlichkeit unseres menschlichen Lebens.
Ein anderer Prüfstein war für uns vom Verantwortlichenkreis, und auch für einige andere, das Benehmen einer Person, die wir als sehr provozierend, auch teils unter der Gürtellinie, als sehr aburteilend in der Richtung „Alles ist Scheiße!“, und als verbal sehr ausufernd erlebt haben (reden, reden, reden, und das über andere, aber selbst sich der Auseinandersetzung und Klärung verschließend). Ich habe es nicht geschafft, überparteilich zu bleiben, und mich entschlossen, ihr am dritten Tag gezielt mit anderen gemeinsam eine strikte Grenze zu setzen.
Im Unterschied zu vergleichbaren Situationen empfand ich diesmal die Bedachtsamkeit von uns als Gruppe in Verbindung mit unserer Einmut als hervorstechenden Hauptfaktor. Wir haben anstatt Einzelaktionen – Angriff oder Flucht – gemeinsam die Lage geortet und Konsequenzen gezogen und getragen. Und wir haben geschafft, zueinander und zu dem Anliegen des auch menschlichen Gelingens der Woche zu stehen (, denn wir hatten erschreckend viele Rückmeldungen bekommen über eine als sehr belastend empfundene Atmosphäre in den ersten Tagen des Treffens wegen der „Stunkmache“ dieser Person).

Bei der Nachlese waren wir uns ansonsten einig, daß wir so eine Woche ohne so viel Veranstaltungen und Rederunden (wie bei Begegnungswochen), sondern mit viel praktischem Tun, als menschlich wohltuend und für das Projekt hilfreich empfinden.
Herzlichen Dank sage ich nochmal an alle Organisatoren, Mittragende und Mitwirkende!!!

Vorzeitig hatte ich wieder abzufahren, da ich als Zeuge am 8.8. bei einer Gerichtsverhandlung in Bautzen geladen war. So packte ich mit Bedauern meine Sachen, auch war dies Hin und Her sehr anstrengend. Aber das folgende Ziel war für mich wunderbar.

Danach fuhr ich nämlich (, was ich von Dargelütz ursprünglich wollte,) nach Staffhorst bei Hannover ins Projekt „Mutter Erde“ zu Hermann.
Schon im ersten Rundbrief 2013 hab ich Euch ausführlich von dort erzählt. Und auch ein Interview von Anke mit Hermann ist für Euch auf dem ÖffÖff-Kanal von Youtube zugänglich.
Besonders eindrücklich und berührend war für mich das Zelten im Hochwald zwischen riesigen Eichen, Buchen, Ahornbäumen und Erlen. Wie beschreibe ich – im Gegensatz zum Zelten auf Wiesen und Hainen – das Empfinden von „majestätischer Ausstrahlung“? Ich habe diese geballte Naturatmosphäre, sicherlich mitgetragen durch diese uralten Baumriesen, andächtig Tag für Tag (und Nacht für Nacht) aufgesogen und bin als anderer Mensch heimgekommen.
Herzlich gefreut habe ich mich auch wieder über die Gemeinschaft mit Hermann, immer wieder schön für mich, an seiner Erfahrung teilhaben zu dürfen.
Auch selbst gefreut habe ich mich sehr bei unserem Projekt eines Eingangsschilds mit dem Titel „Freiland-Stiftung Mutter Erde“ und dem Gemälde eines großen Baums, auf den die Sonne strahlt, und der auf und um sich Vogel, Schmetterling, einen Marienkäfer und verschiedene Pflanzen, unter anderem den dort regierenden Bärenklau als Gesellschaft hat. Es lädt jetzt Vorbei- und Ankommende zu näherem Kennenlernen und Erkunden ein. Malen auf großen Flächen ist ganz anders, als auf so einem Zeichenblöckchen – ich kann nur ermutigen, wer mag, die Erfahrung auch (oder mal wieder) zu machen.

Ein Intermezzo in dieser Woche war für mich der Besuch der Freunde aus der Archegemeinschaft auf dem mit dem Rad in drei Stunden gut erreichbaren „Friedenshof“ in Niedernstöcken. Die Archebewegung geht auf Lanza del Vasto, einem Schüler Gandhis zurück und hat als tragende Werte Einfaches Leben, Selbstversorgung, Gewaltfreiheit, Verantwortungsbewußtsein Mensch und Natur gegenüber und „freie“ Spiritualität (ohne Konfessionszwang). Sehr wertvoll war für mich mal wieder der Erfahrungsaustausch – bezüglich der großen Linie, und auch bezüglich kleiner manchmal ach so wertvoller Tips. Mit Betroffenheit habe ich (auch) von dort gehört, daß Lebenswege wie diese (mit dem Einsatz für solche Werte) nicht so sehr begehrt zu sein scheinen. Die Arche hat wie wir „übersichtlichen“ Zulauf von Einzelnen. Einen extra Gruß an Euch – auch die anderen von der Arche, die ich kenne, oder die „uns“ kennen füge ich noch an, und ich finde wertvoll, zu wissen, daß auch Ihr an „so einem“ Platz steht, Euch zu stellen bereit seid, wo mancher Wind oft heftig braust. Wer heikle Stellen in dieser Gesellschaft antastet, kann so manches erleben, was Ihr wohl auch bestätigen könnt.

Der Pulsschlag des Lebens geht schnell, und so bin ich wieder im FG am Wirbeln, wo im Garten und Haus genug zu tun ist. Der heutige Tag steht unter dem Projektbesuch bei „Demogratia“, dem Projekt vom Geschwisterverein „Pro Beutelsbacher Konsens“, der sich für Ganzheitlichkeit und Nachhaltigkeit in Forschung und Lehre einsetzt. Zu fünft haben wir uns zusammengefunden, um nach Roßwein (von DD noch etwas östlich) zu fahren, um auch mehr über „Terrania“ zu hören, den Zusammenschluß von Menschen, die für Selbstbestimmung eintreten, und sich von Gewalt und Ausbeutung abkehren. Jonathan, der Begründer, hat dabei auch der GmbH Bundesrepublik, dem Verwaltungsorgan der Alliierten, das vorspiegeln kann und wohl soll, ein Staat zu sein, aber keiner ist, den Rücken gekehrt.
(Als Einschub: Vor zehn Wochen habe ich zum ersten mal, vor sechs zum zweiten mal per Einschreiben am für mich zuständigen Landratsamt Kamenz im Ordnungsamt nachgefragt, wie denn der Staat heiße, auf den sich die Staatsangehörigkeit „deutsch“ beziehe, und wie sich dieser Staat legitimiere. Ich habe bis jetzt keine Antwort.)
Für mich ist es vor einigen Monaten ein Schock gewesen, in dieser Klarheit nachvollziehen zu können, daß das Deutsche Reich keinen Friedensvertrag bis heute erzielt hat. Dazu kommt, daß das Grundgesetz Provisorium für die Menschen hier ist, wobei die Regierungsgewalt weiterhin die Alliierten als Siegermächte haben (mit dem Werkzeug des „Verwaltungsorgans“ Bundesrepublik Deutschland“, als GmbH eingetragen), und sich keine mir bekannte der größeren Parteien hierzulande mir wissentlich hörbar für Friedensvertrag und Beschluß einer Verfassung bisher stark gemacht hat. Das finde ich so ungeheuerlich und unglaublich, daß mich seither nicht mehr wundert, daß wir in Schenkerbewegung, die Geldsystem und Staat an der Wurzel kritisieren, die grünen Marsmännchen sind.
Wer vom Volk regt sich über diesen politischen Skandal sondergleichen denn wirklich auf und wird tatkräftig? Genauso wenige meine ich, wie sich über die moderne Sklaverei des globalen Kapitalismus aktiv ereifern, wo wir materiell reichen Völker auf Kosten von Leben und Gesundheit der „Zweidrittelwelt“ und der Natur leben.

Und schlußendlich soll wieder ein Ausblick folgen – natürlich auch auf das Begegnungstreffen der SB im Herbst, geplant vom 28.9. (Anreisetag) bis zum 6.10.. Seid also wiederum in Dargelütz herzlich willkommen, um uns näher kennenzulernen, uns miteinander idealistisch zu ereifern und so aneinander und miteinander zu wachsen, und bezüglich unserer Leben immer besser „in die Pötte zu kommen“. Gemeinschaft miteinander, Kreativsein, Spiritualität, Arbeitseinsätze, Erholung – auch im Wald und am Wockersee und lehrreiche Veranstaltungen sollen und dürfen wieder nach Herzenslust sein – bringt Eure Ideen und Initiative gerne mit. Eine ausführliche Einladung soll umgehend folgen.

Dienst an der Erde, an der nachhaltigen Entwicklung unserer Gesellschaft und an der großen Menschen- und Völkergemeinschaft IST Dienst an uns selbst, an unserem tiefen Wohlergehen, unserer tiefen Lebenszufriedenheit, unserer psychischen und physischen Gesundheit. Denn (eine „Uwe-Wette“, nach dem Tod beim Plaudern auf „Wolke Sieben“ zu überprüfen, falls möglich) wir sind Zellen eines großen Ganzen. Das heißt, daß Wohlergehen des Großen (Erde, Menschheit, Gesellschaft) nachhaltig wohltuend wirkt, ja sogar Bedingung ist für langfristiges Wohlergehen der einzelnen Zellen.

Mit diesen sinnigen Worten lasse ich es für heute gut sein.
Wie sonst auch, bin ich für Rückmeldung, auch für andere Sichtweisen, Anregungen offen und dankbar. Und natürlich wünsche ich uns allen einen schönen Spätsommer, in dem wir noch gut Sonne und andere Lebensenergie für die dunkle kalte Phase des Jahres auftanken können.
Paßt auf Euch auf, auch auf täglichen Frohsinn – jeder Tag mit mindestens einmal tiefem Durchatmen, frischer Luft und herzlichem Lachen!
Bis zu nächsten mal, Euer
Uwee Antwort.)
Für mich ist es vor einigen Monaten ein Schock gewesen, in dieser Klarheit nachvollziehen zu können, daß das Deutsche Reich keinen Friedensvertrag bis heute erzielt hat. Dazu kommt, daß das Grundgesetz Provisorium für die Menschen hier ist, wobei die Regierungsgewalt weiterhin die Alliierten als Siegermächte haben (mit dem Werkzeug des „Verwaltungsorgans“ Bundesrepublik Deutschland“, als GmbH eingetragen), und sich keine mir bekannte der größeren Parteien hierzulande mir wissentlich hörbar für Friedensvertrag und Beschluß einer Verfassung bisher stark gemacht hat. Das finde ich so ungeheuerlich und unglaublich, daß mich seither nicht mehr wundert, daß wir in Schenkerbewegung, die Geldsystem und Staat an der Wurzel kritisieren, die grünen Marsmännchen sind.
Wer vom Volk regt sich über diesen politischen Skandal sondergleichen denn wirklich auf und wird tatkräftig? Genauso wenige meine ich, wie sich über die moderne Sklaverei des globalen Kapitalismus aktiv ereifern, wo wir materiell reichen Völker auf Kosten von Leben und Gesundheit der „Zweidrittelwelt“ und der Natur leben.

Und schlußendlich soll wieder ein Ausblick folgen – natürlich auch auf das Begegnungstreffen der SB im Herbst, geplant vom 28.9. (Anreisetag) bis zum 6.10.. Seid also wiederum in Dargelütz herzlich willkommen, um uns näher kennenzulernen, uns miteinander idealistisch zu ereifern und so aneinander und miteinander zu wachsen, und bezüglich unserer Leben immer besser „in die Pötte zu kommen“. Gemeinschaft miteinander, Kreativsein, Spiritualität, Arbeitseinsätze, Erholung – auch im Wald und am Wockersee und lehrreiche Veranstaltungen sollen und dürfen wieder nach Herzenslust sein – bringt Eure Ideen und Initiative gerne mit. Eine ausführliche Einladung soll umgehend folgen.

Dienst an der Erde, an der nachhaltigen Entwicklung unserer Gesellschaft und an der großen Menschen- und Völkergemeinschaft IST Dienst an uns selbst, an unserem tiefen Wohlergehen, unserer tiefen Lebenszufriedenheit, unserer psychischen und physischen Gesundheit. Denn (eine „Uwe-Wette“, nach dem Tod beim Plaudern auf „Wolke Sieben“ zu überprüfen, falls möglich) wir sind Zellen eines großen Ganzen. Das heißt, daß Wohlergehen des Großen (Erde, Menschheit, Gesellschaft) nachhaltig wohltuend wirkt, ja sogar Bedingung ist für langfristiges Wohlergehen der einzelnen Zellen.

Mit diesen sinnigen Worten lasse ich es für heute gut sein.
Wie sonst auch, bin ich für Rückmeldung, auch für andere Sichtweisen, Anregungen offen und dankbar. Und natürlich wünsche ich uns allen einen schönen Spätsommer, in dem wir noch gut Sonne und andere Lebensenergie für die dunkle kalte Phase des Jahres auftanken können.
Paßt auf Euch auf, auch auf täglichen Frohsinn – jeder Tag mit mindestens einmal tiefem Durchatmen, frischer Luft und herzlichem Lachen!
Bis zu nächsten mal, Euer
Uwe

oeff oeff
Fleißmeise
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Re: Frühere Rundbriefe

#20 Beitragvon oeff oeff » Mi 5. Mär 2014, 20:12

Uwe schrieb am 27.12.2013:


Rundbrief 4/2013 von Uwe Wilhelm Haspel über Neuigkeiten in Schenkerbewegung, VFS, Projekten Friedensgarten und Dargelütz und Weiteres (persönliche Initiative)

Mit diesem Rundbrief ziehe ich Bilanz vornehmlich über das letzte halbe Jahr.
Entgegen meinem gewohnten und von mir bevorzugten Vorgehen, daß ich umgehend nach größeren Veranstaltungen Bericht erstatte, habe ich einige teils Großprojekte zu Ende gebracht, oder mindestens die allermeiste Arbeit daran gemacht. So hat es diesmal deutlich länger gedauert bis zum Entstehen dieses Briefs, ich sehe es mir nach, bitte Ihr auch!

Im Spätsommer/Frühherbst hatten wir ja wieder unsere Begegnungswoche in Dargelütz – schon wieder so weit weg.
Meine Erinnerung ist allgemein sehr angenehm und erfreulich. Ich habe zum ersten mal in den Jahren so viel Raum für Begegnung und spontane Aktivitäten wahrgenommen, und konnte selbst dabei auch so mitmachen. Und wir haben gut gemischt finde ich zwischen Gesprächsrunden, Kursen und Gemeinschaftsarbeiten, Spaziergängen – oft mit Pilzsammeln verbunden – jeden Tag waren welche auf dem Tisch – und Badefahrten zu Wockersee.
Wildpflanzenführung war wieder gefragt, auch die Pestos im Speiseplan, Gesundheitsübungen nach Liebscher und Bracht, angeleitet von Mattheor, Yoga angeleitet von mir, Waschen mit Naturmaterialien von Hannelore, Methoden von SB wieder von Öffi und Anke vorgestellt, und Etliches mehr, was andere gerne noch ergänzen können.
Die Termine für kommendes Jahr stehen schon, ich freu mich schon darauf. Es steht auch das zwanzigjährige Jubiläum des Hauses der Gastfreundschaft an, wofür wir beginnen, Einfälle zu sammeln. Beteiligt Euch gerne daran. Ich fände es schön, wenn einige, die die Anfangszeit mitbekommen haben, oder sogar dort damals gelebt haben, im Herbst dabeiwären.
Der Frühjahrstermin ist 20.-27.4., im Herbst laden wir vom 30.7.-7.8. herzlich ein.

Im Anschluß an das Treffen haben wir wieder in bewährter Besetzung den „Paradiesmenschen“ (das Projekt heißt „Andreas Paradies“) „unter die Arme gegriffen“. Zippi, Norbert und ich waren wieder drei Tage bei Hardy und Andrea, für weitere Bauarbeiten, und ich mit einer Lieblingsbeschäftigung „Bäume setzen“ zugange. So Göttin Gott genug Segen und Regen darauf ergießt, stehen kommenden Herbst hundert neue Weiden entlang des Feldrandes dort, Grundlage der Selbstversorgung mit Brennholz.

Im Friedensgarten haben wir seit über einem halben Jahr wieder Gemeinschaftsleben, und ein schönes dazu. Im Juni hatten sich Daniel und Claudia angeschlossen, vorher einige Monate in Biotopia gewesen, jetzt im Aufbau von Selbstversorgung mit Tieren in Pommritz begriffen. So mähen schon Monate Ziegen – sympathische „Zwerge“ (Zwergrasse), und quaken Laufenten, die zum Eierlegen dazu das ökologische Gleichgewicht der Streuobstwiesen vom Lebensgut bereichern sollen (eindimensional gedacht würde ich es ausdrücken „Schnecken fressen“).
Außer unserem Idealismus verbindet uns die Lieblingsspeise „Nudeln mit Pesto“, natürlich aus Wildpflanzen, und wir sind augenblicklich dabei, uns ein umfassenderes Bild über die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts zu machen. Die beiden haben monatelange Erfahrung in Gesprächen mit Menschen über Gesellschaft und Gesellschaftskritik. Sie waren während der ganzen Zeit des Bestehens tragend letztes Jahr im Occupy-Camp in Kassel. So füllen gerade wir weiße Flecken besonders über die Weimarer Republik gemeinsam mit Gestalt und Farbe aus.
Ich finde das besonders von dem Aspekt sehr wichtig, weil meine Wahrnehmung ist, daß die Lethargie, Gleichgültigkeit, Angst und Obrigkeitshörigkeit, die ich in großem Rahmen hier wahrnehme, anhand der Kenntnisse der geschichtlichen Wurzeln besser zu begreifen ist, und ich sehe die Chance dafür, so besser damit umgehen zu lernen.

Mit Matthias Jonathan vom Projekt des VBK in Roßwein halten wir auch gerne Kontakt – Daniel und ich waren Mitte Dezember wieder einen Tag auf Besuch. Sehr interessant ist für mich der Erfahrungsaustausch über den Umgang mit Polizei, Behörden und auch Firmen, wenn wir uns mit der Identitätskarte von der Gemeinschaft freier Menschen „Terrania“ ausweisen, anstatt dem Firmenpaß der BRD (für Interessierte: www.terrania.de). Jonathan hat unsere Einladung angenommen, auf dem nächsten SB-Treffen Terrania vorzustellen, worauf ich mich sehr freue. Praktische Schritte in die politische und wirtschaftliche Selbstverantwortung finde ich ein Herzstück der persönlichen Reife UND gleichzeitig der Gesellschaftsentwicklung. Je mehr Menschen sich in solche neuen Bahnen trauen, umso einfacher wird das Vorwärtskommen, behaupte ich.

Schöne Neuigkeiten habe ich aus Lilitopia vernommen. Ankes Buch „Bildung für ganzheitliche Nachhaltigkeit und globale Verantwortung“ ist kürzlich als wissenschaftliches Fachbuch erschienen. Somit gibt es jetzt auch von unserer Seite in der herkömmlichen Wissenschaft einen Impuls, sich diesen herausfordernden Themen zu stellen. Lest selbst mehr auf www.lilitopia.de (unter Veröffentlichungen).

Und Öffi ist so gut wie wöchentlich in der Perma-Oase bei Marburg, einem neuen Natur-Projekt in schöner Landschaft – bei Interesse an mehr wendet Euch gerne an ihn, er verschickt darüber einen Newsletter.

Und was treibe ich sonst so? -Diese Frage stelle ich mir gerne zwischendurch, besonders, wenn die Monate mal wieder so schnell ins Land gegangen sind. Hurra, seit Mitte Oktober bin ich konstant in Pommritz und habe mein Heimatgefühl genüßlich ausgekostet, schöner Flecken Erde.
Einen Herzenswunsch habe ich mir erfüllt, und mein persönliches Zimmer dort isoliert, und so mit Bauplanung, Organisation und Durchführung eingehende Erfahrungen gemacht.
Wie macht man das bei dünnen Fachwerkwänden, mit Lehm und Stroh ausgefüllt, im ersten Stock eines Umgebindhauses? Ich habe mich aus preislichen und Verarbeitungsgründen für Hanfmatten entschieden, 10 cm Dicke für die Wände, 6 cm für die Decke (, weil der Raum sowieso sehr niedrig ist). Darüber habe ich Profilholz mit Nut und Feder geschraubt – wow, im FG mit Akkuschrauber, die Technik ist auch dort mehr integriert.
Weil von Interesse für manche – die Gesamtfläche Wände und Decke des Zimmers sind 60 m², ausgegeben habe ich für Hanfmatten (120x60 cm, gut mit Schere schneidbar, riecht wunderbar aromatisch) etwa 500, für Holz, Schrauben, Nägel etwa 500 Euro, Arbeitszeit etwa 14 Tage netto, 6 Stunden täglich. Das Ergebnis ist große Klasse für mich. Ich habe es mit einem Versuch verbunden – verrückt, wie ich oft schon gewesen bin, und habe bis jetzt in meinem Zimmer noch nicht gefeuert. Das Zimmer hält auch in den kalten Tagen eine Temperatur zwischen fünf und acht Grad (, und das fühlt sich viel besser an als minus fünf bis plus vier Grad), und ich bin oft fast den ganzen Tag drin oder im Freien (, mache auch bis jetzt Yoga bis zu einer Stunde im Freien). Zugegebenermaßen, abends kuschle ich mich gerne ins warme Büro für einige Stunden. Und an kalten Tagen wärme ich mich auch im Gemeinschaftsraum immer wieder auf. Noch wichtig finde ich zu bemerken, daß ich etwa ein bis zwei Stunden länger schlafe bei so viel Kälteexposition, habe ich einfach mit einzuplanen, daß ich im Schnitt auf acht Stunden im Winter komme.

Etliche Wildpflanzenführungen waren noch in diesem Jahr, ab jetzt auch in Görlitz in Zusammenarbeit mit Hannelore – war viel Interesse dort, 26 Leute! Und inzwischen laufen auch drei Gruppen mit Heilendem Vokaltönen als Weg des besseren Ankommens im Leben und bei sich selbst mit Möglichkeit der Bewußtseinsentwicklung – da sind auch drei Abende ausgefüllt.

Meine Autobiographie ist so Gott will in den nächsten zwei Wochen druckreif, geb dann Bescheid, wenn sie erhältlich ist, war auch noch eine Menge Kleinarbeit.
Ein neues Gebiet beschreite ich auch zur Zeit, die Arbeit mit Symbolen und Bildern. Das paßt auch finde ich schön zu den Klängen, braucht auch keine Worte. Ich habe als Motive einen Baum, den Erdball und Wildrosenblüten gewählt. Die selbstgemalten Bilder sind fertig (siehe Anhang – als Foto). Nun ist die Produktion von Aufbüglern für Kleidung vorgesehen, und mit diesen Zeichen auf meiner sämtlichen Kleidung, mit der ich mich in der Öffentlichkeit zeige, habe ich vor, auf einer anderen Ebene Menschen anzusprechen, ihr Herz für mehr Einsatz für Natur und Frieden, Solidarität und Gerechtigkeit unter uns Menschen zu öffnen.
Ein Begleitwunsch von mir ist, daß viele Menschen Bäume malen, zeichnen, photographieren (, und mir Bilder schicken), daß die Freude daran um sich greift.

Zwei Seiten genügen, habe ich beschlossen, die sind jetzt voll.
In diesem Sinne gesegnete Tage mit gutem zur Ruhe Kommen, Besinnen, Kraft und Ideen Schöpfen. Dies wünscht Euch Weggefährte Uwe


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